Übergewichtige Kinder: Wer viel isst, wird dick? Jein

Übergewichtige Kinder: Wer viel isst, wird dick? Jein

Maria Lindsey Multimedia Creator von Pexels

 

40 Millionen Kinder weltweit unter fünf Jahren sind übergewichtig oder fettleibig – diese alarmierenden Zahlen gehen aus dem kürzlich vorgestellten UNICEF-Report hervor. Das betrifft auch viele Kinder hierzulande: Laut einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) aus 2018 ist etwa jedes siebte Kind zu dick oder sogar fettleibig. UNICEF und auch Verbraucherorganisationen wie Foodwatch fordern unter anderem, die Industrie im Kampf gegen Übergewicht stärker in die Verantwortung zu ziehen – so wie es andere Länder bereits machen.

Sportlich, schlank, gutaussehend: Schenken wir den Bildern auf Instagram glauben, besteht die Welt fast nur aus eben solchen Menschen. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus. Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Menschen mit Übergewicht und Adipositas zu kämpfen haben. Auch hierzulande spielt das Thema eine große Rolle – und das oft schon bei den Kleinsten. Laut einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts sind 15,4 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Fast sechs Prozent (5,9 Prozent) davon haben Adipositas.

 

Nicht nur der Faktor Essen schürt Übergewicht

Für viele ist klar: Übergewichtig wird, wer viel fett- und zuckerreiches Essen zu sich nimmt und sich nicht oder kaum körperlich bewegt. Das stimmt, aber nicht nur. Wissenschaftler im Forschungsverbund PreVENT fanden heraus, dass Übergewicht besonders häufig in Familien mit geringer Bildung auftritt – bedingt durch ein ungünstiges Essverhalten. Gründe hierfür können weniger zur Verfügung stehendes Geld sein, aber auch mangelndes Wissen darüber, was überhaupt eine gesunde Ernährung ausmacht. Laut Prof. Dr. Manfred Müller vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde in Kiel stellt gerade eine geringe Bildung demnach oftmals eine Barriere für erfolgreiche Präventionsmaßnahmen dar. Auch Kinder von Alleinerziehenden und Kinder mit Migrationshintergrund haben ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden.

Weitere Faktoren, die aus der Erhebung hervorgehen:

  • Fernsehen, Computer, Smartphone und Co.: Sitzen Kinder mehr als eine Stunde vor dem Bildschirm, steigt das Risiko für Übergewicht.
  • Übergewichtige Eltern: Kinder und Jugendliche von übergewichtigen Eltern haben ein um bis zu 80 Prozent erhöhtes Risiko, auch übergewichtig zu werden. Hier spielen die biologischen Anlagen eine Rolle, aber auch der Ernährungs- und Lebensstil.
  • Übergewicht in der Schwangerschaft: Nehmen Frauen während der Schwangerschaft mehr als mehr als 17 Kilogramm zu, steigt das Risiko für späteres Übergewicht bei den Kindern.

 

Die Crux mit vermeidlich gesunden Kinderlebensmittel

Neben aktuellen Zahlen zur Lage der Ernährungssituation von Kindern weltweit, fordert UNICEF in seinem Report auch ganz konkret Regierungen, die Privatwirtschaft, Spender, Eltern, Familien und Unternehmen auf, sich zugunsten der Gesundheit von Kindern einzusetzen. Unter anderem …

  • … könne durch eine bessere Aufklärung über gesunde Ernährung und gesetzliche Regelungen wie Zuckersteuern die Nachfrage nach ungesunden Lebensmitteln gesenkt werden.
  • … könnten korrekte und leicht verständliche Label und strengere Kontrollen für das Marketing von ungesunden Lebensmitteln dafür sorgen, dass ein gesundes „Ernährungs-Umfeld“ für Kinder und Jugendliche geschaffen wird.

Das Thema Marketing von Kinderprodukten ist auch der Verbraucherorganisation Foodwatch seit Jahren ein Dorn im Auge. Sie sieht auch die Lebensmittelindustrie in der Mitverantwortung, Übergewicht bei Kindern zu vermeiden. Neun von zehn Lebensmitteln, die etwa mit Comicfiguren für Kinder beworben würden, seien „zu süß, zu fettig, zu salzig“ und entsprächen nicht den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für gesunde Kinderprodukte – so Foodwatch. Auch die Verbraucherzentrale und die Initiative In Form des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft weisen darauf hin, dass die meisten Kinderlebensmittel viel zu süß und fetthaltig sind, zudem oft Zusatzstoffe enthalten.

 

Politik vs. Lebensmittellobby

„Der freiheitliche Staat kann seine Bürger informieren, ihnen aber nicht die Entscheidung abnehmen, wie sie sich ernähren. Die Verantwortung für die eigene Gesundheit hat im Grunde jeder selbst.“ Das sagte der ehemalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt 2014 in einem Interview mit der Welt. Das sieht Foodwatch anders und fordert die Bundesregierung zu konkreten Maßnahmen auf – auch im Hinblick auf Kinderlebensmittel. Die Organisation fordert Werbebeschränkungen für ungesunde Kinderlebensmittel, eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben und eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke.

Doch warum tut sich die Regierung mit gesetzlichen Vorgaben so schwer? Das liegt auch an der starken Lebensmittellobby. In einem Interview sagt die WHO-Chefin Margret Chan: „Wenn die Industrie in politische Entscheidungsfindungen eingebunden ist – seien Sie sicher, dass die wirksamsten Regulierungsmaßnahmen heruntergespielt oder ganz verhindert werden.“ Auch die Linke äußerte sich zu dem Thema: „Die Regierung – und insbesondere der Verbraucherminister – (…) darf sich nicht länger von den Lobbyisten der Ernährungsindustrie die Ernährungspolitik diktieren lassen.“

 

0 Prozent Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse

Das es auch anders geht, zeigt ein Blick in unsere Nachbarländer. In einigen EU-Ländern gibt es bereits Werbebeschränkungen für zuckerhaltige Lebensmittel. Schweden etwa verbietet jegliche Werbung in Kinderprogrammen für unter Zwölfjährige.

Werbeeinschränkungen gibt es hierzulande zwar nicht, wohl aber Ideen, wie Lebensmittel mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt unattraktiver gestaltet werden könnten – etwa durch eine reduzierte Mehrwertsteuer auf „gesunde“ Lebensmittel. Die Universität Hamburg analysierte im Rahmen einer Studie die Auswirkungen einer Besteuerung von „ungesunden“ oder „adipogenen“ Lebensmitteln, darunter sind solche mit hohem Fett-, Salz-, und Zuckeranteil zu verstehen, auf das Ernährungsverhalten in Deutschland. Das Fazit: Würde man Lebensmittel wie folgt versteuern, kann die Adipositasprävalenz reduziert werden:

  • Grün 0 %: Obst und Gemüse
  • Gelb 7 %: Normale Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch
  • Rot 19 %: Produkte mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett wie Fertiggerichte, Chips oder Süßigkeiten

Der NutriScore kommt – (k)ein Meilenstein?

Doch auch ganz konkret – und aktuell – tut sich etwas in Deutschland: Der NutriScore kommt! Wenn auch vorerst nur auf freiwilliger Basis – sprich, die Hersteller von Lebensmitteln entscheiden selbst, ob sie die Nährwertkennzeichnung auf die Produkte drucken. Der NutriScore erscheint auf der Vorderseite von Produkten und gibt den Verbrauchern eine schnelle Orientierung zu der Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln  – dargestellt in den Ampelfarben rot, gelb und grün. Rot steht eine ungünstige Zusammensetzung, gelb für „in Ordnung“ und grün für gut.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, reagiert mit der Einführung auf die Ergebnisse einer unabhängigen Verbraucherforschung, die im Auftrag des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft durchgeführt wurde. Der Wunsch der Verbraucher nach mehr Sicherheit und Transparent beim Kauf von Lebensmitteln – das zeigen die Ergebnisse – ist groß, heißt es in einer Pressemitteilung des BMEL.

Frau Klöckner betitelt diesen Schritt als „(…) Meilenstein in der Ernährungspolitik.“. Das erweiterte Nährwertkennzeichnungsmodell allein werde das Übergewichtsproblem nicht lösen, so Klöckner, aber es sei ein Baustein von vielen, die zur gesunden Ernährung beitrügen.

 

Jeder darf sich selbst ein Urteil darüber bilden, ob ein freiwilliges Einführen eines Nährwertkennzeichnungsmodells der Betitelung „Meilenstein“ würdig ist. Welcher Lebensmittelhersteller druckt freiwillig einen NutriScore auf ein Produkt, der uns mit rot eindeutig zeigt, dass das Produkt weniger gesund ist? Insbesondere, wenn er das Produkt als vermeidlich gesund deklariert – etwa ein Joghurt, bei dem mit ganz viel guter Milch geworben, der hohe Zuckergehalt jedoch verschwiegen wird? Auf der anderen Seite ist der NutriScore ein super Marketinginstrument. Schaut her, mein Kinderjoghurt ist gar nicht so schlecht, wie immer angeprangert! Er trägt ein hellgrünes „B“! Der Zuckergehalt ist zwar sehr hoch, dafür jener von Fett und Salz gering. Die Mischkalkulation ergibt ein B – also okay.

 

Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

 

Laut eines aktuellen Reports des Unternehmens Nielsen sind die Menschen in puncto Essen zunehmend auf der Suche nach Produkten und Lösungen, die das Leben vereinfachen und bequemer machen. Dazu zählen insbesondere Fertiggerichte für zu Hause und to go-Gerichte für unterwegs. Wir zeigen auf, warum immer mehr zu Convenience greifen. Außerdem: Rezept-Ideen für dein Meal Prep, gesunde und praktische Gerichte für unterwegs.

Wie oft essen Sie in einem Schnellrestaurant? Oder lassen sich Gerichte bequem nach Hause liefern? Mehrmals wöchentlich? Einmal im Monat? Oder seltener? Der weltweite Trend geht auf jeden Fall ganz klar hin zu Convenience, also vorgefertigte Produkte, die in wenigen Handgriffen verzehrfähig sind. Dazu zählen neben Fertig- auch to go-Produkte. Laut einer Studie des Unternehmens nutzen ein Drittel (33 Prozent) der weltweiten Verbraucher Restaurants oder Lieferdienste, 11 Prozent davon sogar mindestens einmal pro Woche. 57 Prozent der Verbraucher weltweit haben zudem in den letzten sechs Monaten ein Fastfood-Restaurant besucht.

 

Gründe für Convenience

Ein hektischer Alltag, ständig vernetzt und „immer auf dem Sprung“ – Zeit zum Essen bleibt da bei vielen wenig, geschweige denn zum Selbstkochen. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Nielsen-Studie wieder. Mehr als ein Viertel der weltweiten Verbraucher bevorzugen Produkte, die das Leben erleichtern (27 Prozent). Zudem sollten sie bequem zu bedienen sein (26 Prozent). Auch die Verpackungsgröße spielt eine Rolle. Jeder Fünfte gab an, nach Produkten zu suchen, die für kleine Haushalte geeignet sind. Das passt auch zu der Wohnsituation, die in Deutschland vorherrscht: Laut Statistischem Bundesamt lebten 2016 in rund 41 Prozent aller Haushalte nur noch eine Person.

 

Convenience ist nicht automatisch ungesund

Wir fassen zusammen: Essen, das bereits fertig zubereitet ist und das wir schnell konsumieren können, liegt voll im Trend. Doch gleichzeitig möchten immer mehr Menschen auf gesundes Essen nicht verzichten. Viele Anbieter haben reagiert: In Supermärkten gibt es Kühlregale mit fertigen Salaten, Wraps und Milchspeisen mit frischem Obst. Im Internet können wir gesunde, bereits zubereitete Wochenmenüs bestellen, die wir dann nur noch schonend erwärmen müssen. Auch bei den Lieferdiensten hat sich einiges getan. Neben Pizza und Pasta gibt es immer mehr Anbieter, die sich auf den Healthy-Lifestyle spezialisiert haben. Und auch wer sich mal eben etwas zum Essen auf die Hand kaufen möchte, ist nicht mehr auf Pommes, Wurst und Co. angewiesen – gesundes Fastfood boomt.

 

Meal Prep: Vorkochen heißt das Zauberwort

Doch wer jeden Tag gesund außer Haus isst, merkt schnell: Das geht ordentlich ins Geld. Hinzu kommt, dass wir – je nachdem, wo wir gerade sind – nicht immer das bekommen, was wir möchten. So greifen wir öfter auch mal zu Dingen, die den Vorstellungen einer gesunden Ernährung nicht ganz so entsprechen. Sei es, weil sie viel Zucker enthalten, sehr fettig sind oder einfach, weil die Portionen viel zu groß sind.

Immer wissen was drin ist, das Essen, worauf man Lust hat, Kosten sparen und gleichzeitig noch satt werden: Auch so kann dein Mittagessen unterwegs aussehen. Das Zauberwort dafür heißt Meal Prep. Dahinter steckt der Gedanke, Essen vorzukochen, es in gut verschließbaren Behältern zu verstauen und es für den Snack am Mittag am kommenden Tag mitzunehmen. Der Trend kommt – wie so oft – aus den USA. Angefangen damit haben Fitness-Fanatiker, die auf diese Weise auch unterwegs ganz genau steuern können, welche Lebensmittel sie in welchen Mengen zu sich nehmen.

 

Mit kalten Gerichten auf der sicheren Seite

Die Vollkornnudeln mit Tomaten-Gemüse-Soße in der Tasche – doch keine Mikrowelle in Sicht? Ja, das kann schnell passieren. Wenn du nicht weißt, ob du unterwegs dein Mittagessen aufwärmen kannst, setz lieber auf Speisen, die auch kalt super schmecken. Der Klassiker: Salate in allen Variationen – und ich meine wirklich in ALLEN Variationen:

 

  • Grüne Bohnen, Brokkoli und Möhren eignen sich super als Basis für Salate. Einfach bissfest garen, abkühlen lassen und mit verschiedenen Toppings mischen, wie Feta, Tomaten, Oliven, Gurke, Kidneybohnen, …
  • Couscous, Quinoa, Vollkornfusilli und gekochte Kartoffeln sind perfekte Komponenten für Salate, die lange satt halten. Einfach eine Handvoll unter grünen Salat mischen und nach Belieben mit Toppings aufpeppen: von roter Bete über Mozzarella, bis hin zu Kichererbsen oder frischen Apfelstücken. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Auch Hähnchenbrust oder etwas Roastbeef lassen sich super kalt essen, ebenso wie hart gekochte Eier.
  • Lass deiner Kreativität beim Dressing freien Lauf: Joghurt-Kräuter, Honig-Balsamico, Essig-Senf, Pesto-Balsamico, … Und wenn dir das zu langweilig ist, versuche dich doch mal an einem asiatisch angehauchten Dressing mit Limettensaft, Sojasoße, frischem Chili, Koriander und etwas braunem Zucker.
Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben: So überzeugen Texte

Zielgruppengerechtes Schreiben

 

Der Inhalt in das Herzstück eines jeden Textes. Gut recherchiert, liefert er einwandfreie Informationen zu einem bestimmten Thema. Das allein macht einen Beitrag oder Artikel jedoch noch lange nicht zu einem guten Text. Die magischen zwei Worte heißen: zielgruppengerechtes Schreiben.

Wenn wir einen Artikel lesen, möchten wir uns verstanden fühlen. Nur so schafft es ein Text, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Neben der fachlichen Recherche fragen wir uns als Redakteure daher vor dem Schreiben immer auch: Welche Zielgruppe sprechen wir an? Und welche Ansprache müssen wir wählen, damit das Geschriebene die Leser überzeugt? Texte, die uns beim Lesen in den Bann ziehen, hinterlassen einen positiv bleibenden Eindruck. Das ist besonders dann der Fall, wenn er an unseren Sprachstil und unsere Interessen angepasst ist. Liefert er uns dann noch einen echten Mehrwert, sind wir vollends zufrieden.

Die Zielgruppe kennenlernen

Für uns gehört zielgruppengerechtes Schreiben zum Tagesgeschäft. Denn unsere Kunden sind sehr vielfältig. Genauso unterschiedlich sind auch die Leser, die wir in unseren Texten ansprechen. Ob Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte, Ärzte oder Bürger wie du und ich – wir alle möchten Texte lesen, die an unsere Bedürfnisse angepasst sind. Bevor es an das Schreiben geht, versuchen wir uns vom Medienteam Medizin daher immer in die potenziellen Leser hineinzuversetzen. Was bewegt die Personen, die hinter einer Zielgruppe stecken? Was ist für sie thematisch besonders spannend? Und welchen Mehrwert möchten wir den Lesern mit unseren Texten schaffen? Wenn wir für eine bestimmte Berufsgruppe schreiben, schauen wir immer auch, welchen fachlichen Hintergrund sie mitbringt. Manchmal hilft beim zielgruppengerechten Schreiben auch ein Blick hinter die Kulissen. Etwa wie ein typischer Alltag eines Gesundheitsberufs aussieht. Die Informationen können wir dann wiederum beispielsweise für einen szenischen Einstieg oder passende Beispiele nutzen.

Erst wenn wir unsere Zielgruppe ganz genau kennen, beginnen wir mit dem Texten. Ein wichtiger Schritt ist, unsere Aufträge der Kunden danach einzuteilen, ob es sich um einen Fachtext oder um einen Beitrag für die Publikumspresse handelt.

 

Fachmedium:

Typische Zielgruppen von Fachtexten sind etwa Ärzte oder Angehörige von Heilmittelberufen wie Physiotherapeuten. Viele Artikel sind auf ein spezifisches Thema konzentriert, etwa Behandlungsmöglichkeiten für eine bestimmte Krankheit. Die Zielgruppe verfügt bereits über ein gutes medizinischen und gesundheitliches Hintergrundwissen. Zudem gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die Angehörige von Gesundheitsberufen in ihrer täglichen Kommunikation anwenden. Es gilt für uns herauszufinden, um welche es sich dabei konkret handelt und die Wortwahl dementsprechend an das Grundwissen anzupassen. Ganz ohne Erklärungen von Begriffen kommt meist aber auch ein Fachartikel nicht aus – wir setzen sie nur eben sparsamer ein, als bei Artikeln für Publikumsmedien. Der Sprachstil ist meist sachlich gehalten, das Vermitteln von Informationen steht bei Fachtexten im Fokus.

 

Publikumsmedium:

Anders sieht es aus, wenn wir einen Text für ein Publikumsmedium wie etwa einem Apothekenmagazin schreiben. Bei dieser Zielgruppe können wir nicht voraussetzen, dass Fachbegriffe zu beispielsweise Krankheiten bekannt sind. Dementsprechend passen wir den Schreibstil an: Wir erklären medizinische Begriffe und zeigen, wann immer es angebracht ist, praktische Beispiele auf. Auch Vergleiche können helfen, etwa um Wirkmechanismen von Medikamenten besser zu verstehen. Leser von Publikumsmedien möchten einen Mehrwert erfahren – und das auf eine unterhaltsame Art und Weise. Das können wir beispielsweise dadurch erreichen, indem wir den Lesern praktische Tipps an die Hand geben, wie sich bestimmte Therapien einfach in den Alltag integrieren lassen. Wichtig ist auch, dass die Texte leicht zu lesen sind, gleichzeitig aber nicht banal klingen. Über eine lebendige Ansprache wecken wir Emotionen, wodurch die Lust am Lesen gesteigert wird.

 

Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Was früher als „Öko“ galt, ist heute für viele Verbraucher selbstverständlich: Der Kauf von ökologisch angebautem Obst und Gemüse. In fast allen Discountern ist das Bio-Grünzeug zu finden. Was viele Supermärkte bisher jedoch noch nicht geschafft haben, ist auf die Massen an Plastikverpackungen um Gurke und Co. zu verzichten. Dabei kann es so einfach sein: Mit Natural Branding, eine Laserbeschriftung für Obst und Gemüse.

 

 

In Folien eingepackter Salat, eigeschweißte Gurken und in Plastik umhüllte Bananen: Biologisch angebautes Obst und Gemüse scheint in Supermärkten besonders schützenswert zu sein. In Plastikverpackungen eingebettet, liegen sie fein aufgereiht im Regal. Wenn ich sehe, welche Berge an Plastik ich mit jedem Einkauf von Bio-Obst und -Gemüse nach Hause mitbringe, zweifle ich etwas an der Sinnhaftigkeit, diese Produkte zu kaufen. Gut für die Gesundheit – aber schlecht für die Umwelt? Das passt für mich einfach nicht zusammen. Umso mehr freue ich mich über den Trend „Natural Branding“.

 

Warum ist so viel Bio in Plastik verpackt? 

Laut EU-Verordnung müssen alle Bio-Produkte eindeutig als solche erkennbar sein. Das ist besonders bei Obst und Gemüse aber schwer umsetzbar: Eine Bio-Gurke sieht von außen genauso aus wie eine konventionell angebaute. Um sie auseinanderzuhalten, ist ein Produkt in Plastik gehüllt. Viele Supermärkte verpacken dann in der Regel jenes, welches in geringerer Stückzahl produziert wird. Und das ist nun einmal die biologisch angebaute Variante.

 

Natural Labeling: Obst und Gemüse tätowieren

Anstelle von Plastikverpackungen und -etiketten lässt sich das Bio-Siegel und der Produktname aber auch einfach in die Schale tätowieren. Und zwar mit Hilfe eines speziellen Lasers. Da nur eine sehr geringe Schicht der Schale abgetragen wird, soll die Methode weder den Geschmack noch die Haltbarkeit des Grünzeugs beeinflussen. Neu ist die Idee nicht: Bereits 2013 wurde die Technik von der EU-Kommission genehmigt. Dennoch ist das Verfahren hierzulande noch relativ wenig im Einsatz. Lediglich zwei Supermarktketten (Rewe und Netto) setzten oder setzen testweise die Laser-Etikettierung ein, etwa bei Süßkartoffeln, Ingwer und Gurken. Schweden und die Niederlande sind uns da bereits einen Schritt voraus.

 

Vorteile für Produzenten, Händler und Verbraucher

Alle Akteure profitieren von dem Natural Branding. Der wichtigste Aspekt: Den CO2-Ausstoß reduzieren. Dieser ist bei der Produktion von Plastik sehr hoch und er belastet die Umwelt stark. Hinzu kommen die Massen an Müll, die in Verbrennungsanlagen landen – nur ein geringer Anteil wird recycelt. Der Großteil wandert leider auch in die Meere und wird zur Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger.

Weitere Vorteile des Natural Branding:

  • Die Produzenten und Händler sparen Kosten, da sie deutlich weniger Verpackungsmaterialien benötigen. Zudem ist die Laserbeschriftung von Dauer – es können keine Etiketten abfallen.
  • Wir als Verbraucher können genau nach Bedarf einkaufen und müssen keine vorbestimmten Größen wählen, etwa drei Zucchini, obwohl wir nur eine benötigen. Im Ernstfall landet dann nicht nur der Plastik im Müll, sondern auch mindestens eine der Gewächse.

 

Natural Branding: In Deutschland ein Exot

Die Vorteile für das Lasern von Obst und Gemüse sprechen für sich. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind geschaffen und auch das passende Equipment für das Natural Branding gibt es bereits. Die Produzenten und Händler könnten also direkt loslegen mit dem Einsparen von CO2 und Kosten. Und dennoch türmen sich immer noch Berge an in Plastik verpacktes Biogemüse und -obst in den Supermärkten und Discountern…

Ich habe mal ein bisschen nach möglichen Gründen für den bisher geringen Einsatz recherchiert. Auf einigen Internetseiten ist die Rede davon, dass es schlichtweg noch nicht genug Maschinen gibt, um den gesamten Markt zu bedienen. In anderen Quellen heißt es, die Skepsis, ob das Lasern aus gesundheitlicher Sicht wirklich unbedenklich ist, ist noch zu groß – gerade bei Lebensmitteln, bei denen die Schale mitgegessen werden kann, wie etwa Gurken. Wir halten die Augen weiter offen und werden berichten, wenn das Natural Branding den von uns gewünschten Aufschwung erlebt.

 

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Baharat, Kumin, Zatar, Sumach – na, klingelts bei dir? Nicht? Gar nicht schlimm, denn spätestens nach diesem Beitrag hältst du danach beim nächsten Einkauf bestimmt Ausschau. So viel sei gesagt: Es hat mit Essen zu tun. Genauer mit der Levante-Küche. Sie erfährt derzeit einen wahren Boom. Und das zu Recht: Die Gerichte sind Aromabomben, die deine Geschmacksknospen verwöhnen und dem tristen Essensallerlei neues Leben einhauchen – und das ohne großen Zubereitungsaufwand. Auch ich bin ihr verfallen.

Spanische Tapas waren gestern. Heute kommen orientalische Mezze auf den Tisch, das aktuelle Trend-Pedant zu Oliven, Calamari und Co. Wie bei Tapas handelt es sich auch hierbei um kleine Speisen, die wir bevorzugt in geselliger Runde genießen – so der Grundgedanke von Mezze. Traditionell israelische Gerichte werden mit arabischen Speisen kombiniert und ergeben ein frisches, aromatisches Geschmackserlebnis. Das Ganze nennt sich dann Levante-Küche.

 

Levante – Länder des östlichen Mittelmeers

Aufgehend – dafür steht das französische Wort levante. Es wird gerne auch sinnbildlich für das Morgenland genommen und bezeichnet die Länder des östlichen Mittelmeers, genauer Israel, Syrien, Jordanien und der Libanon. Die Levante-Küche ist demnach ein kulinarisches Zusammenkommen der verschiedenen Essenskulturen dieser Länder.

 

Lecker, leger und sehr aromatisch

Der Hauptakteur der Levante-Küche ist Gemüse. Besonders Blumenkohl und Aubergine kommen bei vielen Gerichten zum Einsatz. Durch Kräuter wie Minze und orientalische Gewürze und Gewürzmischungen wie Kumin, Baharat, Zatar und Sumach sind sie alles andere als fad und langweilig. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sowie Bulgur und Couscous spielen eine wichtige Rolle in dieser Küche.

 

Fünf typische Gerichte, Dips und Pasten

Eine der bekanntesten Gerichte ist die Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen mit Petersilie, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln. Mehr Wumms bekommen die Falafel, wenn ihr Harissa, eine scharfe Gewürzpaste, hinzu gebt (Rezept im Kasten). Perfekt für warme Sommertage ist Tabouleh, ein Salat aus Bulgur, viel Petersilie, Tomaten, Gurke, Minze und Zitronensaft.

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Dips und Pasten. Dazu gibt es frisches Fladenbrot. Ein Klassiker schlechthin ist Hummus, eine Paste aus Kichererbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel und Sesampaste (Tahin). Den Hummus könnt ihr super mit etwas Chili-Paste aufpeppen. Auch Baba Ghanpoush,  ein Püree aus Auberginen, Sesampaste und Zitronensaft, eignet sich perfekt zum Dippen.

Wer es lieber warm mag, der sollte das israelische Nationalgericht Shakshuka ausprobieren. In eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Paprika, Chili und Gewürzen wie Kreuzkümmel gesellen sich pochierte Eier. Dazu gibt es: Fladenbrot.

 

Levante-Küche: Gesund, ohne „gesund“ zu schmecken

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt: Die Küche ist nicht nur lecker, sondern durch das viele Gemüse und die Hülsenfrüchte auch sehr gesund – und ideal für Vegetarier geeignet. Doch auch Fleischliebhaber brauchen keine Angst vor Eintönigkeit zu haben. Ein aus verschiedenen kleinen Mezze zusammengestelltes Gericht braucht kein Schnitzel und keine Bratwurst. Genießt einfach die verschiedenen Geschmäcker, ihr werdet begeistert sein.

Neben dem „Healthy-Aspekt“ punktet die Küche auch mit der Zubereitung. Für die meisten Gerichte sind nur wenige Handgriffe nötig. Die Grundzutaten findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt. Baharat, Zatar und Co. bekommt ihr preiswert in orientalisch-arabischen Supermärkten. Ihr könnt die Gewürze und Mischungen auch online bestellen, beispielsweise bei Just Spices.

Tipp: Wer keine Lust auf das Suchen nach Rezepten im Internet hat, der sollte im Buchhandel mal nach den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi Ausschau halten. Er hat mehrere vegetarische Kochbücher herausgebracht, allesamt mit Einflüssen aus der israelischen Küche. Ich selbst habe das „Genussvoll vegetarisch“. Mein Fazit: Bester Kauf überhaupt!

 

Rezept für Harissa-Falafel (ca. 12 Stück)

 

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Petersilie
  • 1 TL Harissa-Paste (bei Bedarf mehr)
  • Je 2 TL Koriander- und Kreuzkümmelpulver
  • 1 EL Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Weizenmehl

 

  1. Kichererbsen in eine Schale geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken, 1,5 bis 2 Liter. 12 Stunden einweichen lassen. Danach abtropfen lassen.
  2. Petersilie waschen und grob hacken, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch.
  3. Kichererbsen, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit der Harissa-Paste, dem Koriander- und Kreuzkümmelpulver, etwas Salz und Pfeffer, dem Mehl sowie 1 EL Zitronensaft in einen Mixer geben. Alles gut pürieren.
  4. Die Masse noch einmal abschmecken, eventuell mit Salz, Pfeffer oder Harissa nachwürzen.
  5. Hände anfeuchten und aus der Masse pflaumengroße Bällchen formen.
  6. Reichlich Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen (Die Bällchen sollten halb darin schwimmen). Die Falafel vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen und sie für drei bis vier Minuten frittieren, bis sie rundum schön goldgelb sind. Abtropfen lassen, warm servieren.