Resilienz stärken – während Corona und darüber hinaus

Resilienz stärken – während Corona und darüber hinaus

Haben Sie schon einmal etwas von Resilienz gehört? Das ist die Fähigkeit, Stress- und Krisensituationen besser zu bewältigen und gestärkt aus ihnen herauszugehen – also genau das, was uns jetzt während der Coronakrise voranbringt. Denn schon seit Mitte März 2020 befinden wir uns weltweit in einer Art Ausnahmezustand. Es ist ruhig geworden im Alltag und einigen schlagen Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Reiseverbote zunehmend auf das Gemüt. Es ist daher aktuell wichtiger denn je, auf die mentale Gesundheit zu achten. Wir zeigen, wie Sie Ihre Resilienz stärken und geben Tipps, die Ihnen jetzt zu mehr Wohlbefinden verhelfen.

 

 

 

Was ist Resilienz?

 

Resilienz leitet sich vom lateinischen Wort „resilire“ ab, was so viel wie „abprallen“ bedeutet. Ein Ausflug in die Physik verdeutlich ganz gut, was es damit auf sich hat. Resilienz beschreibt eine Substanz, die sogar nach starker Deformation wieder von selbst in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt. Resiliente Menschen sind wie diese Substanz: Sie besitzen die Fähigkeit, Krisensituationen und Schicksalsschläge zu bewältigen, sie zu akzeptieren und gestärkt daraus hervorzugehen. Resilienz hilft uns zudem, uns an Veränderungen flexibler anzupassen.

 

 

 

Wie kann Resilienz mir konkret helfen?

 

Krisen können uns ganz schön aus der Bahn werfen – sei es aufgrund eines plötzlichen Jobverlusts, dem Tod einer geliebten Person, der Trennung vom Partner oder auch bedingt durch das Coronavirus. Resiliente Menschen trauern auch, sind niedergeschlagen und verletzt. Doch sie haben gelernt, in Krisensituation schneller aus der Schockstarre zu erwachen und handlungsfähig zu bleiben. Das hat zur Folge, dass sie Auswege und Handlungsmöglichkeiten leichter sehen und offen für Veränderungen sind.

 

 

 

Wie kann ich meine Resilienz stärken?

 

Die gute Nachricht: Wirklich jeder kann Resilienz erlernen und psychisch widerstandsfähiger werden. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass das ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen gelingt. Es braucht einfach etwas Zeit, bis wir neue Gewohnheiten verinnerlicht haben. Wir zeigen Ihnen im Folgenden, wie Sie Ihre Resilienz stärken können – kurzfristig, aber auch auf lange Sicht.

 

 

 

1. Seien Sie optimistisch

 

Wer einen gesunden Optimismus hat, sieht selbst in schwierigen Lebenssituationen etwas Positives. Ganz nach dem Motto: Das Glas ist stets halb voll und nicht halb leer. Ein solches Denken hilft uns, zu verdeutlichen, dass Krisen nie von Dauer sind, sondern irgendwann vorbeigehen. Ein Dankbarkeitstagebuch kann Ihnen helfen, sich im Alltag bewusster zu machen, was auch in der aktuellen Situation positiv ist. Schreiben Sie dafür jeden Abend mindestens drei Dinge auf, die Sie besonders gefreut haben – der Spaziergang am Mittag, das sehr gut gelungene Abendessen, ein schönes Telefonat, das Beobachten spielender Hunde im Park, …

 

Optimismus bedeutet, …

… aus wirklich jeder Situation das Beste zu machen.

… positiven Dingen im Alltag Bedeutung zu schenken.

… eine Krise als das anzusehen, was es ist – mehr aber auch nicht. Es kommen auch wieder bessere Tage!

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Der Alltag mag für viele aktuell sehr trist, langweilig und eintönig erscheinen. Wie soll man da optimistisch bleiben? Indem wir uns neben dem Dankbarkeitstagebuch Dinge suchen, die unseren Geist erhellen. Dabei geht es nicht darum, besonders kreative Ausflüge zu planen. Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, täglich an die frische Luft zu gehen und entdecken Sie dabei Ihre Stadt oder nähere Umgebung. Sie sind ein geselliger Mensch? Dann organisieren Sie doch einmal einen Spieleabend mit Ihren Freunden online. Oder nutzen Sie die Zeit, um neue Projekte zu starten, die Ihnen jetzt, aber auch über die Krise hinweg Freude bereiten. Optimistische Menschen schauen, wie aus der Situation das Beste herausholen können und sind damit zufrieden.

 

Menschen sind fröhlichQuelle: Min an via Pexels

 

2. Die Krise akzeptieren

 

Damit wir in einer Krise ins Handeln kommen können, müssen wir sie als solche akzeptieren und uns mit unveränderbaren Dingen abfinden. Das hat nichts mit Resignation zu tun, sondern hilft uns vielmehr, uns nicht mit negativen Gedanken in Schockstarre zu versetzen. Versuchen Sie lösungsorientiert zu handeln und Wege aus der Krise zu finden.

 

Sie akzeptieren, dass…

… Krisen zum Leben dazu gehören.

… Sie nicht auf alle Dinge Einfluss nehmen können und richten den Fokus auf das, was Sie aktiv verändern können.

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Egal, ob wir das Radio anmachen, den Fernseher anschalten oder im Internet auf Nachrichtenseiten surfen: Uns begegnen viele Meldungen zu Corona. Zwar ist es wichtig, gut informiert zu sein, aber wer ständig News zu dem Virus checkt, macht sich nur unnötig selbst verrückt. Ebenfalls hilft es nicht, ständig darüber zu klagen. In der derzeitigen Situation geht es uns allen so, dass wir sehr viele Dinge und Personen vermissen. Aber: Es hilft nichts. Wir müssen gemeinsam die Krise bewältigen und nach vorne blicken. Legen Sie daher lieber Ihren Fokus darauf, was Sie unternehmen können, damit es Ihnen und Ihrer Familie gut geht.

 

 

 

3. Selbstwirksamkeit leben

 

Seien Sie von Ihren eigenen Kompetenzen überzeugt und verdeutlichen Sie sich, dass Sie Einfluss darauf nehmen können. Dabei hilft es, die eigenen Stärken kennenzulernen und sie bewusst zu trainieren. Von Zeit zu Zeit gewinnen Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten, die Selbstwirksamkeit wächst. Fragen Sie ruhig auch Ihr nahes Umfeld, welche Eigenschaften oder Fähigkeiten Ihre Liebsten an Ihnen schätzen.

 

Sie glauben daran, dass…

… Sie alles schaffen, was Sie möchten.

… Sie neue Dinge erlernen können, auch wenn es schwierig erscheint.

… Sie, wenn Sie Neues ausprobieren, erfolgreich sein werden.

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Suchen Sie sich während der aktuellen Zeit eine Challenge und fordern Sie sich selbst heraus. Das kann beispielsweise das Ziel sein, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen – auch bei Regenwetter, einen Monat lang vegan zu leben oder einen Online-Kurs zu absolvieren und sich neue Fähigkeiten anzueignen oder bestehende zu verbessern.

 

 

 

4. Verantwortung für das eigene Leben übernehmen

 

Verlassen Sie die Opferrolle und nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Das stärkt die Handlungsfähigkeit. Denn Sie sind es, die Dinge zum Positiven verändern können. Besonders in Krisenzeiten ist es wichtig, diese als Teil des aktuellen Lebens anzuerkennen, sich aber nicht davon lähmen zu lassen.

 

Sie…

… übernehmen für sich und Ihr Handeln Verantwortung, weil Sie an sich glauben.

… respektieren Ihre Schwächen und Bedürfnisse. Sie lassen sich aber nicht davon übermannen, sondern fokussieren sich auf Ihre Stärken.

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Unser Leben spielt sich größtenteils nur noch in den eigenen vier Wänden ab. Unser Zuhause wird zum Arbeitsplatz, Kindergarten, Fitnessstudio und Rückzugsort in einem. Die Grenzen zwischen privatem und beruflichem verschwimmen. Routinen helfen, den Alltag zu strukturieren. Angefangen bei festen Schlafenszeiten und regelmäßigen Mahlzeiten bis hin zu Dingen, die dem seelischen Wohlbefinden guttun – Stichwort Self Care. Das kann Sport sein, aber auch ein ausgiebiges Bad, lange Spaziergänge, Yoga oder Meditation.

 

 

5. Soziale Kontakte pflegen

 

Haben wir Menschen um uns herum, die uns Kraft geben und uns den Rücken stärken, wirkt sich das stark auf unser Wohlbefinden aus. Resiliente Menschen pflegen diese Kontakte besonders. Wichtig: Achten Sie dabei darauf, dass es sich um Menschen handelt, die Ihnen auch wirklich guttun. Hier gilt: Qualität vor Quantität!

 

Beziehungen sind förderlich, wenn Sie…

… sich auf Ihre sozialen Kontakte verlassen und auch Probleme ansprechen können.

… nicht nur nehmen, sondern auch geben. Seien Sie für Freunde da!

… sich gegenseitig unterstützen und sich nicht im Weg stehen.

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Die Kontaktbeschränkungen erschweren es uns, mit unseren Liebsten persönlich in Kontakt zu treten. Wir müssen also andere Wege finden, Menschen (virtuell) zu treffen und Freundschaften zu pflegen.

 

 

 

6. Pläne für die Zukunft schmieden

 

Hoffnungsvoll in die Zukunft blicken ist eine Eigenschaft, die resiliente Menschen an sich haben. Dazu gehört auch, sich Ziele zu setzen – kurzfristige, aber auch langfristige. Oft bilden die kurzfristigen Ziele sogar die Basis für die langfristigen. Sie sollten daher nicht unterschätzt werden.

 

Sie handeln zukunftsorientiert, …

… indem Sie sich realistische und klare Ziele setzen und Ihr Leben danach ausrichten.

… wenn Sie Ziele auswählen, die Sie so stark motivieren, dass Sie diese auch in Krisenzeiten nicht aus den Augen verlieren.

 

Tipp für Coronazeiten:

 

Versuchen Sie, Ihren Alltag langfristig umzustellen – nicht nur von Lockdown zu Lockdown. Menschen, die auf eine reine Durchhaltetechnik setzen, empfinden die aktuelle Situation oft als zermürbender und belastender als jene, die sich langfristig mit der Situation arrangieren. Wenn Sie beispielsweise merken, dass weniger Termine und soziale Verpflichtungen Ihnen aktuell eigentlich ganz guttun, dann versuchen Sie diesen Lebensstil auch nach der Krise beizubehalten.

 

 

 

Sie möchten wissen, wie resilient Sie schon sind? Dann machen Sie doch mal einen Resilienztest, etwa unter: www.resilience-project.eu/uploads/media/self_evaluation_de.pdf

 

Schnelle Hilfe in der Krise 

Jeder von uns kann in eine seelische Krise geraten, aus der wir selbst keinen Ausweg finden. Zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu suchen. Jeder, der in so einer Situation ist, kann Hilfe bekommen – anonym und kostenfrei. Hier ein paar wichtige Anlaufstellen:

  • Telefonseelsorge

Rund um die Uhr an 356 Tagen

Telefonnummer: 0800 1110111 oder 0800 1110222

www.telefonseelsorge.de

  • Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“

Telefonnummern:

Kinder und Jugendliche: 116 111 (montags – samstags von 14 – 20 Uhr)

Eltern: 0800 111 0 550 (montags – freitags von 9 – 17 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 – 19 Uhr)

www.nummergegenkummer.de

  • Familien-Selbsthilfe „SeeleFon“

Telefonnummer: 0228 71002424 (Montag bis Donnerstag von 10 – 12 Uhr und 14 – 20 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr, freitags von 10 – 12 und 14 – 18 Uhr)

www.bapk.de/angebote/seelefon.html

Wie Corona den Begriff Gesundheit verändert

Wie Corona den Begriff Gesundheit verändert

Wir leben jetzt schon gut ein Jahr mit dem Corona-Virus. Und wohl jeder von uns merkt: Die Krise verändert uns, die Welt und die Art und Weise, wie wir auf Dinge blicken. Das gilt auch für das Thema Gesundheit im Zusammenhang mit Corona. Der Aspekt mentales Wohlbefinden ist so präsent wie nie zuvor. Aber auch unser Verständnis für physisches „gesund sein“ verändert sich zunehmend durch die Corona-Pandemie. Die Otto Trend Studie 2020 zeigt, wie groß der Wandel innerhalb der Gesellschaft ist.

 

Aspekt 1: Gesundheit während Corona bedeutet, handlungsfähig zu bleiben

 

Je unübersichtlicher das Weltgeschehen, desto eher tendieren wir dazu, uns stärker auf uns selbst zu verlassen. Denn unser unmittelbares Umfeld gibt uns Sicherheit und wir können Einfluss darauf nehmen, wie Dinge verlaufen. Sprich: Wir bleiben handlungsfähig. Das gelingt jedoch nur, wenn wir auch leistungsfähig sind. Ein wichtiger Faktor gerade zu Zeiten von Corona ist unsere Gesundheit – mental, emotional und körperlich.

Aspekt 2: Bedeutung mentaler Gesundheit in Corona-Zeiten nimmt zu

69 Prozent der Deutschen sagen, dass die mentale Gesundheit durch die Coronakrise zu einem wichtigen Thema geworden ist.1

Die Coronakrise verändert unseren Blick auf das Thema Gesundheit, das Verständnis wird ganzheitlicher. Die Frage, wie wir unsere mentale Gesundheit erhalten und stärken, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Kein Wunder, wird die Pandemie – je länger sie andauert – für viele zu einer emotionalen und mentalen Belastungsprobe. Das hat zur Folge, dass das Thema seelisches Wohl mehr in den Fokus rückt.

Aspekt 3: „Nicht krank sein“ wird anders gewichtet

63 Prozent der Deutschen sagen, dass sie durch die Coronakrise mehr auf ihre Gesundheit achten.1

Das Corona-Virus hat unseren Blick auf das Thema „krank sein“ ein Stück weit verändert. Eine Infektionskrankheit wie Grippe ist in der Regel zwar sehr unangenehm, aber zumeist nicht lebensbedrohlich. Durch das Coron-Virus hat „nicht krank sein“ eine ganz andere Bedeutung bekommen. Denn solch eine Viruserkrankung kann nicht nur sehr unangenehm sein, sondern auch riskanter – aufgrund von schweren Verläufen, aber auch weil wir merken, dass eine optimale medizinische Versorgung zu einem wertvollen Gut werden kann. Zudem zeigt sich: Die AHA-Regel, sprich Abstand halten und Alltagsmaske tragen, reduziert nicht nur das Risiko für eine Corona-Infektion, sondern auch allgemein für Atemwegserkrankungen2.

Aspekt 4: Die Chance, etwas Positives aus der Corona-Krise ziehen

 

Unser Alltag wurde während der Pandemie vollkommen neu strukturiert. Viele von uns saßen oder sitzen in improvisierten Homeoffice-Lösungen. Neben uns vielleicht die Kinder, die versuchen, dem Homeschooling gerecht zu werden. In solch einem Umfeld so leistungsfähig zu sein wie unter „normalen“ Umständen, fällt vielen schwer. Selbstfürsorge (Self Care) ist das Stichwort, um in diesen Zeiten eben diese Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Aber auch, um körperlich und mental gesund durch die Pandemie zu kommen. Und noch etwas kann Selbstfürsorge bewirken: Sie kann uns helfen, Resilienz aufzubauen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

 

Tipps, wie Sie Ihre mentale und körperliche Gesundheit (nachhaltig) stärken können und was sich hinter dem Begriff Resilienz verbirgt, lesen Sie in unserem Artikel „Resilienz stärken: während Corona und darüber hinaus.

Spazieren Sie sich gesund

Spazieren Sie sich gesund

Wanderweg durch die Natur
Quelle: Achim Bongard via Pexels

Spazieren gehen ist nur etwas für gutes Wetter? Von wegen! Spazieren gehen ist gesund und tut uns zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter gut. Schon kleinere Runden reichen aus, um die körperliche und mentale Gesundheit positiv zu beeinflussen – während der Corona-Pandemie, in der soziale Kontakte und Außer-Haus-Aktivitäten Mangelware sind, aber auch im ganz normalen Alltag. Hier kommen fünf gute Gründe, täglich einen (kleinen) Spaziergang zu machen.

Grund 1: Spazieren gehen hilft, die Vitamin D-Produktion anzukurbeln

Unser Körper benötigt D-Vitamin für den Stoffwechsel, das Immunsystem und den Knochenaufbau. Doch damit wir das Vitamin produzieren können, braucht es Sonnenlicht. Menschen, die im Sommer viel draußen sind, decken ihren Bedarf während dieser Jahreszeit von ganz alleine. Schon zehn bis dreißig Minuten Tageslicht reichen aus – je nach Hauttyp. Im Winter schaffen wir das in unseren Breitengraden hingegen nicht. Der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist selbst mittags zu flach, um die Vitamin D-Synthese anzukurbeln.1 Dann helfen Vitamin D-Tabletten. Warum es sich dennoch lohnt, im Winter jede Gelegenheit für einen Spaziergang zu nutzen, zeigen Ihnen die Gründe 2 bis 5.

Grund 2: Spazieren gehen senkt den Stresspegel

Stehen wir unter Stress, bildet der Körper verstärkt das Hormon Cortisol. Hält der Stress nur kurzzeitig an, können wir das Ungleichgewicht an Hormonen gut ausgleichen. Wird der Stress jedoch chronisch, leiden wir unter dauerhaft erhöhten Cortisolwerten. Diese wiederum können eine Reihe von Erkrankungen begünstigen, wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Störungen und Depressionen. Eine Studie der US-amerikanischen Universität Michigan zeigt, dass bereits 20 bis 30 Minuten im Grünen ausreichen, um den Cortisolspiegel im Körper zu senken. Idealweise eignet sich ein Wald als Umgebung. Wenn Sie diesen nicht vor der Tür haben, reicht aber auch ein Park oder der eigene Garten.

Grund 3: Spazieren gehen kurbelt den Kreislauf an und stärkt das Immunsystem

Durch regelmäßiges Spazieren gehen stärken wir unser Herz-Kreislaufsystem. Es wird mehr Blut durch die Gefäße gepumpt, was wiederum unsere Ausdauer verbessert. Auch auf das Immunsystem wirkt sich die Bewegung positiv aus, da der Stoffwechsel angekurbelt wird. Zudem hält die frische Luft unsere Schleimhäute feucht, was besonders im Winter von großer Bedeutung ist. Denn die warme Heizungsluft trocknet die Schleimhäute schnell aus. Dadurch wiederum kann sie die Reinigungs- und Schutzwirkung nicht mehr ausreichend erfüllen und Krankheitserreger gelangen leichter in den Körper.

Grund 4: Spazieren gehen sorgt für gute Laune und klare Gedanken

Bewegung an der frischen Luft entspannt Muskeln und Nerven. Wir kommen zur Ruhe, der Blutdruck sinkt. Das wiederum sorgt auch für bessere Laune und kann uns sogar dabei helfen, in Stressmomenten einen klaren Gedanken zu fassen. Auch wenn wir in einer Sache partout nicht weiterkommen, kann ein Spaziergang förderlich sein. Oft bringt er uns auf ganz neue Ideen.

Grund 5: Spazieren gehen steigert die Konzentration

Sitzen wir lange in geschlossenen Räumen, sorgt das für stickige Luft. Das beeinträchtigt unsere Konzentration negativ. Zwar könnten wir einfach ein Fenster öffnen, viel effektiver ist jedoch ein kurzer Spaziergang. Denn dieser versorgt unser Gehirn nicht nur für Sauerstoff, er hilft uns auch, auf andere Gedanken zu kommen und abzuschalten. Auch das fördert die Konzentrationsfähigkeit.

1: Quellen:

Hahn A et al. Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 3. Auflage 2015

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE (2014), Vitamin D- Das Mangelvitamin in der Schweiz. Abgerufen von https://www.sge-ssn.ch/media/tabula-3-14-d-report.pdf

IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam GbR, Vitamin D – Update und Geschichte. Abgerufen von https://www.imd-berlin.de/fileadmin/user_upload/Diag_Info/274_Vitamin_D.pdf

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Experten-Interviews: 6 Tipps, wie sie gelingen

Experten-Interviews: 6 Tipps, wie sie gelingen

Quelle: Cowomen via Pexels
Das Internet ist eine der wichtigsten Recherchequellen für Redakteure. Es liefert uns schier unendlich viele Informationen zu den verschiedensten Themen. Doch nicht alle Aufträge lassen sich mit reiner Recherche abdecken. Ist die Meinung von Experten gefragt, das Thema sehr aktuell oder komplex, hilft uns das Internet oft nur bedingt weiter. In solchen Fällen greifen wir gerne auf Experten-Interviews zurück. Die folgenden sechs Tipps helfen, gute Experten-Interviews zu führen.

Tipp 1: Recherchieren Sie Person und Thema

Experten-Interviews ersetzen nie komplett die eigene Recherche. Bevor Sie Kontakt zu einem Experten aufnehmen, verschaffen Sie sich selbst einen Überblick über das Thema, über das Sie mit dem Fachmann/der Fachfrau sprechen möchten. Gleiches gilt für Informationen zur Person. Mit wem habe ich es zu tun? Wie ist die Vita? Hat die Person bereits Experten-Interviews zu dem Thema gegeben? Das hilft dabei, sich die passenden Interviewfragen zu finden.

 

Tipp 2: Wohin soll die Reise gehen?

Überlegen Sie sich einen roten Faden, der sowohl Sie durch das Experten-Interview bringt als auch die Leser durch den fertigen Artikel. Was ist der Leitgedanke? Worauf zielen Sie mit dem Interview ab? Hilfreich dabei ist auch, sich zu überlegen, was der Gewinn für die Leser ist, wenn diese das Interview oder den Artikel mit Expertenzitaten lesen. Was möchten Sie vermitteln? Was sollen die Leser mitnehmen?

Je komplexer oder spezialisierter ein Thema, desto mehr Sinn macht es zudem, dem Experten vorab konkrete Fragen zukommen zu lassen, die Sie mit ihm durchgehen möchten. Das hat gleich mehrere Vorteile, unter anderem:

  • Ihr Interviewpartner kann abschätzen, welche Schwerpunkte Sie in dem Artikel setzen möchten.
  • Sie gelangen zielgerichtet an Informationen.
  • Der Experte kann sich auf das Interview vorbereiten. Das wiederum sorgt für ein flüssiges Gespräch und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Sie auf alle Fragen auch eine Antwort erhalten.

 

Tipp 3: Offene Fragen in Experten-Interviews bevorzugen

Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu? – damit beginnen offenen Fragen. Sie helfen uns, unseren Interviewpartner zum Reden zu bringen. Denn anders als bei geschlossenen Fragen können wir darauf nicht nur mit Ja und Nein antworten. Bei offenen Fragen besteht jedoch immer auch die Gefahr, dass unser Gegenüber nicht richtig auf den Punkt kommt oder das Thema anders angeht, als wir es uns vorgestellt haben – die Fragen sind einfach zu banal. Um das zu vermeiden, ist gute Vorbereitung gefragt.

Wichtig: Geschlossene Fragen sind nicht per se schlecht. Wenn wir uns beispielsweise eine Aussage oder ein Statement bestätigen lassen möchten, sind geschlossene Fragen zielführender als offene. Schätzen Sie daher selbst ab, wann welche Art von Fragen sinnvoll ist.

 

Tipp 4: Starten Sie mit Smalltalk

Viele unterschätzen die Kraft von Smalltalk zu Beginn eines Interviews. Doch banale Themen wie das Wohlbefinden oder auch das Wetter sind ideale Eisbrecher. Sie helfen uns, uns aufeinander einzustellen, ein Gefühl für unseren Gesprächspartner zu bekommen und eine gewisse Vertrauensbasis zu schaffen.

Bedenken Sie zudem: Nicht immer haben wir es mit Menschen zu tun, die geübt darin sind, Interviews zu geben. Sie sind vielleicht sehr nervös und wissen selbst nicht so recht, wie sie sich verhalten sollen. Smalltalk eignet sich dann perfekt, um ihnen die Nervosität etwas zu nehmen und sie zum eigentlichen Gespräch hinzuführen.

 

Tipp 5: Nehmen Sie das Gespräch in Experten-Interviews auf

Je länger das Interview dauert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir uns all das Gesagte merken und später wiedergeben können. Daher unser Tipp: Nehmen Sie das Gespräch auf. Das hat mehrere Vorteile, unter anderem:

  • Sie ersparen sich hastiges Mitschreiben während des Interviews und können sich ganz auf das Gespräch konzentrieren.
  • Das Risiko, wichtige Informationen zu vergessen, fällt durch die Aufnahme weg.
  • Sie haben den authentischen Wortlaut auf Band, was besonders für Wortlautinterviews und Zitate Gold wert ist.

Wichtig: Holen Sie sich beim Gesprächspartner immer die Erlaubnis für die Aufnahme ein. Idealweise lassen Sie sich das auch zu Beginn der Aufnahme noch einmal bestätigen.

 

Tipp 6: Lassen Sie die Experten-Interviews freigeben

Wir lassen generell alle Experten-Interviews, die wir führen und verschriftlichen, von den Fachleuten vor der Veröffentlichung freigegeben. Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, lohnt sich aber. Denn häufig ist es nötig, Antworten redaktionell anzupassen, etwa um längere Antworten zu kürzen. Auch passt das gesprochene Wort nicht immer als schriftliches Zitat. Manchmal möchten die Experten im Nachhinein auch selbst noch etwas geändert haben, weil sie beim Lesen merken, dass das, was sie gesagt haben, missverstanden werden könnte oder nicht ganz eindeutig formuliert ist.

Wir zeigen Ihnen zudem, wie Sie zielgruppengerechte Texte schreiben.

Wie Blockchain die Lebensmittelsicherheit erhöht

Wie Blockchain die Lebensmittelsicherheit erhöht

Quelle: Launchpresso via Pexels

Vergammelte Wurst, verunreinigte Milch und unerwünschte Bakterien in Käse – immer wieder tauchen solche Schlagzeilen über Lebensmittelskandale in den Medien auf. Der letzte große Skandal liegt nur wenige Monate zurück: Die mit Listerien verseuchten Wurstwaren des Unternehmens Wilke. Ein häufiges Problem bei solchen Skandalen ist, dass sich die einzelnen Kompetenten der Produkte nur schwer nachvollziehen lassen. Abhilfe kann die Blockchain-Technologie schaffen.

 

Blockchain. Diesen Begriff kennen viele vermutlich eher aus dem Bereich Kryptowährung, etwa Bitcoin. Doch schaut man sich genauer an, was sich hinter dem Begriff überhaupt verbirgt, wird schnell klar: Die Blockchain-Technologie kann in vielen Branchen zum Einsatz kommen.

 

 

Was steckt hinter dem Begriff Blockchain?

 

Eine Blockchain ist vergleichbar mit einer öffentlich einsehbaren Datenbank. In einer Cloud sind alle Informationen dezentral aber verschlüsselt gespeichert. Dort lassen sie sich verarbeiten, teilen und verwalten. Teilnehmer erweitern sie ständig mit neuen Informationen. Dadurch entstehen einzelne Datenblocks. Jeder neue Datensatz, der eingespeist wird, autorisiert die zuvor eingepflegten Informationen. Ist ein Block gefüllt, wird ein neuer erzeugt. So entsteht quasi eine Kette mit Datensätzen (Blockchain = Blockkette).

 

Vorteile der Blockchain-Technologie

  • Dezentral und offen – aber verschlüsselt: Das ganze System verteilt sich auf mehrere Stellen (dezentral). Es gibt keine Kontrollinstanz, die über allem steht. Alle Akteure haben die gleichen Rechte und können alle Informationen einsehen.
  • Unveränderbar: Einmal in die Datenbank eingepflegte Informationen können nachträglich nicht einzeln aus der Kette gelöscht oder geändert werden. Greift jemand in die Kette ein, werden alle nachfolgenden Transaktionen automatisch mit gelöscht. Eine Manipulation ist fast unmöglich.
  • Austausch in Echtzeit: Jeder Teilnehmer der Kette ist zu jedem Zeitpunkt auf dem aktuellsten Stand der Dinge.

 

Anwendungsbeispiel Erdbeerjoghurt: Vom Rohstoff zum Konsumenten

 

  • Wir kaufen einen Joghurt in einem Supermarkt, Geschmacksrichtung Erdbeere. Ein Blick auf das Etikett verrät, dass der Joghurt längst nicht nur aus Milch und Erdbeeren besteht. Die Liste ist lang. Zucker, künstliche Aromen, Stabilisatoren, … Das Unternehmen Musterland mischt alles zusammen und füllt den Joghurt ab. Doch wo die einzelnen Zutaten und Zusätze herkommen, ist nicht vermerkt.
  • Hier kann die Blockchain-Technologie helfen. Alle Akteure, die an der Herstellung und dem Vertrieb des Joghurts beteiligt sind, speisen Daten in eine dezentrale, cloudbasierte Datenbank ein. Von Lieferanten, Produzenten, Logistikern bis hin zu Groß- und Einzelhändlern.
  • Der Produzent der Erdbeeren legt beispielsweise (verpflichtend) Informationen zur Erdbeerart, zum Anbau und zur Ernte digital in einem „Block“ ab. Ein weiterer Datensatz entsteht beim Landwirt, der die Milch liefert. Auch die Produzenten erstellen einen Datensatz, ebenso wie die Verpacker. So entsteht eine Kette an Informationen, was die Erdbeerjoghurt-Herstellung transparent macht.

 

Einfachere Spurensuche bei Rückrufen

 

Nun zeigt sich, dass eine hohe Anzahl an Keimen im Joghurt ist. Es kommt zu einer Rückrufaktion des Produkts. Beispielsweise weil eine hohe Anzahl an Keimen festgestellt wurden, ist es deutlich einfacher, die Problemquelle zu identifizieren. Kam es zu Lücken in der Kühlkette? Wenn ja, an welcher Stelle? Welche Landwirte haben wie viel Milch für die Charge Joghurt geliefert? So lassen sich beispielsweise gezielt Proben und Nachweise über interne Kontrollen abfragen.

 

Aber auch zur Verbesserung von Prozessen und Steigerung der Produktionseffizienz kann Blockchain beitragen. Wer weiß, an welchen Stellen es hapert, kann gezielt Dinge verändern – und so Kosten sparen. Ein weiterer Punkt: Daten werden in Echtzeit übertragen, schnellere Abwicklungen sind möglich.

 

 

Auch für Verbraucher interessant

 

Und die Verbraucher? Auch die können von der Technologie profitieren. Dafür müssen sie jedoch die Möglichkeit bekommen, die Kette ebenfalls transparent einzusehen. Wo kommt das Essen? Unter welchen Bedingungen wurden Rohstoffe produziert? Wie lange ist ein Produkt von A nach B unterwegs? All das sind Aspekte, mit denen sich immer mehr Menschen bewusst auseinandersetzen und dementsprechend auch ihr Kaufverhalten anpassen.

 

 

Ein Blick in die Zukunft

 

Erste Unternehmen im Lebensmittelsektor setzen die Blockchain-Technologie bereits ein. Beispielsweise der französische Supermarktriese Auchan. Er nutzt es, um die Nahrungsmittellieferungen in mehreren Ländern besser nachvollziehen zu können. Und laut einer Studie des Capgemini Research Institutes könnte Blockchain in der Lebensmittelbranche bereits 2025 allgegenwärtig und massenkompatibel sein. Denn für alle Unternehmen sind Rückverfolgbarkeit, Transparenz und die Verfügbarkeit von Daten wichtige Aspekte im täglichen Geschäft.

 

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