Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

 

Laut eines aktuellen Reports des Unternehmens Nielsen sind die Menschen in puncto Essen zunehmend auf der Suche nach Produkten und Lösungen, die das Leben vereinfachen und bequemer machen. Dazu zählen insbesondere Fertiggerichte für zu Hause und to go-Gerichte für unterwegs. Wir zeigen auf, warum immer mehr zu Convenience greifen. Außerdem: Rezept-Ideen für dein Meal Prep, gesunde und praktische Gerichte für unterwegs.

Wie oft essen Sie in einem Schnellrestaurant? Oder lassen sich Gerichte bequem nach Hause liefern? Mehrmals wöchentlich? Einmal im Monat? Oder seltener? Der weltweite Trend geht auf jeden Fall ganz klar hin zu Convenience, also vorgefertigte Produkte, die in wenigen Handgriffen verzehrfähig sind. Dazu zählen neben Fertig- auch to go-Produkte. Laut einer Studie des Unternehmens nutzen ein Drittel (33 Prozent) der weltweiten Verbraucher Restaurants oder Lieferdienste, 11 Prozent davon sogar mindestens einmal pro Woche. 57 Prozent der Verbraucher weltweit haben zudem in den letzten sechs Monaten ein Fastfood-Restaurant besucht.

 

Gründe für Convenience

Ein hektischer Alltag, ständig vernetzt und „immer auf dem Sprung“ – Zeit zum Essen bleibt da bei vielen wenig, geschweige denn zum Selbstkochen. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Nielsen-Studie wieder. Mehr als ein Viertel der weltweiten Verbraucher bevorzugen Produkte, die das Leben erleichtern (27 Prozent). Zudem sollten sie bequem zu bedienen sein (26 Prozent). Auch die Verpackungsgröße spielt eine Rolle. Jeder Fünfte gab an, nach Produkten zu suchen, die für kleine Haushalte geeignet sind. Das passt auch zu der Wohnsituation, die in Deutschland vorherrscht: Laut Statistischem Bundesamt lebten 2016 in rund 41 Prozent aller Haushalte nur noch eine Person.

 

Convenience ist nicht automatisch ungesund

Wir fassen zusammen: Essen, das bereits fertig zubereitet ist und das wir schnell konsumieren können, liegt voll im Trend. Doch gleichzeitig möchten immer mehr Menschen auf gesundes Essen nicht verzichten. Viele Anbieter haben reagiert: In Supermärkten gibt es Kühlregale mit fertigen Salaten, Wraps und Milchspeisen mit frischem Obst. Im Internet können wir gesunde, bereits zubereitete Wochenmenüs bestellen, die wir dann nur noch schonend erwärmen müssen. Auch bei den Lieferdiensten hat sich einiges getan. Neben Pizza und Pasta gibt es immer mehr Anbieter, die sich auf den Healthy-Lifestyle spezialisiert haben. Und auch wer sich mal eben etwas zum Essen auf die Hand kaufen möchte, ist nicht mehr auf Pommes, Wurst und Co. angewiesen – gesundes Fastfood boomt.

 

Meal Prep: Vorkochen heißt das Zauberwort

Doch wer jeden Tag gesund außer Haus isst, merkt schnell: Das geht ordentlich ins Geld. Hinzu kommt, dass wir – je nachdem, wo wir gerade sind – nicht immer das bekommen, was wir möchten. So greifen wir öfter auch mal zu Dingen, die den Vorstellungen einer gesunden Ernährung nicht ganz so entsprechen. Sei es, weil sie viel Zucker enthalten, sehr fettig sind oder einfach, weil die Portionen viel zu groß sind.

Immer wissen was drin ist, das Essen, worauf man Lust hat, Kosten sparen und gleichzeitig noch satt werden: Auch so kann dein Mittagessen unterwegs aussehen. Das Zauberwort dafür heißt Meal Prep. Dahinter steckt der Gedanke, Essen vorzukochen, es in gut verschließbaren Behältern zu verstauen und es für den Snack am Mittag am kommenden Tag mitzunehmen. Der Trend kommt – wie so oft – aus den USA. Angefangen damit haben Fitness-Fanatiker, die auf diese Weise auch unterwegs ganz genau steuern können, welche Lebensmittel sie in welchen Mengen zu sich nehmen.

 

Mit kalten Gerichten auf der sicheren Seite

Die Vollkornnudeln mit Tomaten-Gemüse-Soße in der Tasche – doch keine Mikrowelle in Sicht? Ja, das kann schnell passieren. Wenn du nicht weißt, ob du unterwegs dein Mittagessen aufwärmen kannst, setz lieber auf Speisen, die auch kalt super schmecken. Der Klassiker: Salate in allen Variationen – und ich meine wirklich in ALLEN Variationen:

 

  • Grüne Bohnen, Brokkoli und Möhren eignen sich super als Basis für Salate. Einfach bissfest garen, abkühlen lassen und mit verschiedenen Toppings mischen, wie Feta, Tomaten, Oliven, Gurke, Kidneybohnen, …
  • Couscous, Quinoa, Vollkornfusilli und gekochte Kartoffeln sind perfekte Komponenten für Salate, die lange satt halten. Einfach eine Handvoll unter grünen Salat mischen und nach Belieben mit Toppings aufpeppen: von roter Bete über Mozzarella, bis hin zu Kichererbsen oder frischen Apfelstücken. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Auch Hähnchenbrust oder etwas Roastbeef lassen sich super kalt essen, ebenso wie hart gekochte Eier.
  • Lass deiner Kreativität beim Dressing freien Lauf: Joghurt-Kräuter, Honig-Balsamico, Essig-Senf, Pesto-Balsamico, … Und wenn dir das zu langweilig ist, versuche dich doch mal an einem asiatisch angehauchten Dressing mit Limettensaft, Sojasoße, frischem Chili, Koriander und etwas braunem Zucker.
Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben

 

Der Inhalt in das Herzstück eines jeden Textes. Gut recherchiert, liefert er einwandfreie Informationen zu einem bestimmten Thema. Das allein macht einen Beitrag oder Artikel jedoch noch lange nicht zu einem guten Text. Die magischen zwei Worte heißen: zielgruppengerechtes Schreiben.

Wenn wir einen Artikel lesen, möchten wir uns verstanden fühlen. Nur so schafft es ein Text, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Neben der fachlichen Recherche fragen wir uns als Redakteure daher vor dem Schreiben immer auch: Welche Zielgruppe sprechen wir an? Und welche Ansprache müssen wir wählen, damit das Geschriebene die Leser überzeugt? Texte, die uns beim Lesen in den Bann ziehen, hinterlassen einen positiv bleibenden Eindruck. Das ist besonders dann der Fall, wenn er an unseren Sprachstil und unsere Interessen angepasst ist. Liefert er uns dann noch einen echten Mehrwert, sind wir vollends zufrieden.

Die Zielgruppe kennenlernen

Für uns gehört zielgruppengerechtes Schreiben zum Tagesgeschäft. Denn unsere Kunden sind sehr vielfältig. Genauso unterschiedlich sind auch die Leser, die wir in unseren Texten ansprechen. Ob Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte, Ärzte oder Bürger wie du und ich – wir alle möchten Texte lesen, die an unsere Bedürfnisse angepasst sind. Bevor es an das Schreiben geht, versuchen wir uns vom Medienteam Medizin daher immer in die potenziellen Leser hineinzuversetzen. Was bewegt die Personen, die hinter einer Zielgruppe stecken? Was ist für sie thematisch besonders spannend? Und welchen Mehrwert möchten wir den Lesern mit unseren Texten schaffen? Wenn wir für eine bestimmte Berufsgruppe schreiben, schauen wir immer auch, welchen fachlichen Hintergrund sie mitbringt. Manchmal hilft beim zielgruppengerechten Schreiben auch ein Blick hinter die Kulissen. Etwa wie ein typischer Alltag eines Gesundheitsberufs aussieht. Die Informationen können wir dann wiederum beispielsweise für einen szenischen Einstieg oder passende Beispiele nutzen.

Erst wenn wir unsere Zielgruppe ganz genau kennen, beginnen wir mit dem Texten. Ein wichtiger Schritt ist, unsere Aufträge der Kunden danach einzuteilen, ob es sich um einen Fachtext oder um einen Beitrag für die Publikumspresse handelt.

 

Fachmedium:

Typische Zielgruppen von Fachtexten sind etwa Ärzte oder Angehörige von Heilmittelberufen wie Physiotherapeuten. Viele Artikel sind auf ein spezifisches Thema konzentriert, etwa Behandlungsmöglichkeiten für eine bestimmte Krankheit. Die Zielgruppe verfügt bereits über ein gutes medizinischen und gesundheitliches Hintergrundwissen. Zudem gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die Angehörige von Gesundheitsberufen in ihrer täglichen Kommunikation anwenden. Es gilt für uns herauszufinden, um welche es sich dabei konkret handelt und die Wortwahl dementsprechend an das Grundwissen anzupassen. Ganz ohne Erklärungen von Begriffen kommt meist aber auch ein Fachartikel nicht aus – wir setzen sie nur eben sparsamer ein, als bei Artikeln für Publikumsmedien. Der Sprachstil ist meist sachlich gehalten, das Vermitteln von Informationen steht bei Fachtexten im Fokus.

 

Publikumsmedium:

Anders sieht es aus, wenn wir einen Text für ein Publikumsmedium wie etwa einem Apothekenmagazin schreiben. Bei dieser Zielgruppe können wir nicht voraussetzen, dass Fachbegriffe zu beispielsweise Krankheiten bekannt sind. Dementsprechend passen wir den Schreibstil an: Wir erklären medizinische Begriffe und zeigen, wann immer es angebracht ist, praktische Beispiele auf. Auch Vergleiche können helfen, etwa um Wirkmechanismen von Medikamenten besser zu verstehen. Leser von Publikumsmedien möchten einen Mehrwert erfahren – und das auf eine unterhaltsame Art und Weise. Das können wir beispielsweise dadurch erreichen, indem wir den Lesern praktische Tipps an die Hand geben, wie sich bestimmte Therapien einfach in den Alltag integrieren lassen. Wichtig ist auch, dass die Texte leicht zu lesen sind, gleichzeitig aber nicht banal klingen. Über eine lebendige Ansprache wecken wir Emotionen, wodurch die Lust am Lesen gesteigert wird.

 

Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Was früher als „Öko“ galt, ist heute für viele Verbraucher selbstverständlich: Der Kauf von ökologisch angebautem Obst und Gemüse. In fast allen Discountern ist das Bio-Grünzeug zu finden. Was viele Supermärkte bisher jedoch noch nicht geschafft haben, ist auf die Massen an Plastikverpackungen um Gurke und Co. zu verzichten. Dabei kann es so einfach sein: Mit Natural Branding, eine Laserbeschriftung für Obst und Gemüse.

 

 

In Folien eingepackter Salat, eigeschweißte Gurken und in Plastik umhüllte Bananen: Biologisch angebautes Obst und Gemüse scheint in Supermärkten besonders schützenswert zu sein. In Plastikverpackungen eingebettet, liegen sie fein aufgereiht im Regal. Wenn ich sehe, welche Berge an Plastik ich mit jedem Einkauf von Bio-Obst und -Gemüse nach Hause mitbringe, zweifle ich etwas an der Sinnhaftigkeit, diese Produkte zu kaufen. Gut für die Gesundheit – aber schlecht für die Umwelt? Das passt für mich einfach nicht zusammen. Umso mehr freue ich mich über den Trend „Natural Branding“.

 

Warum ist so viel Bio in Plastik verpackt? 

Laut EU-Verordnung müssen alle Bio-Produkte eindeutig als solche erkennbar sein. Das ist besonders bei Obst und Gemüse aber schwer umsetzbar: Eine Bio-Gurke sieht von außen genauso aus wie eine konventionell angebaute. Um sie auseinanderzuhalten, ist ein Produkt in Plastik gehüllt. Viele Supermärkte verpacken dann in der Regel jenes, welches in geringerer Stückzahl produziert wird. Und das ist nun einmal die biologisch angebaute Variante.

 

Natural Labeling: Obst und Gemüse tätowieren

Anstelle von Plastikverpackungen und -etiketten lässt sich das Bio-Siegel und der Produktname aber auch einfach in die Schale tätowieren. Und zwar mit Hilfe eines speziellen Lasers. Da nur eine sehr geringe Schicht der Schale abgetragen wird, soll die Methode weder den Geschmack noch die Haltbarkeit des Grünzeugs beeinflussen. Neu ist die Idee nicht: Bereits 2013 wurde die Technik von der EU-Kommission genehmigt. Dennoch ist das Verfahren hierzulande noch relativ wenig im Einsatz. Lediglich zwei Supermarktketten (Rewe und Netto) setzten oder setzen testweise die Laser-Etikettierung ein, etwa bei Süßkartoffeln, Ingwer und Gurken. Schweden und die Niederlande sind uns da bereits einen Schritt voraus.

 

Vorteile für Produzenten, Händler und Verbraucher

Alle Akteure profitieren von dem Natural Branding. Der wichtigste Aspekt: Den CO2-Ausstoß reduzieren. Dieser ist bei der Produktion von Plastik sehr hoch und er belastet die Umwelt stark. Hinzu kommen die Massen an Müll, die in Verbrennungsanlagen landen – nur ein geringer Anteil wird recycelt. Der Großteil wandert leider auch in die Meere und wird zur Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger.

Weitere Vorteile des Natural Branding:

  • Die Produzenten und Händler sparen Kosten, da sie deutlich weniger Verpackungsmaterialien benötigen. Zudem ist die Laserbeschriftung von Dauer – es können keine Etiketten abfallen.
  • Wir als Verbraucher können genau nach Bedarf einkaufen und müssen keine vorbestimmten Größen wählen, etwa drei Zucchini, obwohl wir nur eine benötigen. Im Ernstfall landet dann nicht nur der Plastik im Müll, sondern auch mindestens eine der Gewächse.

 

Natural Branding: In Deutschland ein Exot

Die Vorteile für das Lasern von Obst und Gemüse sprechen für sich. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind geschaffen und auch das passende Equipment für das Natural Branding gibt es bereits. Die Produzenten und Händler könnten also direkt loslegen mit dem Einsparen von CO2 und Kosten. Und dennoch türmen sich immer noch Berge an in Plastik verpacktes Biogemüse und -obst in den Supermärkten und Discountern…

Ich habe mal ein bisschen nach möglichen Gründen für den bisher geringen Einsatz recherchiert. Auf einigen Internetseiten ist die Rede davon, dass es schlichtweg noch nicht genug Maschinen gibt, um den gesamten Markt zu bedienen. In anderen Quellen heißt es, die Skepsis, ob das Lasern aus gesundheitlicher Sicht wirklich unbedenklich ist, ist noch zu groß – gerade bei Lebensmitteln, bei denen die Schale mitgegessen werden kann, wie etwa Gurken. Wir halten die Augen weiter offen und werden berichten, wenn das Natural Branding den von uns gewünschten Aufschwung erlebt.

 

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Baharat, Kumin, Zatar, Sumach – na, klingelts bei dir? Nicht? Gar nicht schlimm, denn spätestens nach diesem Beitrag hältst du danach beim nächsten Einkauf bestimmt Ausschau. So viel sei gesagt: Es hat mit Essen zu tun. Genauer mit der Levante-Küche. Sie erfährt derzeit einen wahren Boom. Und das zu Recht: Die Gerichte sind Aromabomben, die deine Geschmacksknospen verwöhnen und dem tristen Essensallerlei neues Leben einhauchen – und das ohne großen Zubereitungsaufwand. Auch ich bin ihr verfallen.

Spanische Tapas waren gestern. Heute kommen orientalische Mezze auf den Tisch, das aktuelle Trend-Pedant zu Oliven, Calamari und Co. Wie bei Tapas handelt es sich auch hierbei um kleine Speisen, die wir bevorzugt in geselliger Runde genießen – so der Grundgedanke von Mezze. Traditionell israelische Gerichte werden mit arabischen Speisen kombiniert und ergeben ein frisches, aromatisches Geschmackserlebnis. Das Ganze nennt sich dann Levante-Küche.

 

Levante – Länder des östlichen Mittelmeers

Aufgehend – dafür steht das französische Wort levante. Es wird gerne auch sinnbildlich für das Morgenland genommen und bezeichnet die Länder des östlichen Mittelmeers, genauer Israel, Syrien, Jordanien und der Libanon. Die Levante-Küche ist demnach ein kulinarisches Zusammenkommen der verschiedenen Essenskulturen dieser Länder.

 

Lecker, leger und sehr aromatisch

Der Hauptakteur der Levante-Küche ist Gemüse. Besonders Blumenkohl und Aubergine kommen bei vielen Gerichten zum Einsatz. Durch Kräuter wie Minze und orientalische Gewürze und Gewürzmischungen wie Kumin, Baharat, Zatar und Sumach sind sie alles andere als fad und langweilig. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sowie Bulgur und Couscous spielen eine wichtige Rolle in dieser Küche.

 

Fünf typische Gerichte, Dips und Pasten

Eine der bekanntesten Gerichte ist die Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen mit Petersilie, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln. Mehr Wumms bekommen die Falafel, wenn ihr Harissa, eine scharfe Gewürzpaste, hinzu gebt (Rezept im Kasten). Perfekt für warme Sommertage ist Tabouleh, ein Salat aus Bulgur, viel Petersilie, Tomaten, Gurke, Minze und Zitronensaft.

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Dips und Pasten. Dazu gibt es frisches Fladenbrot. Ein Klassiker schlechthin ist Hummus, eine Paste aus Kichererbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel und Sesampaste (Tahin). Den Hummus könnt ihr super mit etwas Chili-Paste aufpeppen. Auch Baba Ghanpoush,  ein Püree aus Auberginen, Sesampaste und Zitronensaft, eignet sich perfekt zum Dippen.

Wer es lieber warm mag, der sollte das israelische Nationalgericht Shakshuka ausprobieren. In eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Paprika, Chili und Gewürzen wie Kreuzkümmel gesellen sich pochierte Eier. Dazu gibt es: Fladenbrot.

 

Levante-Küche: Gesund, ohne „gesund“ zu schmecken

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt: Die Küche ist nicht nur lecker, sondern durch das viele Gemüse und die Hülsenfrüchte auch sehr gesund – und ideal für Vegetarier geeignet. Doch auch Fleischliebhaber brauchen keine Angst vor Eintönigkeit zu haben. Ein aus verschiedenen kleinen Mezze zusammengestelltes Gericht braucht kein Schnitzel und keine Bratwurst. Genießt einfach die verschiedenen Geschmäcker, ihr werdet begeistert sein.

Neben dem „Healthy-Aspekt“ punktet die Küche auch mit der Zubereitung. Für die meisten Gerichte sind nur wenige Handgriffe nötig. Die Grundzutaten findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt. Baharat, Zatar und Co. bekommt ihr preiswert in orientalisch-arabischen Supermärkten. Ihr könnt die Gewürze und Mischungen auch online bestellen, beispielsweise bei Just Spices.

Tipp: Wer keine Lust auf das Suchen nach Rezepten im Internet hat, der sollte im Buchhandel mal nach den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi Ausschau halten. Er hat mehrere vegetarische Kochbücher herausgebracht, allesamt mit Einflüssen aus der israelischen Küche. Ich selbst habe das „Genussvoll vegetarisch“. Mein Fazit: Bester Kauf überhaupt!

 

Rezept für Harissa-Falafel (ca. 12 Stück)

 

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Petersilie
  • 1 TL Harissa-Paste (bei Bedarf mehr)
  • Je 2 TL Koriander- und Kreuzkümmelpulver
  • 1 EL Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Weizenmehl

 

  1. Kichererbsen in eine Schale geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken, 1,5 bis 2 Liter. 12 Stunden einweichen lassen. Danach abtropfen lassen.
  2. Petersilie waschen und grob hacken, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch.
  3. Kichererbsen, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit der Harissa-Paste, dem Koriander- und Kreuzkümmelpulver, etwas Salz und Pfeffer, dem Mehl sowie 1 EL Zitronensaft in einen Mixer geben. Alles gut pürieren.
  4. Die Masse noch einmal abschmecken, eventuell mit Salz, Pfeffer oder Harissa nachwürzen.
  5. Hände anfeuchten und aus der Masse pflaumengroße Bällchen formen.
  6. Reichlich Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen (Die Bällchen sollten halb darin schwimmen). Die Falafel vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen und sie für drei bis vier Minuten frittieren, bis sie rundum schön goldgelb sind. Abtropfen lassen, warm servieren.
Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Chia, Goji, Moringa, Maca, Spirulina – wer sich gesund ernähren möchte, setzt heutzutage auf exotische Superfoods. Was vor ein paar Jahren als ein Trend begann, ist bei vielen längst fester Bestandteil der täglichen Ernährung. Doch es gibt einen Knackpunkt: Die Nachfrage nach den Samen, Früchten und Algen ist mittlerweile so hoch, dass immer mehr Plagiate und Fälschungen auf dem Markt auftauchen. Um dagegen vorzugehen, haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genetische Barcodes entwickelt, mit denen sich unkompliziert bereits bei der Einfuhr prüfen lässt, ob es sich um Originalware handelt.

Vielen, die sich gesund ernähren möchten, reichen Obst, Gemüse und Co. alleine nicht mehr aus. Erst exotische Superfoods bringen sie auf ein nächstes Level in Sachen „Healthy Lifestyle“. Darauf reagieren auch große Handelsketten. Längst sind die Früchte, Samen und Algen auch in gut sortierten Supermärkten zu finden. Das macht sich auch in den Umsatzzahlen bemerkbar: Sie stiegen zwischen 2014 und 2016 in Deutschland von 1,5 Millionen Euro (MAT KW49 2014) auf unglaubliche 42,6 Millionen Euro (MAT KW48 2016) an. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Kann überhaupt so viel Chia und Co. produziert werden, um den Superfood-Bedarf zu stillen?

 

Fälschungen. Ein Weg, um die hohe Nachfrage zu decken

Derzeit überprüft in Deutschland keine Behörde flächendeckend, ob in den Superfood-Verpackungen auch das drin ist, was draufsteht. Verantwortlich dafür ist bislang allein der Hersteller oder Händler.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach bestimmten Superfoods teilweise so groß ist, dass sie auf legalem Weg nicht zu decken ist. Laut Peter Nick vom Botanischen Institut des KIT habe das einen blühender Plagiate-Handel zu Folge. Das gelte insbesondere für sehr seltene Superfoods wie dem chinesischen Raupenpilz, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als kräftigend und aphrodisierend gilt. Davon werde laut des Experten jedes Jahr die achtfache Menge der tatsächlichen Ernte exportiert. Aber auch unter Chiasamen wurden bereits Fälschungen entdeckt. Dabei handelt es sich dann beispielsweise um Sesam.

 

Allergische Reaktionen möglich

Zu dem Ärgernis, viel Geld für eine Fälschung ausgegeben zu haben, kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: Wer nicht weiß, was er zu sich nimmt, kann auch nicht sicher sein, dass er nicht allergisch darauf reagiert. Solch allergische Reaktionen zeigen sich vor allen Dingen in Hautreizungen, aber auch Luftnot kann eine Folge sein. Diese kann unter Umständen sogar zur Lebensgefahr werden.

Doch auch wenn es sich um ein Original handelt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt einwandfrei und super gesund ist. Immer wieder tauchen Superfoods auf, die unter anderem mit Pestiziden, Schwermetallen (z.B. Arsen, Cadmium), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralöl belastet sind.

 

Genetischer Fingerabdruck deckt Plagiate auf

Aus diesem Grund hat das Forscherteam um Nick ein Verfahren entwickelt, mit dem sich ganz einfach prüfen lässt, ob es sich um Fälschungen handelt oder nicht. Dafür nutzen sie eine Genschere. Sie passt wie ein Schlüssel ins Schloss nur auf ganz bestimmte Muster von Genfragmente. Ist das der Fall, handelt es sich um ein Original. Wenn nicht, dann ist es eine Fälschung. Nick vergleicht das mit einem Barcode, der mit einem entsprechenden Scanner ausgelesen werden kann. 7.000 entsprechende Barcodes hat das Team bereits in einer Datenbank gesammelt. Die Vision der Wissenschaftler ist, dass Lebensmittelüberwachungsbehörden zukünftig auf vorgefertigte Tests zurückgreifen und direkt bei der Einfuhr testen können, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Bis es soweit ist, dauert es jedoch wohl noch einige Jahre.

Bisher wurden die Proben meist mikroskopisch untersucht. Diese Methode hat jedoch einen Haken: Bei Pulver, beispielsweise Matcha, liefert sie keine zuverlässigen Daten. Eine Alternative ist das Auslesen von Gensequenzen, wie bei einem Vaterschaftstest. Laut Nick ist diese Methode jedoch teuer und sehr zeitaufwendig.

 

Wie gesund ist Superfood wirklich?

Wer eine rechtlich bindende Definition von Superfood sucht, merkt schnell: Es gibt sie nicht. Schlaue Marketingköpfe haben sich den Begriff ausgedacht, um super gesunde Lebensmittel besser vermarkten zu können. Doch heißt bedeutet das auch, dass die Produkte vielleicht gar nicht so gesund sind, wie beworben? Pauschal verneinen kann man das nicht. Es stimmt, dass die meisten Samen und Früchte aus Südamerika und Südostasien sehr nährstoffreich sind.

 

Wenn Superfood, dann regional – oder zumindest bio

Doch das sind heimischen Varianten auch. Anstelle von Chiasamen können Sie getrost auf Leinsamen zurückgreifen. Sie enthalten ungefähr gleich viel Omega-3-Fettsäuren und sogar mehr Ballaststoffe. Als Alternative zur Vitamin-C-reichen Goji-Beere eignet sich super gut Sanddorn. Mit rund 450 Milligramm enthält er etwa neunmal mehr Vitamin C als die aus China stammenden Beeren.

 

FAZIT:

Die heimischen Superfood-Varianten sind nicht nur deutlich günstiger, sie haben auch eine bessere Ökobilanz, da sie nicht von weither angekarrt werden müssen. Wer dennoch nicht auf die Exoten verzichten möchte, sollte zumindest zu solchen greifen, die das zertifiziertes Biosiegel tragen. Sie müssen unter anderem ohne synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger erzeugt werden.