6 Tipps für gute Experten-Interviews

6 Tipps für gute Experten-Interviews

So gelingen Interviews mit Experten

 

Das Internet ist eine der wichtigsten Recherchequellen für Redakteure. Es liefert uns schier unendlich viele Informationen zu den verschiedensten Themen. Doch nicht alle Aufträge lassen sich mit reiner Recherche abdecken. Ist die Meinung von Experten gefragt, das Thema sehr aktuell oder komplex, hilft uns das Internet oft nur bedingt weiter. In solchen Fällen greifen wir gerne auf Interviews zurück. Die folgenden sechs Tipps helfen, gute Interviews zu führen.

 

Tipp 1: Recherchieren Sie Person und Thema

Ein Interview ersetzt nie komplett die eigene Recherche. Bevor Sie Kontakt zu einem Experten aufnehmen, verschaffen Sie sich selbst einen Überblick über das Thema, über das Sie mit dem Experten sprechen möchten. Gleiches gilt für Informationen zur Person. Mit wem habe ich es zu tun? Wie ist die Vita? Hat die Person bereits Interviews zu dem Thema gegeben? Das hilft dabei, sich die passenden Interviewfragen zu finden.

 

Tipp 2: Wohin soll die Reise gehen?

Überlegen Sie sich einen roten Faden, der sowohl Sie durch das Interview bringt als auch die Leser durch den fertigen Artikel. Was ist der Leitgedanke? Worauf zielen Sie mit dem Interview ab? Hilfreich dabei ist auch, sich zu überlegen, was der Gewinn für die Leser ist, wenn diese das Interview oder den Artikel mit Expertenzitaten lesen. Was möchten Sie vermitteln? Was sollen die Leser mitnehmen?

Je komplexer oder spezialisierter ein Thema, desto mehr Sinn macht es zudem, dem Experten vorab konkrete Fragen zukommen zu lassen, die Sie mit ihm durchgehen möchten. Das hat gleich mehrere Vorteile, unter anderem:

  • Ihr Interviewpartner kann abschätzen, welche Schwerpunkte Sie in dem Artikel setzen möchten.
  • Sie gelangen zielgerichtet an Informationen.
  • Der Experte kann sich auf das Interview vorbereiten. Das wiederum sorgt für ein flüssiges Gespräch und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Sie auf alle Fragen auch eine Antwort erhalten.

Tipp 3: Offene Fragen bevorzugen

Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu? – damit beginnen offenen Fragen. Sie helfen uns, unseren Interviewpartner zum Reden zu bringen. Denn anders als bei geschlossenen Fragen können wir darauf nicht nur mit Ja und Nein antworten. Bei offenen Fragen besteht jedoch immer auch die Gefahr, dass unser Gegenüber nicht richtig auf den Punkt kommt oder das Thema anders angeht, als wir es uns vorgestellt haben – die Fragen sind einfach zu banal. Um das zu vermeiden, ist gute Vorbereitung gefragt.

Wichtig: Geschlossene Fragen sind nicht per se schlecht. Wenn wir uns beispielsweise eine Aussage oder ein Statement bestätigen lassen möchten, sind geschlossene Fragen zielführender als offene. Schätzen Sie daher selbst ab, wann welche Art von Fragen sinnvoll ist.

 

Tipp 4: Starten Sie mit Smalltalk

Viele unterschätzen die Kraft von Smalltalk zu Beginn eines Interviews. Doch banale Themen wie das Wohlbefinden oder auch das Wetter sind ideale Eisbrecher. Sie helfen uns, uns aufeinander einzustellen, ein Gefühl für unseren Gesprächspartner zu bekommen und eine gewisse Vertrauensbasis zu schaffen.

Bedenken Sie zudem: Nicht immer haben wir es mit Menschen zu tun, die geübt darin sind, Interviews zu geben. Sie sind vielleicht sehr nervös und wissen selbst nicht so recht, wie sie sich verhalten sollen. Smalltalk eignet sich dann perfekt, um ihnen die Nervosität etwas zu nehmen und sie zum eigentlichen Gespräch hinzuführen.

 

Tipp 5: Nehmen Sie das Gespräch auf

Je länger das Interview dauert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir uns all das Gesagte merken und später wiedergeben können. Daher unser Tipp: Nehmen Sie das Gespräch auf. Das hat mehrere Vorteile, unter anderem:

  • Sie ersparen sich hastiges Mitschreiben während des Interviews und können sich ganz auf das Gespräch konzentrieren.
  • Das Risiko, wichtige Informationen zu vergessen, fällt durch die Aufnahme weg.
  • Sie haben den authentischen Wortlaut auf Band, was besonders für Wortlautinterviews und Zitate Gold wert ist.

Wichtig: Holen Sie sich beim Gesprächspartner immer die Erlaubnis für die Aufnahme ein. Idealweise lassen Sie sich das auch zu Beginn der Aufnahme noch einmal bestätigen.

 

Tipp 6: Lassen Sie die Texte freigeben

Wir lassen generell alle Interviews, die wir führen und verschriftlichen, von den Experten vor der Veröffentlichung freigegeben. Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, lohnt sich aber. Denn häufig ist es nötig, Antworten redaktionell anzupassen, etwa um längere Antworten zu kürzen. Auch passt das gesprochene Wort nicht immer als schriftliches Zitat. Manchmal möchten die Experten im Nachhinein auch selbst noch etwas geändert haben, weil sie beim Lesen merken, dass das, was sie gesagt haben, missverstanden werden könnte oder nicht ganz eindeutig formuliert ist.

Verschiedene Wege führen zum Beruf des Journalisten

Verschiedene Wege führen zum Beruf des Journalisten

 

„Ich möchte Journalist werden!“ Wer die Frage nach seinem Berufswunsch schon so deutlich ausdrücken kann, ist klar im Vorteil. Aber wie wird man überhaupt Journalist? So viel vorab: Es gibt nicht DEN einen Weg, sondern viele verschiedene.

Was auf jeden Fall hilfreich ist, ist die Lust aufs Schreiben. Wer dann schon bei der Schülerzeitung oder bei Ferienjobs bei der lokalen Tageszeitung erste Erfahrungen sammeln konnte, hat gute Karten, die Karriere voranzutreiben. Aber es geht natürlich ebenso ohne. Auch Kurzentschlossene haben noch die Chance, den Traum vom Redakteur zu verwirklichen.

Abschluss: Abitur, Fachhochschule, Uni?

Ja, wer eine ordentliche Portion Talent mitbringt, kann mit Sicherheit auch ohne Schulabschluss ein namhafter Journalist werden. Das gilt aber sicherlich für die wenigsten unter uns. Die meisten Arbeitgeber verlangen mindestens Abitur, eher einen Fachhochschul- oder Uni-Abschluss. Studiengänge, die zum Ziel führen, gibt es viele. Wir vom Medienteam Medizin haben auch alle nicht klassisch Journalismus studiert oder „irgendwas mit Medien“ studiert, sondern einen fachbezogenen Studiengang gewählt, wie Wirtschaft, Politik, Anglistik, Geschichte und Ökotrophologie. Wichtiger als die Fachrichtung ist für viele potenzielle Arbeitgeber ist jedoch die praktische Erfahrung, die ihr während des Studiums sammelt. Also: Nutzt die Semesterferien, um bei Tageszeitungen, Fachmagazinen oder Publikumszeitschriften live mitzuerleben, was der Alltag eines Redakteurs mit sich bringt. Oft bieten Redaktionen Studenten, die sich gut schlagen, nach einem Praktikum auch eine Freie Mitarbeit an. Das bedeutet, dass ihr einzelne Aufträge, also Artikel, übernehmen könnt und dafür im Gegenzug honoriert werdet. Ein perfekter Nebenjob.

Ein Sack voller Erfahrungen

Wer dann am Ende des Studiums einen Abschluss, einige Praktika und vielleicht sogar schon erste Erfahrungen als Freier Mitarbeiter in der Tasche hat, hat eine gute Grundlage geschaffen. Nun führt der Weg in die Redaktionen meist über ein Volontariat. Das ist quasi eine zweijährige Ausbildung, vergleichbar mit einem Trainee. Das Volontariat absolviert ihr direkt an einer Journalistenschule oder direkt in den Redaktionen – je nach Arbeitgeber.

Achtung: Ja, als Volontäre müsst ihr noch einiges lernen und euch in alle neuen Aufgaben einfuchsen. Ihr seid aber auch schnell vollwertige Arbeitskräfte und solltet entsprechend bezahlt werden. Daher lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Einige Agenturen bieten ihren Volontären ein monatliches Bruttogehalt von 750 Euro – für einen Zeitraum von zwei Jahren. Das reicht in Städten wie Hamburg, München, Berlin und Co. definitiv nicht zum Leben. Üblich sind hingegen Gehälter zwischen 1.200 und 1.800 Euro, die im zweiten Jahr ein wenig steigen sollten.

Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben

 

Der Inhalt in das Herzstück eines jeden Textes. Gut recherchiert, liefert er einwandfreie Informationen zu einem bestimmten Thema. Das allein macht einen Beitrag oder Artikel jedoch noch lange nicht zu einem guten Text. Die magischen zwei Worte heißen: zielgruppengerechtes Schreiben.

Wenn wir einen Artikel lesen, möchten wir uns verstanden fühlen. Nur so schafft es ein Text, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Neben der fachlichen Recherche fragen wir uns als Redakteure daher vor dem Schreiben immer auch: Welche Zielgruppe sprechen wir an? Und welche Ansprache müssen wir wählen, damit das Geschriebene die Leser überzeugt? Texte, die uns beim Lesen in den Bann ziehen, hinterlassen einen positiv bleibenden Eindruck. Das ist besonders dann der Fall, wenn er an unseren Sprachstil und unsere Interessen angepasst ist. Liefert er uns dann noch einen echten Mehrwert, sind wir vollends zufrieden.

Die Zielgruppe kennenlernen

Für uns gehört zielgruppengerechtes Schreiben zum Tagesgeschäft. Denn unsere Kunden sind sehr vielfältig. Genauso unterschiedlich sind auch die Leser, die wir in unseren Texten ansprechen. Ob Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte, Ärzte oder Bürger wie du und ich – wir alle möchten Texte lesen, die an unsere Bedürfnisse angepasst sind. Bevor es an das Schreiben geht, versuchen wir uns vom Medienteam Medizin daher immer in die potenziellen Leser hineinzuversetzen. Was bewegt die Personen, die hinter einer Zielgruppe stecken? Was ist für sie thematisch besonders spannend? Und welchen Mehrwert möchten wir den Lesern mit unseren Texten schaffen? Wenn wir für eine bestimmte Berufsgruppe schreiben, schauen wir immer auch, welchen fachlichen Hintergrund sie mitbringt. Manchmal hilft beim zielgruppengerechten Schreiben auch ein Blick hinter die Kulissen. Etwa wie ein typischer Alltag eines Gesundheitsberufs aussieht. Die Informationen können wir dann wiederum beispielsweise für einen szenischen Einstieg oder passende Beispiele nutzen.

Erst wenn wir unsere Zielgruppe ganz genau kennen, beginnen wir mit dem Texten. Ein wichtiger Schritt ist, unsere Aufträge der Kunden danach einzuteilen, ob es sich um einen Fachtext oder um einen Beitrag für die Publikumspresse handelt.

 

Fachmedium:

Typische Zielgruppen von Fachtexten sind etwa Ärzte oder Angehörige von Heilmittelberufen wie Physiotherapeuten. Viele Artikel sind auf ein spezifisches Thema konzentriert, etwa Behandlungsmöglichkeiten für eine bestimmte Krankheit. Die Zielgruppe verfügt bereits über ein gutes medizinischen und gesundheitliches Hintergrundwissen. Zudem gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die Angehörige von Gesundheitsberufen in ihrer täglichen Kommunikation anwenden. Es gilt für uns herauszufinden, um welche es sich dabei konkret handelt und die Wortwahl dementsprechend an das Grundwissen anzupassen. Ganz ohne Erklärungen von Begriffen kommt meist aber auch ein Fachartikel nicht aus – wir setzen sie nur eben sparsamer ein, als bei Artikeln für Publikumsmedien. Der Sprachstil ist meist sachlich gehalten, das Vermitteln von Informationen steht bei Fachtexten im Fokus.

 

Publikumsmedium:

Anders sieht es aus, wenn wir einen Text für ein Publikumsmedium wie etwa einem Apothekenmagazin schreiben. Bei dieser Zielgruppe können wir nicht voraussetzen, dass Fachbegriffe zu beispielsweise Krankheiten bekannt sind. Dementsprechend passen wir den Schreibstil an: Wir erklären medizinische Begriffe und zeigen, wann immer es angebracht ist, praktische Beispiele auf. Auch Vergleiche können helfen, etwa um Wirkmechanismen von Medikamenten besser zu verstehen. Leser von Publikumsmedien möchten einen Mehrwert erfahren – und das auf eine unterhaltsame Art und Weise. Das können wir beispielsweise dadurch erreichen, indem wir den Lesern praktische Tipps an die Hand geben, wie sich bestimmte Therapien einfach in den Alltag integrieren lassen. Wichtig ist auch, dass die Texte leicht zu lesen sind, gleichzeitig aber nicht banal klingen. Über eine lebendige Ansprache wecken wir Emotionen, wodurch die Lust am Lesen gesteigert wird.