Auszeiten nehmen in den eigenen vier Wänden? 5 Tipps, wie das gelingt

Auszeiten nehmen in den eigenen vier Wänden? 5 Tipps, wie das gelingt

Zuhause alleine seinQuelle: Andrea Piacquadio von Pexels
Jeder Mensch braucht Momente, in denen er sich eine Auszeit vom Alltag nehmen muss.

#Wirbleibenzuhause ist seit der Coronakrise ein Motto, das viele von uns berücksichtigen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Neben der Coronakrise gibt es aber noch viele andere Gründe, warum Menschen viel Zeit zu Hause verbringen. Homeoffice, Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, eine Teilzeittätigkeit oder auch die Rentenzeit zählen dazu. Die Herausforderung für Paare und Familien ist dabei, dass jedes Mitglied des Haushalts sich hier und da Auszeiten nehmen kann. Wir zeigen Ihnen, wie das gelingt.

„Ich werde hier noch wahnsinnig“, berichtet mir eine Freundin bei unserem wöchentlichen Videowein via FaceTime. „Ich bin hier nie alleine, ständig will jemand etwas von mir. Ich fühle mich, wie die Entenmama, der alle hinterherrennen – auch mein Mann!“ Sie ist verheiratet, eigentlich sehr glücklich, und hat zwei Kinder im Schul- und Kindergartenalter. Wir unterhalten uns über Beziehungen im Lockdown und was uns am meisten zu schaffen macht. Wir kommen zu dem Schluss: Wir sind nie allein und vermissen das so sehr, dass wir manchmal einfach so ins Bad gehen und uns auf den Wannenrand setzen, nur um uns mal fünf Minuten eine Auszeit zu nehmen.

Menschen brauchen Auszeiten

Dabei seien es gar nicht nur die Kinder, die nun aufgrund von geschlossenen Schulen und Kitas ständig in ihrer Nähe seien. Auch ihr Partner war seit Monaten nicht im Büro und sitzt Tag ein Tag aus neben ihr. Abends, wenn die Kinder dann im Bett sind, essen sie gemeinsam und schauen die 1.435ste Folge bei Netflix. „So muss es unseren Müttern gegangen sein, als unsere Väter plötzlich Rentner waren“, sagt sie und erinnert sich an die bekannte Szene aus dem Loriot-Film Pappa ante Portas: Heinrich geht unerwartet in Rente und steht plötzlich im Wohnzimmer hinter seiner Frau. Diese erschrickt und fragt, was Heinrich denn hier wolle. Er antwortet: „Ich wohne hier.“ Sie entgegnet: „Aber doch nicht jetzt, um diese Zeit.“ Wir lachen. Genauso ist es. Aber wie können wir das ändern? Wie können wir mehr Zeit für uns gewinnen – trotz Homeschooling, Homeoffice und Lockdown?

1. Bewusste Auszeiten nehmen

Das Schulkind muss Matheaufgaben erledigen, dem Kitakind ist langweilig und der Mann hängt seit Stunden in Videokonferenzen. Das klingt nicht gerade nach einem entspannten Alltag. Verabreden Sie innerhalb der Familie, wann Ihre Auszeiten stattfinden. Gönnen Sie sich beispielsweise eine Stunde am Tag zu einer festen Zeit, in der Sie keiner stören darf. Legen Sie sich in die Badewanne, gehen Sie spazieren, machen Sie Yoga oder liegen Sie einfach nur mal im Bett. Egal, was Sie machen, diese Stunde gehört nur Ihnen. Der Vorteil: Oft reichen kurze Auszeiten, um wieder genügend Energie für den restlichen Tag zu gewinnen.

2. Alleine an der frischen Luft bewegen

Auch wenn es draußen schmuddelig ist: Es gibt kaum etwas, was unserer Seele mehr Energie zurückgibt, als Bewegung an der frischen Luft. Der Sauerstoff gelangt direkt in unser Gehirn, die Aktivität kurbelt den Kreislauf an – beides sorgt dafür, dass wir uns sofort besser fühlen. Was Sie genau draußen machen, ist dabei gar nicht so wichtig. Ein Spaziergang durch die Nachbarschaft, eine kleine Radtour oder eine Joggingrunde sind eine gute Möglichkeit, einfach einmal rauszukommen.

3. Wellness zu Hause

Saunen, Kosmetikstudios und Co. sind geschlossen, aber Sie sehnen sich danach, sich mal wieder so richtig zu entspannen? Machen Sie den Abend zu Ihrem persönlichen Beautyerlebnis. Dann sind die Kinder im Bett und Ihr Partner kann die Zeit ebenfalls mal ganz für sich nutzen. Ein entspannendes Bad mit Lavendel, eine erfrischende Geschichtsmaske, eine reparierende Haarkur und dazu einfach einmal Digital Detox (also kein Handy, Laptop oder sonstige Geräte). Danach schlüpfen Sie in einen kuscheligen Schlafanzug und ziehen warme Socken an – Sie werden nach dieser Auszeit schlafen wie ein Baby.

4. Freie Zeit nutzen

Der Partner möchte eine große Runde joggen gehen? Klar, in der Zeit können Sie endlich mal wieder mit Ihrer besten Freundin per Videocall plaudern. Sie haben das Bedürfnis, abends Ihre Lieblingsserie zu schauen? Setzen Sie sich dafür ins Schlafzimmer und lassen Sie Ihren Partner im Wohnzimmer alleine. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich auch einmal in den eigenen vier Wänden zurückziehen. Denken Sie daran, wie oft Sie sonst mit Freundinnen ins Kino oder mal zum Sport gegangen wären.

 5. Kinderbetreuung aufteilen

Wer Kinder hat, ist so gut wie nie alleine. Gemeinsam können Sie aber dafür sorgen, dass jeder von Ihnen auch einmal kinderfrei und somit eine Auszeit vom Alltag hat. Gerade am Wochenende ist das oft kein Problem. Schauen Sie, dass Sie einen gesunden Mix aus Allein- und Familienzeit planen. Am Samstagvormittag gehen Sie mit den Kleinen eine Runde auf den Spielplatz und Enten füttern. Dafür übernimmt Ihr Partner am Sonntagnachmittag die Kinder und fährt in den Park.

Bei Auszeiten Verständnis füreinander zeigen


Ungewohnte Situationen wie der Lockdown, aber auch eine Veränderung des gewohnten Alltags – zum Beispiel der Renteneintritt – können dazu führen, dass Paare gemeinsam mehr Zeit als gewohnt miteinander verbringen und dann in Streit geraten. Um dies zu verhindern, ist eine gute Kommunikation das A und O. Teilen Sie sich gegenseitig Ihre Bedürfnisse mit und werten Sie den Wunsch des Partners nach Alleinzeit nicht als persönlichen Angriff. Jeder Mensch benötigt Zeit für sich, um danach die gemeinsamen Momente auch wieder genießen zu können.

Achtung: Es gibt Menschen, die verlernt haben, Dinge nur für sich zu tun. Daher ist es wichtig, mit dem Partner zu reden und ihm zu verdeutlichen, dass es nicht an ihm liegt, sondern Sie jetzt einfach Zeit für sich benötigen. Motivieren Sie ihn, in den freien Momenten selbst aktiv zu werden.

Wie Sie Ihre Freizeit auch in Corona gut nutzen können und gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit tun, dazu geben wir Ihnen hier einige Tipps:

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Verschiedene Wege führen zum Beruf des Journalisten

Verschiedene Wege führen zum Beruf des Journalisten

Quelle: mentatdgt

 

„Ich möchte Journalist werden!“ Wer die Frage nach seinem Berufswunsch schon so deutlich ausdrücken kann, ist klar im Vorteil. Aber wie wird man überhaupt Journalist? So viel vorab: Es gibt nicht DEN einen Weg, sondern viele verschiedene.

Was auf jeden Fall hilfreich ist, ist die Lust aufs Schreiben. Wer dann schon bei der Schülerzeitung oder bei Ferienjobs bei der lokalen Tageszeitung erste Erfahrungen sammeln konnte, hat gute Karten, die Karriere voranzutreiben. Aber es geht natürlich ebenso ohne. Auch Kurzentschlossene haben noch die Chance, den Traum vom Redakteur zu verwirklichen.

Abschluss: Abitur, Fachhochschule, Uni?

Ja, wer eine ordentliche Portion Talent mitbringt, kann mit Sicherheit auch ohne Schulabschluss ein namhafter Journalist werden. Das gilt aber sicherlich für die wenigsten unter uns. Die meisten Arbeitgeber verlangen mindestens Abitur, eher einen Fachhochschul- oder Uni-Abschluss. Studiengänge, die zum Ziel führen, gibt es viele. Wir vom Medienteam Medizin haben auch alle nicht klassisch Journalismus studiert oder „irgendwas mit Medien“ studiert, sondern einen fachbezogenen Studiengang gewählt, wie Wirtschaft, Politik, Anglistik, Geschichte und Ökotrophologie. Wichtiger als die Fachrichtung ist für viele potenzielle Arbeitgeber ist jedoch die praktische Erfahrung, die ihr während des Studiums sammelt. Also: Nutzt die Semesterferien, um bei Tageszeitungen, Fachmagazinen oder Publikumszeitschriften live mitzuerleben, was der Alltag eines Redakteurs mit sich bringt. Oft bieten Redaktionen Studenten, die sich gut schlagen, nach einem Praktikum auch eine Freie Mitarbeit an. Das bedeutet, dass ihr einzelne Aufträge, also Artikel, übernehmen könnt und dafür im Gegenzug honoriert werdet. Ein perfekter Nebenjob.

Ein Sack voller Erfahrungen

Wer dann am Ende des Studiums einen Abschluss, einige Praktika und vielleicht sogar schon erste Erfahrungen als Freier Mitarbeiter in der Tasche hat, hat eine gute Grundlage geschaffen. Nun führt der Weg in die Redaktionen meist über ein Volontariat. Das ist quasi eine zweijährige Ausbildung, vergleichbar mit einem Trainee. Das Volontariat absolviert ihr direkt an einer Journalistenschule oder direkt in den Redaktionen – je nach Arbeitgeber.

Achtung: Ja, als Volontäre müsst ihr noch einiges lernen und euch in alle neuen Aufgaben einfuchsen. Ihr seid aber auch schnell vollwertige Arbeitskräfte und solltet entsprechend bezahlt werden. Daher lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Einige Agenturen bieten ihren Volontären ein monatliches Bruttogehalt von 750 Euro – für einen Zeitraum von zwei Jahren. Das reicht in Städten wie Hamburg, München, Berlin und Co. definitiv nicht zum Leben. Üblich sind hingegen Gehälter zwischen 1.200 und 1.800 Euro, die im zweiten Jahr ein wenig steigen sollten.

Gastbeitrag: Marathon laufen – die Frage nach dem „Warum“

Gastbeitrag: Marathon laufen – die Frage nach dem „Warum“

Ich, Christian, 38 Jahre, bin Marathon gelaufen. Schon wieder. Zum dritten Mal. Häufig werde ich nach dem „Warum“ gefragt. Dies ist der Versuch einer Antwort. Doch wer jetzt auf die perfekten Tipps und Ratschläge hofft, wie die Bestzeit erreicht werden kann, ist hier falsch. Die gibt es in meinen Augen nicht. Meine Eindrücke und Erfahrungen teile ich aber gerne. Los geht’s:

  1. Quelle: SnapwireDie Fitness: Regelmäßig Sport zu treiben ist für mich wichtig. Dadurch fühle ich mich wohl und es ist ein guter Ausgleich zum Alltag. Beim Laufen kann ich ebenso völlig abschalten als auch konzentriert über Dinge nachdenken. Das gilt ganz unabhängig vom Wettkampf.
  2. Das Erlebnis: Die Atmosphäre und das Jubeln der Zuschauer pushen einen so sehr, dass man über seine Grenzen hinauswächst. Ich habe vor meinem ersten Marathon immer etwas verächtlich über die Sportler gelacht, die das gesagt haben. Dann kam meine Staffel-Marathon-Teilnahme 2013 beim Hanse-Marathon in Hamburg. Da standen bei schönstem Wetter zehntausende Zuschauer in Partystimmung an der Strecke und haben alle Läufer angefeuert. Das war Begeisterung pur und hat mich enorm gepusht. Auch die Aufregung davor ist besonders. Wenn die blauen Striche die Laufstrecke in der Stadt markieren und die Schilder in den Straßen hängen, stellt sich bei mir eine besondere Vorfreude ein.
  3. Die Herausforderung: Nach dem Motto „Termine machen fleißig“, ist das Anmelden für einen Lauf die beste Motivation. Denn dann tue ich auch etwas dafür. Jeder Läufer kann für sich wahrscheinlich eine Strecke beschreiben, die er als ein großes Ziel ausweist. Für mich war es der Marathon. Dieses Ziel im Blick zu haben und über einige Wochen zu verfolgen, ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht.

Trainingsplan: Individuell statt abkupfern

Der Weg zu einem erfolgreichen Marathon führt meiner Erfahrung nach über ein bewusstes Training und eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Drumherum. Was richtig und effektiv ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Ob es in Büchern steht, in Vereinen vorgelebt oder von Personal Coaches gepredigt wird: Es sind sicher viele gute Anhaltspunkte dabei und vieles lohnt sich auszuprobieren. Doch nicht alles wird erfolgreich sein. Auch ich habe diese Erfahrungen gemacht. Ich habe zwei Trainingspläne ausprobiert – beide waren nicht für mich gemacht, wie sich später herausgestellt hat. Was mich dennoch angespornt hat, sie zu verfolgen, war, dass mein Kumpel mit diesem Plan seinen letzten Marathon schneller als geplant gelaufen ist. Dass wir über sehr unterschiedliche (körperliche) Voraussetzung verfügen, habe ich dabei vernachlässigt. Das Ergebnis: Bei zwei Marathondurchläufen konnte ich nicht durchlaufen, sondern musste zwischenzeitlich stehen bleiben, weil es einfach nicht mehr weiterging. Für mich hat sich nach den Erfahrungen herausgestellt, dass ein Trainingsplan nicht mehr als eine gute Orientierung ist.

Meine Praxiserfahrungen: Trainingsplan, Ernährung und Co.

Trainingsplan: Nach dem Reinfall mit den Trainingsplänen habe ich angefangen, selbst herauszufinden, was gut für mich ist – und was nicht. So habe ich für mich beispielsweise erkannt, dass ich lange Läufe lieber auf den Samstag lege und den Sonntag zum Regenerieren nutze. Ansonsten kann der Montag zu einem sehr zähen Unterfangen werden. Auch ein vielseitiges Training hat sich für mich als sinnvoll herausgestellt. Meine Erfahrung: Es gab bisher kein Jahr, in dem das Training gleich war oder zu gleichen Ergebnissen geführt hat. Was bei mir nie fehlen darf ist Intervalltraining. Ja, es nervt, macht aber – wirklich! – schneller.

Ernährung: Auch das Thema Ernährung ist – wenngleich nicht mein Lieblingsthema – interessant. Ich bin kein Asket und hätte keinen Spaß am Sport, wenn damit einherginge, dass ich auf ein Bier, ein Schnitzel oder ein Stück Kuchen verzichten sollte. Vielmehr treibe ich Sport, damit ich mir öfter auch etwas gönnen kann. Während des Marathons lohnt es sich dann aber doch, auf das zu achten, was man zu sich nimmt. Es gibt viele Gels und Riegel, die einem unterwegs schnelle Energie liefern sollen. Doch nicht jedes Produkt verträgt jeder gleich gut. Hier hilft nur: Während des Trainings ausprobieren, was einem wirklich hilft.

Zum Punkt Trinken habe ich meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Viele sagen, was auch medizinisch sicherlich richtig ist, dass man auch vor dem Lauf ausreichend trinken soll. Das funktioniert bei mir einfach nicht. Wenn ich mich an die gängigen Ratschläge halte, könnte ich problemlos eine Karte erstellen, wo in der Stadt die saubersten Dixi-Klos stehen. Wenn ich hingegen einfach auf das Durstgefühl höre, funktioniert das hervorragend.

Regeneration: Wer seinen Körper knechtet, der muss ihn auch dafür belohnen. Frei nach dem Motto „Lasst es euch gut gehen!“ darf man sich auch mal eine Massage beim Physiotherapeuten gönnen. Ein Saunagang mit anschließender Eistonne kostet sicherlich etwas Überwindung, man spürt aber förmlich, wie der Körper danach arbeitet.

Ausrüstung: Geht man in ein Lauf-Fachgeschäft, warten dort unzählige Ausführungen an multifunktionaler Kleidung wie Schuhe, Hosen, Jacken, Mützen und Socken. Da ist die Verlockung groß, zuzuschlagen. Sicher gilt – wie so oft: Wer billig kauft, kauft zweimal. Aber Fakt ist auch, dass man die Leistung letztlich selbst erbringt. In erster Linie benötigt man Klamotten, die gut passen und bequem sind. Das reicht meiner Auffassung nach für den ersten Marathon gut aus – und auch einige Zeit darüber hinaus.

Mein Fazit

Es lohnt sich, rund um das Thema Marathon schon ein gewisser Nerd zu sein. Sachen auszuprobieren, verschiedene Trainingseinheiten zu testen, um zu merken, was einem gut tut und dann den gewünschten Erfolg einzufahren – das kann schon zeitintensiv sein. Doch es lohnt sich meiner Meinung nach. Doch erst einmal bin ich mit dem Thema Marathon durch. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich doch wieder anmelde…

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Freunde, Partner und Kollegen, sofern sie selbst keine Läufer sind, danken es einem übrigens, wenn man auch noch über andere Themen schnacken kann als Marathon – sofern es nicht das Wetter ist. Das ist in der Vorbereitung übrigens keine Ausrede. Gelaufen wird immer. Wenn man erst einmal nass ist, ist es gleich gar nicht mehr so schlimm.

Geschrieben von: Christian aus Hamburg, 38 Jahre

Wandern ist des Hipsters Lust

Wandern ist des Hipsters Lust

Warum plötzlich jeder Urlaub in der Natur machen möchten

 

„Ich mache einen Wanderurlaub!“ Diese Worte hörten wir früher wohl eher aus den Mündern unserer Großeltern und runzelten dabei die Stirn. Ich hatte zumindest lange Zeit beim Thema Wandern beige Einheitskleidung, klobige Schuhe mit Wollsocken und die pure Spießigkeit vor Augen. Und heute? Reihe ich mich ein und gehe wie viele meiner Freunde… Ja, wandern.

Quelle: Medienteam Medizin

Sao Lorenco. Wandern auf Madeira

Das Einzige, das ich jahrelang mit Wandern am Hut hatte, war der Wandertag in der Schule. Ich bin am Meer aufgewachsen, also ging es meist an den Strand. Auch meine Urlaube verbrachte ich am liebsten im warmen Süden – schließlich bekommt man als Norddeutscher sonst nicht genug Sonnenlicht ab. So ging es für mich in der Kindheit häufig nach Dänemark, Spanien, später auch nach Griechenland und Brasilien. Die Berge interessierten mich nicht. Bis ich mit Anfang 30 das Skifahren für mich entdeckte, im Lift saß und ein Schild erblickte, auf dem stand: „Ahorn, der Genießerberg, auch im Sommer ein Highlight!“ Das war der Beginn einer neuen Leidenschaft.

 

Wandern ist zum Trend geworden

Aber nicht nur ich erwärme mich für Wanderungen durch die Natur. Laut des Deutschen Wanderverbands gehen etwa 50 Millionen Menschen in Deutschland wandern (Stand 2016). Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre, kann ich das nur bestätigen. Ob kleine Tagesausflüge in die Fischbeker Heide in Hamburg oder richtige Wandertouren durch die Alpen: Meine Freunde sind ebenfalls auf den Geschmack gekommen – so wie unzählige Hipster und Influencer, die sich in den sozialen Medien in Wanderkleidung in Szene setzen. Wenn man bei Instagram #wandern eingibt, erhält man über 1,5 Millionen Treffer, für den englischen Begriff #hiking sogar 35 Millionen (Stand: 10. Juli 2018), #wandernmithund nahezu 20.000 und #wandernmitkindern fast 8.000.

 

Aber warum finden wir es plötzlich so schön, durch die Natur zu streifen, statt im Hotel am Pool zu liegen?

  1. Die Natur gilt als Stresskiller. Statt sich mit anderen um die beste Liege am Pool und die letzten Nudeln am Buffet zu streiten, sehnen wir uns nach Ruhe – das gilt besonders für Menschen, die in Großstädten leben. Sich bewegen, an der frischen Luft die Landschaft zu genießen und sich am Ende der Wanderung mit einem deftigen Essen zu belohnen, das entspannt und lädt unseren Akku wieder auf.
  2. Wir wollen raus aus der Stadt. Ja, die Großstadt hat einiges zu bieten, aber die vielen Menschen, der ständige Verkehr, der Lärm und die schmutzige Luft können auch manchmal ganz schön nerven. Viele sehnen sich dann nach Ruhe und Natur.
  3. Morgens um 10 Uhr an den Strand, sonnen, schwimmen, sonnen, schwimmen. So sah in jüngeren Jahren für viele von uns der Urlaubsalltag aus. Ich höre heute von vielen: „Das kann ich nicht mehr, so lange liegen, ich muss mich im Urlaub mal mehr bewegen.“ So geht es mir auch. Ich möchte etwas erleben. In meinem Job sitze ich den ganzen Tag am Schreibtisch. In meinem Urlaub brauche ich ein bisschen Action. Wandern ist eine tolle Mischung. Wer sich verausgaben möchte, wählt die schwarzen (schweren) Routen, wer es gemütlich mag, die blauen (einfachen) und für wen ein bisschen Anstrengung kein Problem hat, begibt sich auf die roten (mitteleschweren) Wege.
  4. Wandern ist gesund: Studien, wie eine der Universität Halle-Wittenberge, belegen die positiven Eigenschaften des Wanderns auf unsere Gesundheit. Wer nicht gerade alpine Bergtouren bestreitet, sondern moderat wandert, treibt mit einer Herzfrequenz Sport, die die Ausdauer verbessert und die Fettverbrennung anregt. Unebene Wege trainieren die gesamte Muskulatur des Körpers und verbessern das Gleichgewicht. Sind auf den Routen immer mal wieder Anstiege, ist dies ein perfektes Intervalltraining und die Natur versorgt unsere Lungen zusätzlich mit sauberer Luft.
  5. Einfach mal etwas Anderes machen. Die Strände Europas habe ich fast alle bereist. Ich brauche einfach mal Abwechslung. Also habe ich damit begonnen, im Hamburger Umland „Probewanderungen“ zu machen – und hatte erstaunlich viel Spaß dabei, sodass wir uns im letzten Urlaub tatsächlich, zusammen mit den erfahrenen Wandersleuten, auf den Weg über Stock und Stein machten.

 

Nicht bei der Ausstattung sparen

Wer jetzt denkt, dass auch ich in Einheitsbeige durch die Gegend stapfe, irrt. Ja, ich habe mir Wanderstiefel gekauft – solche, die auch schön die Knöchel stützen. Diese sind jedoch farbig und somit gar nicht langweilig. Dafür aber unheimlich bequem und wirklich nützlich. Ansonsten reicht – meiner Meinung nach – normale Sportkleidung. Wer in die Berge fährt, sollte allerdings überlegen, sich eine praktische Zip-Multifunktionshose zu kaufen. Diese kann nämlich je nach Wetterlage schnell von einer langen in eine kurze Hose umgewandelt werden. Auch Fleece- oder Softshelljacken können an kühleren Tagen oder bei plötzlichen Wetterumschwüngen eine große Hilfe sein.

 

Darf es etwas mehr als eine Wanderung sein?

Ihr möchtet das Abenteuer Wandern ausprobieren, traut euch aber nicht so recht oder wollt statt eines Tagesausflugs längere Strecken mit Übernachtungen hinter euch bringen? Dann holt euch Inspirationen. In dem Buch Mikroabenteuer von Christo Foerster gibt es Tipp für Outdoor-Aktivitäten vor der Haustür.

 

Tipp: Apps – per GPS die schönsten Ecken entdecken

„Wo soll ich denn bei mir um die Ecke wandern gehen?“ Das fragen sich wahrscheinlich viele, die nicht gerade in den Alpen, im Harz oder im Elbsandsteingebirge wohnen. Es gibt verschiedene Apps, die tolle Routen in jeder Umgebung vorschlagen – mit Längen- und Zeitangeben und Hinweisen auf die Schwierigkeit.

Ich gehe immer mit „Komoot“ wandern. Die wichtigsten Funktionen dieser App sind kostenlos und sie funktioniert auch im Ausland. Du kannst Wanderungen zwischen 30 Minuten und acht Stunden Länge auswählen, zwischen einfach, mittelschwer und schwer. Auf einer Karte kannst du dann während der Tour verfolgen, wo du dich gerade befindest – auch ohne Internetverbindung. Die App kann zudem Routen planen, wenn du gerne von A nach B wandern möchtest.

Weitere Apps:

MapOut (5,49 Euro im AppStore): In dieser App kannst du dir deine Routen in der 3D-Karte selbst einzeichnen. Sie funktioniert auch offline und hebt Sehenswürdigkeiten hervor.

Bergfex Touren & GPS Tracking (iOS und Android, kostenlos): Hier kannst du zwischen verschiedenen Sportarten wählen und erhältst dann passende Tourenvorschläge – in der PRO-Version auch mit Offline-Karten.

Probiert einfach mal aus, welche App euch zusagt und gebt uns gerne ein Feedback!

Slow Jogging – locker trabend die Gesundheit fördern?

Slow Jogging – locker trabend die Gesundheit fördern?

Wenn ich joggen gehe, dann gerne, wenn es regnet und dämmert. Das mache ich nicht, weil ich es dann so gemütlich finde. Vielmehr sind bei einem solchen Wetter kaum andere Menschen auf der Straße und ich kann ungestört durch die Gegend schleichen. Ja, joggen ist gut für das Herz-Kreislaufsystem und hält fit. Aber ehrlich gesagt: Ich bin nach 20 Minuten dermaßen aus der Puste, dass ich von dem gesundheitsfördernden Effekt wahrscheinlich gar nichts zu spüren bekomme.

 

Kleine Schritte, große Wirkung Quelle: Tirachard Kumtanom

Aber nun wurde auf der FIBO der neue Trend „Slow Jogging“ vorgestellt – und ich direkt hellhörig. Denn bei dieser Sportart geht es darum, sehr langsam durch die Gegend zu laufen, also immer im aeroben Bereich. Das bedeutet, dass die Läufer nur so schnell joggen, dass der Körper genug Sauerstoff aufnehmen kann, um die Muskeln zu versorgen. Es gilt quasi: Je langsamer, desto besser. Mindestens 180 Schritte pro Minute sollte der Jogger dabei machen. Das lässt sich ganz einfach mithilfe von Lauf-Apps, eines Fitnessarmbands oder eines Schrittzählers messen – bedarf aber ein wenig Übung.

 

Spezielle Lauftechnik üben

Ein weiterer Unterschied zum normalen, langsamen Joggen ist, dass die Läufer nicht mit der Ferse zuerst den Boden berühren und abrollen, sondern mit dem Mittelfuß. Das soll die Knie und die Wirbelsäule schonen, trainiert im Gegenzug aber die Waden- und Oberschenkelmuskulatur. Die Bewegungen sind anfangs sehr ungewohnt, daher raten Experten, langsam mit dem Training zu beginnen. Sprich: Eine Minute joggen, 30 Sekunden gehen – immer im Wechsel. Ziel sei es, am Ende eine Stunde am Stück zu schaffen. Eine Video-Anleitung vom Experten gibt es hier.

 

Immer schön lächeln

Der Erfinder dieses Trends, der japanische Professor Hiroaki Tanaka, sagt in dem Video auch, dass jeder automatisch fitter und schneller wird, wenn er regelmäßig Slow Jogging betreibt. Wichtig sei, so häufig wie möglich zu laufen – auch gerne mehrmals am Tag. Denn der Sport soll einen nicht verausgaben. Wichtig ist, dass wir uns dabei entspannt unterhalten, und wie Tanaka sagt, lächeln können.

Wer Slow Jogging längerfristig betreiben möchte, braucht zudem passende Schuhe. Klassische Laufschuhe eigenen sich nicht, da meist die Sohle an der Ferse aufgrund der starken Dämpfung zu dick ist. Besser sind Schuhe, die eine dünne, gleichmäßige Sohle haben. Und dann kann es schon losgehen.

 

Und wie ist es in der Praxis?

Ich habe es getan. Zugegeben, ich laufe weiterhin am liebsten im Regen bei Dämmerung, aber nach einer halben Stunde Slow Jogging fühlte ich mich echt gut. Ich habe Sport getrieben, ohne völlig aus der Puste zu sein, ich hatte keine Rückenschmerzen und merkte am nächsten Tag trotzdem den ein oder anderen scheinbar sehr untrainierten Muskel.

 

Auswirkungen von Slow Jogging auf die Gesundheit

Slow Jogging ist Thema vieler wissenschaftlicher Arbeiten und soll eine Sportart sein, mit der auch unsportliche Menschen mit wenig Mühe fit bleiben und abnehmen können. Es trainiert die Muskulatur, ohne die Herzfrequenz bis zum Anschlag zu treiben. Und genau das ist wichtig für ein gutes Grundlagenausdauertraining. Schon drei Stunden Slow Jogging pro Woche sollen den Experten zufolge Cholesterin- und Blutdruckwerte normalisieren können und sogar die Hirnleistung verbessern.

Fazit:

Gerade für Sportmuffel oder aber Menschen, die ohne ständige Anstrengung trainieren möchten, ist das Slow Jogging ein guter Einstieg. Hiroaki Tanaka hat es mit dieser Methode sogar geschafft, einen Marathon zu laufen. Das ist zwar nicht mein Ziel, aber sich an der frischen Luft zu bewegen und zwar so, dass nicht nach 20 Minuten die Luft raus ist, ist für mich auf jeden Fall ein Grund, das Slow Jogging ein wenig weiter zu verfolgen – auch wenn die anderen Menschen auf der Straße schon ein wenig verwundert gucken, wenn ich mit Mäuseschrittchen die Gehwege entlang „slow jogge“.