Gastbeitrag: Marathon laufen – die Frage nach dem „Warum“

Gastbeitrag: Marathon laufen – die Frage nach dem „Warum“

Ich, Christian, 38 Jahre, bin Marathon gelaufen. Schon wieder. Zum dritten Mal. Häufig werde ich nach dem „Warum“ gefragt. Dies ist der Versuch einer Antwort. Doch wer jetzt auf die perfekten Tipps und Ratschläge hofft, wie die Bestzeit erreicht werden kann, ist hier falsch. Die gibt es in meinen Augen nicht. Meine Eindrücke und Erfahrungen teile ich aber gerne. Los geht’s:

  1. Die Fitness: Regelmäßig Sport zu treiben ist für mich wichtig. Dadurch fühle ich mich wohl und es ist ein guter Ausgleich zum Alltag. Beim Laufen kann ich ebenso völlig abschalten als auch konzentriert über Dinge nachdenken. Das gilt ganz unabhängig vom Wettkampf.
  2. Das Erlebnis: Die Atmosphäre und das Jubeln der Zuschauer pushen einen so sehr, dass man über seine Grenzen hinauswächst. Ich habe vor meinem ersten Marathon immer etwas verächtlich über die Sportler gelacht, die das gesagt haben. Dann kam meine Staffel-Marathon-Teilnahme 2013 beim Hanse-Marathon in Hamburg. Da standen bei schönstem Wetter zehntausende Zuschauer in Partystimmung an der Strecke und haben alle Läufer angefeuert. Das war Begeisterung pur und hat mich enorm gepusht. Auch die Aufregung davor ist besonders. Wenn die blauen Striche die Laufstrecke in der Stadt markieren und die Schilder in den Straßen hängen, stellt sich bei mir eine besondere Vorfreude ein.
  3. Die Herausforderung: Nach dem Motto „Termine machen fleißig“, ist das Anmelden für einen Lauf die beste Motivation. Denn dann tue ich auch etwas dafür. Jeder Läufer kann für sich wahrscheinlich eine Strecke beschreiben, die er als ein großes Ziel ausweist. Für mich war es der Marathon. Dieses Ziel im Blick zu haben und über einige Wochen zu verfolgen, ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht.

Trainingsplan: Individuell statt abkupfern

Der Weg zu einem erfolgreichen Marathon führt meiner Erfahrung nach über ein bewusstes Training und eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Drumherum. Was richtig und effektiv ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Ob es in Büchern steht, in Vereinen vorgelebt oder von Personal Coaches gepredigt wird: Es sind sicher viele gute Anhaltspunkte dabei und vieles lohnt sich auszuprobieren. Doch nicht alles wird erfolgreich sein. Auch ich habe diese Erfahrungen gemacht. Ich habe zwei Trainingspläne ausprobiert – beide waren nicht für mich gemacht, wie sich später herausgestellt hat. Was mich dennoch angespornt hat, sie zu verfolgen, war, dass mein Kumpel mit diesem Plan seinen letzten Marathon schneller als geplant gelaufen ist. Dass wir über sehr unterschiedliche (körperliche) Voraussetzung verfügen, habe ich dabei vernachlässigt. Das Ergebnis: Bei zwei Marathondurchläufen konnte ich nicht durchlaufen, sondern musste zwischenzeitlich stehen bleiben, weil es einfach nicht mehr weiterging. Für mich hat sich nach den Erfahrungen herausgestellt, dass ein Trainingsplan nicht mehr als eine gute Orientierung ist.

Meine Praxiserfahrungen: Trainingsplan, Ernährung und Co.

Trainingsplan: Nach dem Reinfall mit den Trainingsplänen habe ich angefangen, selbst herauszufinden, was gut für mich ist – und was nicht. So habe ich für mich beispielsweise erkannt, dass ich lange Läufe lieber auf den Samstag lege und den Sonntag zum Regenerieren nutze. Ansonsten kann der Montag zu einem sehr zähen Unterfangen werden. Auch ein vielseitiges Training hat sich für mich als sinnvoll herausgestellt. Meine Erfahrung: Es gab bisher kein Jahr, in dem das Training gleich war oder zu gleichen Ergebnissen geführt hat. Was bei mir nie fehlen darf ist Intervalltraining. Ja, es nervt, macht aber – wirklich! – schneller.

Ernährung: Auch das Thema Ernährung ist – wenngleich nicht mein Lieblingsthema – interessant. Ich bin kein Asket und hätte keinen Spaß am Sport, wenn damit einherginge, dass ich auf ein Bier, ein Schnitzel oder ein Stück Kuchen verzichten sollte. Vielmehr treibe ich Sport, damit ich mir öfter auch etwas gönnen kann. Während des Marathons lohnt es sich dann aber doch, auf das zu achten, was man zu sich nimmt. Es gibt viele Gels und Riegel, die einem unterwegs schnelle Energie liefern sollen. Doch nicht jedes Produkt verträgt jeder gleich gut. Hier hilft nur: Während des Trainings ausprobieren, was einem wirklich hilft.

Zum Punkt Trinken habe ich meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Viele sagen, was auch medizinisch sicherlich richtig ist, dass man auch vor dem Lauf ausreichend trinken soll. Das funktioniert bei mir einfach nicht. Wenn ich mich an die gängigen Ratschläge halte, könnte ich problemlos eine Karte erstellen, wo in der Stadt die saubersten Dixi-Klos stehen. Wenn ich hingegen einfach auf das Durstgefühl höre, funktioniert das hervorragend.

Regeneration: Wer seinen Körper knechtet, der muss ihn auch dafür belohnen. Frei nach dem Motto „Lasst es euch gut gehen!“ darf man sich auch mal eine Massage beim Physiotherapeuten gönnen. Ein Saunagang mit anschließender Eistonne kostet sicherlich etwas Überwindung, man spürt aber förmlich, wie der Körper danach arbeitet.

Ausrüstung: Geht man in ein Lauf-Fachgeschäft, warten dort unzählige Ausführungen an multifunktionaler Kleidung wie Schuhe, Hosen, Jacken, Mützen und Socken. Da ist die Verlockung groß, zuzuschlagen. Sicher gilt – wie so oft: Wer billig kauft, kauft zweimal. Aber Fakt ist auch, dass man die Leistung letztlich selbst erbringt. In erster Linie benötigt man Klamotten, die gut passen und bequem sind. Das reicht meiner Auffassung nach für den ersten Marathon gut aus – und auch einige Zeit darüber hinaus.

Mein Fazit

Es lohnt sich, rund um das Thema Marathon schon ein gewisser Nerd zu sein. Sachen auszuprobieren, verschiedene Trainingseinheiten zu testen, um zu merken, was einem gut tut und dann den gewünschten Erfolg einzufahren – das kann schon zeitintensiv sein. Doch es lohnt sich meiner Meinung nach. Doch erst einmal bin ich mit dem Thema Marathon durch. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich doch wieder anmelde…

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Freunde, Partner und Kollegen, sofern sie selbst keine Läufer sind, danken es einem übrigens, wenn man auch noch über andere Themen schnacken kann als Marathon – sofern es nicht das Wetter ist. Das ist in der Vorbereitung übrigens keine Ausrede. Gelaufen wird immer. Wenn man erst einmal nass ist, ist es gleich gar nicht mehr so schlimm.

Geschrieben von: Christian aus Hamburg, 38 Jahre

Kolumne: Fürs Leben gerne Kaffee trinken

Kolumne: Fürs Leben gerne Kaffee trinken

Kaffee: Gesundes Lebenselixier

Morgens halb sechs in Deutschland. Der Wecker würde noch lange nicht klingeln, aber das stört Kinder herzlich wenig. Also beginnt der Tag früher als gedacht, erwartet und erhofft – und wie in vielen deutschen Küchen mit einer grooooßen Tasse Kaffee. Es wird nicht die letzte bleiben heute. Aber ist das wirklich gesund? Wäre jetzt nicht ein grüner Tee oder ein selbst gemachtes Ingwerwasser die bessere Alternative?

Während ich noch darüber nachdenke, bringt der allmorgendliche Blick in die Neuigkeiten des Tages die frohe Botschaft: Wer Kaffee trinkt, lebt länger. So steht es in einer vor allem Ärzten gut bekannten Zeitung. Und das gilt diesmal nicht nur für kleine Mengen, sondern auch für einen ausgiebigen Kaffee-Konsum, zeigt eine aktuelle Studie. Je mehr man als passionierter Kaffeetrinker liest, desto besser wird es. Bei Menschen, die eine Tasse pro Tag trinken, sank die Sterbewahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren um acht Prozent. Bei Kaffeetrinkern, die sich vier und mehr Tassen gönnten, sogar um 12 bis 16 Prozent. Selbst die mehr als acht Tassen wirkten sich noch positiv aus.

Also: Hoch die Tassen – auf einen erfolgreichen Tag!

Wandern ist des Hipsters Lust

Wandern ist des Hipsters Lust

Warum plötzlich jeder Urlaub in der Natur machen möchten

 

„Ich mache einen Wanderurlaub!“ Diese Worte hörten wir früher wohl eher aus den Mündern unserer Großeltern und runzelten dabei die Stirn. Ich hatte zumindest lange Zeit beim Thema Wandern beige Einheitskleidung, klobige Schuhe mit Wollsocken und die pure Spießigkeit vor Augen. Und heute? Reihe ich mich ein und gehe wie viele meiner Freunde… Ja, wandern.

Sao Lorenco. Wandern auf Madeira

Das Einzige, das ich jahrelang mit Wandern am Hut hatte, war der Wandertag in der Schule. Ich bin am Meer aufgewachsen, also ging es meist an den Strand. Auch meine Urlaube verbrachte ich am liebsten im warmen Süden – schließlich bekommt man als Norddeutscher sonst nicht genug Sonnenlicht ab. So ging es für mich in der Kindheit häufig nach Dänemark, Spanien, später auch nach Griechenland und Brasilien. Die Berge interessierten mich nicht. Bis ich mit Anfang 30 das Skifahren für mich entdeckte, im Lift saß und ein Schild erblickte, auf dem stand: „Ahorn, der Genießerberg, auch im Sommer ein Highlight!“ Das war der Beginn einer neuen Leidenschaft.

 

Wandern ist zum Trend geworden

Aber nicht nur ich erwärme mich für Wanderungen durch die Natur. Laut des Deutschen Wanderverbands gehen etwa 50 Millionen Menschen in Deutschland wandern (Stand 2016). Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre, kann ich das nur bestätigen. Ob kleine Tagesausflüge in die Fischbeker Heide in Hamburg oder richtige Wandertouren durch die Alpen: Meine Freunde sind ebenfalls auf den Geschmack gekommen – so wie unzählige Hipster und Influencer, die sich in den sozialen Medien in Wanderkleidung in Szene setzen. Wenn man bei Instagram #wandern eingibt, erhält man über 1,5 Millionen Treffer, für den englischen Begriff #hiking sogar 35 Millionen (Stand: 10. Juli 2018), #wandernmithund nahezu 20.000 und #wandernmitkindern fast 8.000.

 

Aber warum finden wir es plötzlich so schön, durch die Natur zu streifen, statt im Hotel am Pool zu liegen?

  1. Die Natur gilt als Stresskiller. Statt sich mit anderen um die beste Liege am Pool und die letzten Nudeln am Buffet zu streiten, sehnen wir uns nach Ruhe – das gilt besonders für Menschen, die in Großstädten leben. Sich bewegen, an der frischen Luft die Landschaft zu genießen und sich am Ende der Wanderung mit einem deftigen Essen zu belohnen, das entspannt und lädt unseren Akku wieder auf.
  2. Wir wollen raus aus der Stadt. Ja, die Großstadt hat einiges zu bieten, aber die vielen Menschen, der ständige Verkehr, der Lärm und die schmutzige Luft können auch manchmal ganz schön nerven. Viele sehnen sich dann nach Ruhe und Natur.
  3. Morgens um 10 Uhr an den Strand, sonnen, schwimmen, sonnen, schwimmen. So sah in jüngeren Jahren für viele von uns der Urlaubsalltag aus. Ich höre heute von vielen: „Das kann ich nicht mehr, so lange liegen, ich muss mich im Urlaub mal mehr bewegen.“ So geht es mir auch. Ich möchte etwas erleben. In meinem Job sitze ich den ganzen Tag am Schreibtisch. In meinem Urlaub brauche ich ein bisschen Action. Wandern ist eine tolle Mischung. Wer sich verausgaben möchte, wählt die schwarzen (schweren) Routen, wer es gemütlich mag, die blauen (einfachen) und für wen ein bisschen Anstrengung kein Problem hat, begibt sich auf die roten (mitteleschweren) Wege.
  4. Wandern ist gesund: Studien, wie eine der Universität Halle-Wittenberge, belegen die positiven Eigenschaften des Wanderns auf unsere Gesundheit. Wer nicht gerade alpine Bergtouren bestreitet, sondern moderat wandert, treibt mit einer Herzfrequenz Sport, die die Ausdauer verbessert und die Fettverbrennung anregt. Unebene Wege trainieren die gesamte Muskulatur des Körpers und verbessern das Gleichgewicht. Sind auf den Routen immer mal wieder Anstiege, ist dies ein perfektes Intervalltraining und die Natur versorgt unsere Lungen zusätzlich mit sauberer Luft.
  5. Einfach mal etwas Anderes machen. Die Strände Europas habe ich fast alle bereist. Ich brauche einfach mal Abwechslung. Also habe ich damit begonnen, im Hamburger Umland „Probewanderungen“ zu machen – und hatte erstaunlich viel Spaß dabei, sodass wir uns im letzten Urlaub tatsächlich, zusammen mit den erfahrenen Wandersleuten, auf den Weg über Stock und Stein machten.

 

Nicht bei der Ausstattung sparen

Wer jetzt denkt, dass auch ich in Einheitsbeige durch die Gegend stapfe, irrt. Ja, ich habe mir Wanderstiefel gekauft – solche, die auch schön die Knöchel stützen. Diese sind jedoch farbig und somit gar nicht langweilig. Dafür aber unheimlich bequem und wirklich nützlich. Ansonsten reicht – meiner Meinung nach – normale Sportkleidung. Wer in die Berge fährt, sollte allerdings überlegen, sich eine praktische Zip-Multifunktionshose zu kaufen. Diese kann nämlich je nach Wetterlage schnell von einer langen in eine kurze Hose umgewandelt werden. Auch Fleece- oder Softshelljacken können an kühleren Tagen oder bei plötzlichen Wetterumschwüngen eine große Hilfe sein.

 

Darf es etwas mehr als eine Wanderung sein?

Ihr möchtet das Abenteuer Wandern ausprobieren, traut euch aber nicht so recht oder wollt statt eines Tagesausflugs längere Strecken mit Übernachtungen hinter euch bringen? Dann holt euch Inspirationen. In dem Buch Mikroabenteuer von Christo Foerster gibt es Tipp für Outdoor-Aktivitäten vor der Haustür.

 

Tipp: Apps – per GPS die schönsten Ecken entdecken

„Wo soll ich denn bei mir um die Ecke wandern gehen?“ Das fragen sich wahrscheinlich viele, die nicht gerade in den Alpen, im Harz oder im Elbsandsteingebirge wohnen. Es gibt verschiedene Apps, die tolle Routen in jeder Umgebung vorschlagen – mit Längen- und Zeitangeben und Hinweisen auf die Schwierigkeit.

Ich gehe immer mit „Komoot“ wandern. Die wichtigsten Funktionen dieser App sind kostenlos und sie funktioniert auch im Ausland. Du kannst Wanderungen zwischen 30 Minuten und acht Stunden Länge auswählen, zwischen einfach, mittelschwer und schwer. Auf einer Karte kannst du dann während der Tour verfolgen, wo du dich gerade befindest – auch ohne Internetverbindung. Die App kann zudem Routen planen, wenn du gerne von A nach B wandern möchtest.

Weitere Apps:

MapOut (5,49 Euro im AppStore): In dieser App kannst du dir deine Routen in der 3D-Karte selbst einzeichnen. Sie funktioniert auch offline und hebt Sehenswürdigkeiten hervor.

Bergfex Touren & GPS Tracking (iOS und Android, kostenlos): Hier kannst du zwischen verschiedenen Sportarten wählen und erhältst dann passende Tourenvorschläge – in der PRO-Version auch mit Offline-Karten.

Probiert einfach mal aus, welche App euch zusagt und gebt uns gerne ein Feedback!

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Baharat, Kumin, Zatar, Sumach – na, klingelts bei dir? Nicht? Gar nicht schlimm, denn spätestens nach diesem Beitrag hältst du danach beim nächsten Einkauf bestimmt Ausschau. So viel sei gesagt: Es hat mit Essen zu tun. Genauer mit der Levante-Küche. Sie erfährt derzeit einen wahren Boom. Und das zu Recht: Die Gerichte sind Aromabomben, die deine Geschmacksknospen verwöhnen und dem tristen Essensallerlei neues Leben einhauchen – und das ohne großen Zubereitungsaufwand. Auch ich bin ihr verfallen.

Spanische Tapas waren gestern. Heute kommen orientalische Mezze auf den Tisch, das aktuelle Trend-Pedant zu Oliven, Calamari und Co. Wie bei Tapas handelt es sich auch hierbei um kleine Speisen, die wir bevorzugt in geselliger Runde genießen – so der Grundgedanke von Mezze. Traditionell israelische Gerichte werden mit arabischen Speisen kombiniert und ergeben ein frisches, aromatisches Geschmackserlebnis. Das Ganze nennt sich dann Levante-Küche.

 

Levante – Länder des östlichen Mittelmeers

Aufgehend – dafür steht das französische Wort levante. Es wird gerne auch sinnbildlich für das Morgenland genommen und bezeichnet die Länder des östlichen Mittelmeers, genauer Israel, Syrien, Jordanien und der Libanon. Die Levante-Küche ist demnach ein kulinarisches Zusammenkommen der verschiedenen Essenskulturen dieser Länder.

 

Lecker, leger und sehr aromatisch

Der Hauptakteur der Levante-Küche ist Gemüse. Besonders Blumenkohl und Aubergine kommen bei vielen Gerichten zum Einsatz. Durch Kräuter wie Minze und orientalische Gewürze und Gewürzmischungen wie Kumin, Baharat, Zatar und Sumach sind sie alles andere als fad und langweilig. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sowie Bulgur und Couscous spielen eine wichtige Rolle in dieser Küche.

 

Fünf typische Gerichte, Dips und Pasten

Eine der bekanntesten Gerichte ist die Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen mit Petersilie, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln. Mehr Wumms bekommen die Falafel, wenn ihr Harissa, eine scharfe Gewürzpaste, hinzu gebt (Rezept im Kasten). Perfekt für warme Sommertage ist Tabouleh, ein Salat aus Bulgur, viel Petersilie, Tomaten, Gurke, Minze und Zitronensaft.

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Dips und Pasten. Dazu gibt es frisches Fladenbrot. Ein Klassiker schlechthin ist Hummus, eine Paste aus Kichererbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel und Sesampaste (Tahin). Den Hummus könnt ihr super mit etwas Chili-Paste aufpeppen. Auch Baba Ghanpoush,  ein Püree aus Auberginen, Sesampaste und Zitronensaft, eignet sich perfekt zum Dippen.

Wer es lieber warm mag, der sollte das israelische Nationalgericht Shakshuka ausprobieren. In eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Paprika, Chili und Gewürzen wie Kreuzkümmel gesellen sich pochierte Eier. Dazu gibt es: Fladenbrot.

 

Levante-Küche: Gesund, ohne „gesund“ zu schmecken

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt: Die Küche ist nicht nur lecker, sondern durch das viele Gemüse und die Hülsenfrüchte auch sehr gesund – und ideal für Vegetarier geeignet. Doch auch Fleischliebhaber brauchen keine Angst vor Eintönigkeit zu haben. Ein aus verschiedenen kleinen Mezze zusammengestelltes Gericht braucht kein Schnitzel und keine Bratwurst. Genießt einfach die verschiedenen Geschmäcker, ihr werdet begeistert sein.

Neben dem „Healthy-Aspekt“ punktet die Küche auch mit der Zubereitung. Für die meisten Gerichte sind nur wenige Handgriffe nötig. Die Grundzutaten findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt. Baharat, Zatar und Co. bekommt ihr preiswert in orientalisch-arabischen Supermärkten. Ihr könnt die Gewürze und Mischungen auch online bestellen, beispielsweise bei Just Spices.

Tipp: Wer keine Lust auf das Suchen nach Rezepten im Internet hat, der sollte im Buchhandel mal nach den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi Ausschau halten. Er hat mehrere vegetarische Kochbücher herausgebracht, allesamt mit Einflüssen aus der israelischen Küche. Ich selbst habe das „Genussvoll vegetarisch“. Mein Fazit: Bester Kauf überhaupt!

 

Rezept für Harissa-Falafel (ca. 12 Stück)

 

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Petersilie
  • 1 TL Harissa-Paste (bei Bedarf mehr)
  • Je 2 TL Koriander- und Kreuzkümmelpulver
  • 1 EL Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Weizenmehl

 

  1. Kichererbsen in eine Schale geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken, 1,5 bis 2 Liter. 12 Stunden einweichen lassen. Danach abtropfen lassen.
  2. Petersilie waschen und grob hacken, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch.
  3. Kichererbsen, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit der Harissa-Paste, dem Koriander- und Kreuzkümmelpulver, etwas Salz und Pfeffer, dem Mehl sowie 1 EL Zitronensaft in einen Mixer geben. Alles gut pürieren.
  4. Die Masse noch einmal abschmecken, eventuell mit Salz, Pfeffer oder Harissa nachwürzen.
  5. Hände anfeuchten und aus der Masse pflaumengroße Bällchen formen.
  6. Reichlich Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen (Die Bällchen sollten halb darin schwimmen). Die Falafel vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen und sie für drei bis vier Minuten frittieren, bis sie rundum schön goldgelb sind. Abtropfen lassen, warm servieren.
Slow Jogging – locker trabend die Gesundheit fördern?

Slow Jogging – locker trabend die Gesundheit fördern?

Wenn ich joggen gehe, dann gerne, wenn es regnet und dämmert. Das mache ich nicht, weil ich es dann so gemütlich finde. Vielmehr sind bei einem solchen Wetter kaum andere Menschen auf der Straße und ich kann ungestört durch die Gegend schleichen. Ja, joggen ist gut für das Herz-Kreislaufsystem und hält fit. Aber ehrlich gesagt: Ich bin nach 20 Minuten dermaßen aus der Puste, dass ich von dem gesundheitsfördernden Effekt wahrscheinlich gar nichts zu spüren bekomme.

 

Kleine Schritte, große Wirkung

Aber nun wurde auf der FIBO der neue Trend „Slow Jogging“ vorgestellt – und ich direkt hellhörig. Denn bei dieser Sportart geht es darum, sehr langsam durch die Gegend zu laufen, also immer im aeroben Bereich. Das bedeutet, dass die Läufer nur so schnell joggen, dass der Körper genug Sauerstoff aufnehmen kann, um die Muskeln zu versorgen. Es gilt quasi: Je langsamer, desto besser. Mindestens 180 Schritte pro Minute sollte der Jogger dabei machen. Das lässt sich ganz einfach mithilfe von Lauf-Apps, eines Fitnessarmbands oder eines Schrittzählers messen – bedarf aber ein wenig Übung.

 

Spezielle Lauftechnik üben

Ein weiterer Unterschied zum normalen, langsamen Joggen ist, dass die Läufer nicht mit der Ferse zuerst den Boden berühren und abrollen, sondern mit dem Mittelfuß. Das soll die Knie und die Wirbelsäule schonen, trainiert im Gegenzug aber die Waden- und Oberschenkelmuskulatur. Die Bewegungen sind anfangs sehr ungewohnt, daher raten Experten, langsam mit dem Training zu beginnen. Sprich: Eine Minute joggen, 30 Sekunden gehen – immer im Wechsel. Ziel sei es, am Ende eine Stunde am Stück zu schaffen. Eine Video-Anleitung vom Experten gibt es hier.

 

Immer schön lächeln

Der Erfinder dieses Trends, der japanische Professor Hiroaki Tanaka, sagt in dem Video auch, dass jeder automatisch fitter und schneller wird, wenn er regelmäßig Slow Jogging betreibt. Wichtig sei, so häufig wie möglich zu laufen – auch gerne mehrmals am Tag. Denn der Sport soll einen nicht verausgaben. Wichtig ist, dass wir uns dabei entspannt unterhalten, und wie Tanaka sagt, lächeln können.

Wer Slow Jogging längerfristig betreiben möchte, braucht zudem passende Schuhe. Klassische Laufschuhe eigenen sich nicht, da meist die Sohle an der Ferse aufgrund der starken Dämpfung zu dick ist. Besser sind Schuhe, die eine dünne, gleichmäßige Sohle haben. Und dann kann es schon losgehen.

 

Und wie ist es in der Praxis?

Ich habe es getan. Zugegeben, ich laufe weiterhin am liebsten im Regen bei Dämmerung, aber nach einer halben Stunde Slow Jogging fühlte ich mich echt gut. Ich habe Sport getrieben, ohne völlig aus der Puste zu sein, ich hatte keine Rückenschmerzen und merkte am nächsten Tag trotzdem den ein oder anderen scheinbar sehr untrainierten Muskel.

 

Auswirkungen von Slow Jogging auf die Gesundheit

Slow Jogging ist Thema vieler wissenschaftlicher Arbeiten und soll eine Sportart sein, mit der auch unsportliche Menschen mit wenig Mühe fit bleiben und abnehmen können. Es trainiert die Muskulatur, ohne die Herzfrequenz bis zum Anschlag zu treiben. Und genau das ist wichtig für ein gutes Grundlagenausdauertraining. Schon drei Stunden Slow Jogging pro Woche sollen den Experten zufolge Cholesterin- und Blutdruckwerte normalisieren können und sogar die Hirnleistung verbessern.

Fazit:

Gerade für Sportmuffel oder aber Menschen, die ohne ständige Anstrengung trainieren möchten, ist das Slow Jogging ein guter Einstieg. Hiroaki Tanaka hat es mit dieser Methode sogar geschafft, einen Marathon zu laufen. Das ist zwar nicht mein Ziel, aber sich an der frischen Luft zu bewegen und zwar so, dass nicht nach 20 Minuten die Luft raus ist, ist für mich auf jeden Fall ein Grund, das Slow Jogging ein wenig weiter zu verfolgen – auch wenn die anderen Menschen auf der Straße schon ein wenig verwundert gucken, wenn ich mit Mäuseschrittchen die Gehwege entlang „slow jogge“.

Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Chia, Goji, Moringa, Maca, Spirulina – wer sich gesund ernähren möchte, setzt heutzutage auf exotische Superfoods. Was vor ein paar Jahren als ein Trend begann, ist bei vielen längst fester Bestandteil der täglichen Ernährung. Doch es gibt einen Knackpunkt: Die Nachfrage nach den Samen, Früchten und Algen ist mittlerweile so hoch, dass immer mehr Plagiate und Fälschungen auf dem Markt auftauchen. Um dagegen vorzugehen, haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genetische Barcodes entwickelt, mit denen sich unkompliziert bereits bei der Einfuhr prüfen lässt, ob es sich um Originalware handelt.

Vielen, die sich gesund ernähren möchten, reichen Obst, Gemüse und Co. alleine nicht mehr aus. Erst exotische Superfoods bringen sie auf ein nächstes Level in Sachen „Healthy Lifestyle“. Darauf reagieren auch große Handelsketten. Längst sind die Früchte, Samen und Algen auch in gut sortierten Supermärkten zu finden. Das macht sich auch in den Umsatzzahlen bemerkbar: Sie stiegen zwischen 2014 und 2016 in Deutschland von 1,5 Millionen Euro (MAT KW49 2014) auf unglaubliche 42,6 Millionen Euro (MAT KW48 2016) an. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Kann überhaupt so viel Chia und Co. produziert werden, um den Superfood-Bedarf zu stillen?

 

Fälschungen. Ein Weg, um die hohe Nachfrage zu decken

Derzeit überprüft in Deutschland keine Behörde flächendeckend, ob in den Superfood-Verpackungen auch das drin ist, was draufsteht. Verantwortlich dafür ist bislang allein der Hersteller oder Händler.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach bestimmten Superfoods teilweise so groß ist, dass sie auf legalem Weg nicht zu decken ist. Laut Peter Nick vom Botanischen Institut des KIT habe das einen blühender Plagiate-Handel zu Folge. Das gelte insbesondere für sehr seltene Superfoods wie dem chinesischen Raupenpilz, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als kräftigend und aphrodisierend gilt. Davon werde laut des Experten jedes Jahr die achtfache Menge der tatsächlichen Ernte exportiert. Aber auch unter Chiasamen wurden bereits Fälschungen entdeckt. Dabei handelt es sich dann beispielsweise um Sesam.

 

Allergische Reaktionen möglich

Zu dem Ärgernis, viel Geld für eine Fälschung ausgegeben zu haben, kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: Wer nicht weiß, was er zu sich nimmt, kann auch nicht sicher sein, dass er nicht allergisch darauf reagiert. Solch allergische Reaktionen zeigen sich vor allen Dingen in Hautreizungen, aber auch Luftnot kann eine Folge sein. Diese kann unter Umständen sogar zur Lebensgefahr werden.

Doch auch wenn es sich um ein Original handelt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt einwandfrei und super gesund ist. Immer wieder tauchen Superfoods auf, die unter anderem mit Pestiziden, Schwermetallen (z.B. Arsen, Cadmium), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralöl belastet sind.

 

Genetischer Fingerabdruck deckt Plagiate auf

Aus diesem Grund hat das Forscherteam um Nick ein Verfahren entwickelt, mit dem sich ganz einfach prüfen lässt, ob es sich um Fälschungen handelt oder nicht. Dafür nutzen sie eine Genschere. Sie passt wie ein Schlüssel ins Schloss nur auf ganz bestimmte Muster von Genfragmente. Ist das der Fall, handelt es sich um ein Original. Wenn nicht, dann ist es eine Fälschung. Nick vergleicht das mit einem Barcode, der mit einem entsprechenden Scanner ausgelesen werden kann. 7.000 entsprechende Barcodes hat das Team bereits in einer Datenbank gesammelt. Die Vision der Wissenschaftler ist, dass Lebensmittelüberwachungsbehörden zukünftig auf vorgefertigte Tests zurückgreifen und direkt bei der Einfuhr testen können, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Bis es soweit ist, dauert es jedoch wohl noch einige Jahre.

Bisher wurden die Proben meist mikroskopisch untersucht. Diese Methode hat jedoch einen Haken: Bei Pulver, beispielsweise Matcha, liefert sie keine zuverlässigen Daten. Eine Alternative ist das Auslesen von Gensequenzen, wie bei einem Vaterschaftstest. Laut Nick ist diese Methode jedoch teuer und sehr zeitaufwendig.

 

Wie gesund ist Superfood wirklich?

Wer eine rechtlich bindende Definition von Superfood sucht, merkt schnell: Es gibt sie nicht. Schlaue Marketingköpfe haben sich den Begriff ausgedacht, um super gesunde Lebensmittel besser vermarkten zu können. Doch heißt bedeutet das auch, dass die Produkte vielleicht gar nicht so gesund sind, wie beworben? Pauschal verneinen kann man das nicht. Es stimmt, dass die meisten Samen und Früchte aus Südamerika und Südostasien sehr nährstoffreich sind.

 

Wenn Superfood, dann regional – oder zumindest bio

Doch das sind heimischen Varianten auch. Anstelle von Chiasamen können Sie getrost auf Leinsamen zurückgreifen. Sie enthalten ungefähr gleich viel Omega-3-Fettsäuren und sogar mehr Ballaststoffe. Als Alternative zur Vitamin-C-reichen Goji-Beere eignet sich super gut Sanddorn. Mit rund 450 Milligramm enthält er etwa neunmal mehr Vitamin C als die aus China stammenden Beeren.

 

FAZIT:

Die heimischen Superfood-Varianten sind nicht nur deutlich günstiger, sie haben auch eine bessere Ökobilanz, da sie nicht von weither angekarrt werden müssen. Wer dennoch nicht auf die Exoten verzichten möchte, sollte zumindest zu solchen greifen, die das zertifiziertes Biosiegel tragen. Sie müssen unter anderem ohne synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger erzeugt werden.