Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Baharat, Kumin, Zatar, Sumach – na, klingelts bei dir? Nicht? Gar nicht schlimm, denn spätestens nach diesem Beitrag hältst du danach beim nächsten Einkauf bestimmt Ausschau. So viel sei gesagt: Es hat mit Essen zu tun. Genauer mit der Levante-Küche. Sie erfährt derzeit einen wahren Boom. Und das zu Recht: Die Gerichte sind Aromabomben, die deine Geschmacksknospen verwöhnen und dem tristen Essensallerlei neues Leben einhauchen – und das ohne großen Zubereitungsaufwand. Auch ich bin ihr verfallen.

Spanische Tapas waren gestern. Heute kommen orientalische Mezze auf den Tisch, das aktuelle Trend-Pedant zu Oliven, Calamari und Co. Wie bei Tapas handelt es sich auch hierbei um kleine Speisen, die wir bevorzugt in geselliger Runde genießen – so der Grundgedanke von Mezze. Traditionell israelische Gerichte werden mit arabischen Speisen kombiniert und ergeben ein frisches, aromatisches Geschmackserlebnis. Das Ganze nennt sich dann Levante-Küche.

 

Levante – Länder des östlichen Mittelmeers

Aufgehend – dafür steht das französische Wort levante. Es wird gerne auch sinnbildlich für das Morgenland genommen und bezeichnet die Länder des östlichen Mittelmeers, genauer Israel, Syrien, Jordanien und der Libanon. Die Levante-Küche ist demnach ein kulinarisches Zusammenkommen der verschiedenen Essenskulturen dieser Länder.

 

Lecker, leger und sehr aromatisch

Der Hauptakteur der Levante-Küche ist Gemüse. Besonders Blumenkohl und Aubergine kommen bei vielen Gerichten zum Einsatz. Durch Kräuter wie Minze und orientalische Gewürze und Gewürzmischungen wie Kumin, Baharat, Zatar und Sumach sind sie alles andere als fad und langweilig. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sowie Bulgur und Couscous spielen eine wichtige Rolle in dieser Küche.

 

Fünf typische Gerichte, Dips und Pasten

Eine der bekanntesten Gerichte ist die Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen mit Petersilie, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln. Mehr Wumms bekommen die Falafel, wenn ihr Harissa, eine scharfe Gewürzpaste, hinzu gebt (Rezept im Kasten). Perfekt für warme Sommertage ist Tabouleh, ein Salat aus Bulgur, viel Petersilie, Tomaten, Gurke, Minze und Zitronensaft.

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Dips und Pasten. Dazu gibt es frisches Fladenbrot. Ein Klassiker schlechthin ist Hummus, eine Paste aus Kichererbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel und Sesampaste (Tahin). Den Hummus könnt ihr super mit etwas Chili-Paste aufpeppen. Auch Baba Ghanpoush,  ein Püree aus Auberginen, Sesampaste und Zitronensaft, eignet sich perfekt zum Dippen.

Wer es lieber warm mag, der sollte das israelische Nationalgericht Shakshuka ausprobieren. In eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Paprika, Chili und Gewürzen wie Kreuzkümmel gesellen sich pochierte Eier. Dazu gibt es: Fladenbrot.

 

Levante-Küche: Gesund, ohne „gesund“ zu schmecken

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt: Die Küche ist nicht nur lecker, sondern durch das viele Gemüse und die Hülsenfrüchte auch sehr gesund – und ideal für Vegetarier geeignet. Doch auch Fleischliebhaber brauchen keine Angst vor Eintönigkeit zu haben. Ein aus verschiedenen kleinen Mezze zusammengestelltes Gericht braucht kein Schnitzel und keine Bratwurst. Genießt einfach die verschiedenen Geschmäcker, ihr werdet begeistert sein.

Neben dem „Healthy-Aspekt“ punktet die Küche auch mit der Zubereitung. Für die meisten Gerichte sind nur wenige Handgriffe nötig. Die Grundzutaten findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt. Baharat, Zatar und Co. bekommt ihr preiswert in orientalisch-arabischen Supermärkten. Ihr könnt die Gewürze und Mischungen auch online bestellen, beispielsweise bei Just Spices.

Tipp: Wer keine Lust auf das Suchen nach Rezepten im Internet hat, der sollte im Buchhandel mal nach den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi Ausschau halten. Er hat mehrere vegetarische Kochbücher herausgebracht, allesamt mit Einflüssen aus der israelischen Küche. Ich selbst habe das „Genussvoll vegetarisch“. Mein Fazit: Bester Kauf überhaupt!

 

Rezept für Harissa-Falafel (ca. 12 Stück)

 

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Petersilie
  • 1 TL Harissa-Paste (bei Bedarf mehr)
  • Je 2 TL Koriander- und Kreuzkümmelpulver
  • 1 EL Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Weizenmehl

 

  1. Kichererbsen in eine Schale geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken, 1,5 bis 2 Liter. 12 Stunden einweichen lassen. Danach abtropfen lassen.
  2. Petersilie waschen und grob hacken, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch.
  3. Kichererbsen, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit der Harissa-Paste, dem Koriander- und Kreuzkümmelpulver, etwas Salz und Pfeffer, dem Mehl sowie 1 EL Zitronensaft in einen Mixer geben. Alles gut pürieren.
  4. Die Masse noch einmal abschmecken, eventuell mit Salz, Pfeffer oder Harissa nachwürzen.
  5. Hände anfeuchten und aus der Masse pflaumengroße Bällchen formen.
  6. Reichlich Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen (Die Bällchen sollten halb darin schwimmen). Die Falafel vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen und sie für drei bis vier Minuten frittieren, bis sie rundum schön goldgelb sind. Abtropfen lassen, warm servieren.
Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Chia, Goji, Moringa, Maca, Spirulina – wer sich gesund ernähren möchte, setzt heutzutage auf exotische Superfoods. Was vor ein paar Jahren als ein Trend begann, ist bei vielen längst fester Bestandteil der täglichen Ernährung. Doch es gibt einen Knackpunkt: Die Nachfrage nach den Samen, Früchten und Algen ist mittlerweile so hoch, dass immer mehr Plagiate und Fälschungen auf dem Markt auftauchen. Um dagegen vorzugehen, haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genetische Barcodes entwickelt, mit denen sich unkompliziert bereits bei der Einfuhr prüfen lässt, ob es sich um Originalware handelt.

Vielen, die sich gesund ernähren möchten, reichen Obst, Gemüse und Co. alleine nicht mehr aus. Erst exotische Superfoods bringen sie auf ein nächstes Level in Sachen „Healthy Lifestyle“. Darauf reagieren auch große Handelsketten. Längst sind die Früchte, Samen und Algen auch in gut sortierten Supermärkten zu finden. Das macht sich auch in den Umsatzzahlen bemerkbar: Sie stiegen zwischen 2014 und 2016 in Deutschland von 1,5 Millionen Euro (MAT KW49 2014) auf unglaubliche 42,6 Millionen Euro (MAT KW48 2016) an. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Kann überhaupt so viel Chia und Co. produziert werden, um den Superfood-Bedarf zu stillen?

 

Fälschungen. Ein Weg, um die hohe Nachfrage zu decken

Derzeit überprüft in Deutschland keine Behörde flächendeckend, ob in den Superfood-Verpackungen auch das drin ist, was draufsteht. Verantwortlich dafür ist bislang allein der Hersteller oder Händler.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach bestimmten Superfoods teilweise so groß ist, dass sie auf legalem Weg nicht zu decken ist. Laut Peter Nick vom Botanischen Institut des KIT habe das einen blühender Plagiate-Handel zu Folge. Das gelte insbesondere für sehr seltene Superfoods wie dem chinesischen Raupenpilz, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als kräftigend und aphrodisierend gilt. Davon werde laut des Experten jedes Jahr die achtfache Menge der tatsächlichen Ernte exportiert. Aber auch unter Chiasamen wurden bereits Fälschungen entdeckt. Dabei handelt es sich dann beispielsweise um Sesam.

 

Allergische Reaktionen möglich

Zu dem Ärgernis, viel Geld für eine Fälschung ausgegeben zu haben, kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: Wer nicht weiß, was er zu sich nimmt, kann auch nicht sicher sein, dass er nicht allergisch darauf reagiert. Solch allergische Reaktionen zeigen sich vor allen Dingen in Hautreizungen, aber auch Luftnot kann eine Folge sein. Diese kann unter Umständen sogar zur Lebensgefahr werden.

Doch auch wenn es sich um ein Original handelt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt einwandfrei und super gesund ist. Immer wieder tauchen Superfoods auf, die unter anderem mit Pestiziden, Schwermetallen (z.B. Arsen, Cadmium), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralöl belastet sind.

 

Genetischer Fingerabdruck deckt Plagiate auf

Aus diesem Grund hat das Forscherteam um Nick ein Verfahren entwickelt, mit dem sich ganz einfach prüfen lässt, ob es sich um Fälschungen handelt oder nicht. Dafür nutzen sie eine Genschere. Sie passt wie ein Schlüssel ins Schloss nur auf ganz bestimmte Muster von Genfragmente. Ist das der Fall, handelt es sich um ein Original. Wenn nicht, dann ist es eine Fälschung. Nick vergleicht das mit einem Barcode, der mit einem entsprechenden Scanner ausgelesen werden kann. 7.000 entsprechende Barcodes hat das Team bereits in einer Datenbank gesammelt. Die Vision der Wissenschaftler ist, dass Lebensmittelüberwachungsbehörden zukünftig auf vorgefertigte Tests zurückgreifen und direkt bei der Einfuhr testen können, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Bis es soweit ist, dauert es jedoch wohl noch einige Jahre.

Bisher wurden die Proben meist mikroskopisch untersucht. Diese Methode hat jedoch einen Haken: Bei Pulver, beispielsweise Matcha, liefert sie keine zuverlässigen Daten. Eine Alternative ist das Auslesen von Gensequenzen, wie bei einem Vaterschaftstest. Laut Nick ist diese Methode jedoch teuer und sehr zeitaufwendig.

 

Wie gesund ist Superfood wirklich?

Wer eine rechtlich bindende Definition von Superfood sucht, merkt schnell: Es gibt sie nicht. Schlaue Marketingköpfe haben sich den Begriff ausgedacht, um super gesunde Lebensmittel besser vermarkten zu können. Doch heißt bedeutet das auch, dass die Produkte vielleicht gar nicht so gesund sind, wie beworben? Pauschal verneinen kann man das nicht. Es stimmt, dass die meisten Samen und Früchte aus Südamerika und Südostasien sehr nährstoffreich sind.

 

Wenn Superfood, dann regional – oder zumindest bio

Doch das sind heimischen Varianten auch. Anstelle von Chiasamen können Sie getrost auf Leinsamen zurückgreifen. Sie enthalten ungefähr gleich viel Omega-3-Fettsäuren und sogar mehr Ballaststoffe. Als Alternative zur Vitamin-C-reichen Goji-Beere eignet sich super gut Sanddorn. Mit rund 450 Milligramm enthält er etwa neunmal mehr Vitamin C als die aus China stammenden Beeren.

 

FAZIT:

Die heimischen Superfood-Varianten sind nicht nur deutlich günstiger, sie haben auch eine bessere Ökobilanz, da sie nicht von weither angekarrt werden müssen. Wer dennoch nicht auf die Exoten verzichten möchte, sollte zumindest zu solchen greifen, die das zertifiziertes Biosiegel tragen. Sie müssen unter anderem ohne synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger erzeugt werden.

Hyaluronsäure: Der Trend beim Beauty- & Health-Event in Hamburg

Hyaluronsäure: Der Trend beim Beauty- & Health-Event in Hamburg

Draußen schien die Sonne auf das imposante Hotel Vier Jahreszeiten, das direkt an der Alster inmitten von Hamburg liegt. Im Inneren warteten auf uns elf Aussteller aus der Beauty- und Gesundheitswelt, die gestern auf dem Beauty- & Health-Event ihre Produktneuheiten für den Sommer 2018 vorstellten. Eines stach uns sofort ins Auge: Hyaluronsäure scheint der aktuelle Beauty-Trend der Kosmetikbranche zu sein.

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers. Sie befindet sich in den Augen, in den Gelenken und eben auch in unserer Haut. Sie kann enorme Mengen an Wasser speichern und sorgt so für ein ebenmäßiges, straffes Gesicht. Nimmt der Hyaluronsäure-Gehalt im Laufe des Lebens ab, verliert unsere Haut an Elastizität und beginnt Falten zu bilden.

Beauty- und Health-Event            Quelle: Medienteam Medizin

 

Künstlich zugeführter Wasserspeicher

Die Kosmetikbranche fügt ihren Produkten also Hyaluronsäure zu, die diesem natürlichen Prozess entgegenwirken soll. Einige Unternehmen setzen dabei auf pharmazeutische Hyaluronsäure, die mithilfe eines besonderes Verfahren sehr verträglich sein, Feuchtigkeit effektiv speichern und die Haut so nachhaltig vor umweltbedingter Hautalterung schützen soll.

Wir finden die Hyaluronsäure bei dem Info-Tag in unzähligen Produkten: in Tages- und Nachtcremes für anspruchsvolle, reife Haut, in erfrischenden Gelen für sensible und feuchtigkeitsarme Haut, in Seren, Lippenpflege, Reinigungswässerchen und sogar in dekorativer Kosmetik wie Primer, Make-up und Concealer.

 

Hyaluron, ein Zauberwirkstoff?

Erste Tests an den Ständen versprechen zumindest ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Primer und Make-up hinterlassen ein angenehm leichtes und geschmeidiges Hautgefühl auf dem Handrücken. Die Cremes duften gut und die meisten vorgestellten Produkte sind frei von Mineralölen und Parabenen (künstliche Konservierungsstoffe). Wir werden die einzelnen Produkte einmal genauer unter die Lupe nehmen und über einen längeren Zeitraum selbst testen.

Besonders hohe Erwartungen haben wir jedoch nicht. Denn selbst Wissenschaftler sind skeptisch, was die langfristige Wirkung von äußerlich angewendeter Hyaluronsäure betrifft. Um bis zur Lederhaut vorzudringen, müssten die einzelnen Fragmente der Moleküle sehr kurz sein. Ansonsten erzielen die Cremes und Co. allenfalls kurzfristige Ergebnisse. In der Regel wissen wir als Verbraucher aber nicht, in welcher Form die Hyaluronsäure vorliegt – und die kurzen Fragmente sind laut der Wissenschaft eher selten in Kosmetikprodukten enthalten.

 

Wir sind wieder dabei!

Alles in allem war das Beauty- & Health-Event der webportalis PR Network GmbH & Co. KG wie immer eine liebevoll gestaltete Veranstaltung, auf der wir interessante neue Produkte kennenlernen und testen konnten. Wir kommen auf jeden Fall im Oktober wieder.

Sieben Ernährungstypen: Und wie isst du so?

Sieben Ernährungstypen: Und wie isst du so?

Raw, Vegan, Paleo, Pegan: Immer mehr Menschen wählen ganz genau aus, was auf dem Teller landet – und was nicht. Die noch vor einigen Jahren vorherrschende Einteilung der Essgewohnheiten in vegan, vegetarisch und den „Alles-Esser“ ist längst überfällig – zumindest, wenn es nach Birgit Czinkota, Senior Client Consultant bei Nielsen geht. Solch eine Einteilung habe die Grenzen erreicht, die Essgewohnheiten der Deutschen seien sehr viel komplexer. Das Resultat: Eine Studie, aus der sieben neue Ernährungstypen hervorgegangen sind.

 

Sieben Ernährungstypen:

 

1.

Auf Platz 1 mit 27 Prozent landen „die Engagierten“. Sie bereiten ihr Essen täglich selbst zu und tun dies auch gerne für Freunde und Familie. Bei der Wahl der Lebensmittel zählt Qualität vor Quantität.

2.

Platz 2 sichern sich mit 22 Prozent „die Pragmatiker“. Bei ihnen gilt: Hauptsache schnell, ob ein Gericht gesund ist, ist zweitrangig.

3.

Die Unbekümmerten belegen den Platz 3. 16 Prozent der Konsumenten essen nach Lust und Laune. Tiefkühlkost steht ganz weit oben auf der Einkaufsliste der in der Regel unter 50-jährigen „Unbekümmerten“.

4.

Bio-Qualität und nachhaltige Produkte aus der Region: Darauf legen „die Naturnahen“ (elf Prozent) besonderen Wert.

5.

Jung und auf der Suche nach hippen Food-Trends – das charakterisiert „die Trendigen“, die mit elf Prozent Platz 5 belegen. Bei ihnen landen auch gerne mal Markenprodukte im Einkaufskorb.

6.

Essen, das gesund und schlank macht und das Wohlbefinden steigert: Dafür sind „die Körperbewussten“ auch gerne bereit, sich in dem, was sie essen, einzuschränken. Diesen Ernährungstypen verkörpern neun Prozent der Menschen in Deutschland.

7.

Wer seine Lebensmittel vor allen Dingen danach einkauft, ob sie den Ansprüchen nach Tier- und Umweltschutz genügen, zählt zu den vier Prozent der „Gewissensentscheider“. Der Genuss soll dabei aber nicht auf der Strecke bleiben.

 

Die Studie zeigt eines ganz deutlich: Mittlerweile ist Essen für viele mehr als nur reine Nahrungsaufnahme. Es ist ein Instrument zum Ausdruck des eignen Lebensstils geworden.

 

Für die Nielsen-Studie wurden 11.000 Haushalte in Deutschland zu ihren Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten, ihrer Motivation und ihren Vorlieben beim Essen befragt. Mit Hilfe einer Clusteranlayse erfolgte dann die Bestimmung der Ernährungstypen. Dabei handelt es sich um eine Methode, mit der sich Ähnlichkeiten innerhalb eines Datenbestandes feststellen lässt. Weitere Informationen zu der Studie findet ihr hier.
Der Food-Tracker für den Zahn

Der Food-Tracker für den Zahn

Wer wissen möchte, wie viele Kalorien er zu sich nimmt, benutzt sogenannte Food-Tracker. Wir laden eine entsprechende App herunter, geben jedes einzelne Lebensmittel mit Gewichtsangaben ein und klicken auf „auswerten“.  Neben den aufgenommenen Kalorien spucken vielen Apps dann auch aus, wie hoch der Anteil an Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß war und ob wir unseren Vitamin- und Mineralstoffbedarf gedeckt haben. Oldschool, angesichts dessen, was Ingenieure der amerikanischen Tufts University School of Engineering nun erfunden haben: Einen kleinen Chip am Zahn, der automatisch misst, was wir essen.

Quelle: SilkLab, Tufts University

Zwei Quadratmillimeter klein, bestehend aus zwei hauchdünnen, goldenen Plättchen und viel Technik: Dieser Mini-Chip ist in der Lage, anhand der unterschiedlichen Oberflächenstrukturen der Nahrungsinhaltsstoffe zu ermitteln, was wir essen und trinken. Wie das geht? Jedes Nahrungsmolekül hat eine unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit. Der Chip erfasst sie, gleicht sie mit vorab hinterlegten Daten ab und leitet die Informationen dann über Radiofrequenzwellen an das Smartphone weiter.

Bisher kann der Chips jedoch „nur“ den Zucker-, Salz- und Alkoholgehalt von Lebensmitteln messen. Die nächste Generation soll dann aber in der Lage sein, weitere Nährstoffe und auch Chemikalien wie Pestizide zu erfassen. Bis der Chip auch die Anzahl an aufgenommenen Kalorien erkennen kann, sei es laut Autoren aber noch ein langer Weg.

 

Wie nützlich ist der Chip?

Doch auch wenn es sich aktuell nur um ein Forschungsprojekt handelt und der Chip (noch) nicht zu kaufen ist: Schon jetzt könnten einige Menschen von den Funktionen profitieren. Etwa Patienten mit Diabetes, die ganz genau dokumentieren müssen, wie viel Zucker, also Kohlenhydrate, sie zu sich nehmen. Auch bei einer Alkoholtherapie könnte der Chip unterstützend zum Einsatz kommen, um den Menge des aufgenommenen Genussmittels zu überprüfen.

Doch es gibt auch kritische Stimmen, wenn es um das Thema Food-Tracking geht. Wer ständig überwacht, was und wann er isst, kann sich ein ungesundes Essverhalten angewöhnen. Denn wir hören nicht mehr auf unser Hungergefühl, sondern ernähren uns nach einem vorgegebenen Pensum an Kalorien. Einige nehmen die Vorgaben sogar so streng, dass das Abendessen auch mal gestrichen wird, wenn die App anzeigt, dass der Nutzer am Nachmittag schon die Tagesration an Kalorien erreicht hat. Und wenn wir zu wenig gegessen haben? Dann greifen einige vielleicht eher mal zu zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln – als Belohnung für das disziplinierte Verhalten am Tag.