Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

Trend-Studie zeigt: Convenience boomt

 

Laut eines aktuellen Reports des Unternehmens Nielsen sind die Menschen in puncto Essen zunehmend auf der Suche nach Produkten und Lösungen, die das Leben vereinfachen und bequemer machen. Dazu zählen insbesondere Fertiggerichte für zu Hause und to go-Gerichte für unterwegs. Wir zeigen auf, warum immer mehr zu Convenience greifen. Außerdem: Rezept-Ideen für dein Meal Prep, gesunde und praktische Gerichte für unterwegs.

Wie oft essen Sie in einem Schnellrestaurant? Oder lassen sich Gerichte bequem nach Hause liefern? Mehrmals wöchentlich? Einmal im Monat? Oder seltener? Der weltweite Trend geht auf jeden Fall ganz klar hin zu Convenience, also vorgefertigte Produkte, die in wenigen Handgriffen verzehrfähig sind. Dazu zählen neben Fertig- auch to go-Produkte. Laut einer Studie des Unternehmens nutzen ein Drittel (33 Prozent) der weltweiten Verbraucher Restaurants oder Lieferdienste, 11 Prozent davon sogar mindestens einmal pro Woche. 57 Prozent der Verbraucher weltweit haben zudem in den letzten sechs Monaten ein Fastfood-Restaurant besucht.

 

Gründe für Convenience

Ein hektischer Alltag, ständig vernetzt und „immer auf dem Sprung“ – Zeit zum Essen bleibt da bei vielen wenig, geschweige denn zum Selbstkochen. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Nielsen-Studie wieder. Mehr als ein Viertel der weltweiten Verbraucher bevorzugen Produkte, die das Leben erleichtern (27 Prozent). Zudem sollten sie bequem zu bedienen sein (26 Prozent). Auch die Verpackungsgröße spielt eine Rolle. Jeder Fünfte gab an, nach Produkten zu suchen, die für kleine Haushalte geeignet sind. Das passt auch zu der Wohnsituation, die in Deutschland vorherrscht: Laut Statistischem Bundesamt lebten 2016 in rund 41 Prozent aller Haushalte nur noch eine Person.

 

Convenience ist nicht automatisch ungesund

Wir fassen zusammen: Essen, das bereits fertig zubereitet ist und das wir schnell konsumieren können, liegt voll im Trend. Doch gleichzeitig möchten immer mehr Menschen auf gesundes Essen nicht verzichten. Viele Anbieter haben reagiert: In Supermärkten gibt es Kühlregale mit fertigen Salaten, Wraps und Milchspeisen mit frischem Obst. Im Internet können wir gesunde, bereits zubereitete Wochenmenüs bestellen, die wir dann nur noch schonend erwärmen müssen. Auch bei den Lieferdiensten hat sich einiges getan. Neben Pizza und Pasta gibt es immer mehr Anbieter, die sich auf den Healthy-Lifestyle spezialisiert haben. Und auch wer sich mal eben etwas zum Essen auf die Hand kaufen möchte, ist nicht mehr auf Pommes, Wurst und Co. angewiesen – gesundes Fastfood boomt.

 

Meal Prep: Vorkochen heißt das Zauberwort

Doch wer jeden Tag gesund außer Haus isst, merkt schnell: Das geht ordentlich ins Geld. Hinzu kommt, dass wir – je nachdem, wo wir gerade sind – nicht immer das bekommen, was wir möchten. So greifen wir öfter auch mal zu Dingen, die den Vorstellungen einer gesunden Ernährung nicht ganz so entsprechen. Sei es, weil sie viel Zucker enthalten, sehr fettig sind oder einfach, weil die Portionen viel zu groß sind.

Immer wissen was drin ist, das Essen, worauf man Lust hat, Kosten sparen und gleichzeitig noch satt werden: Auch so kann dein Mittagessen unterwegs aussehen. Das Zauberwort dafür heißt Meal Prep. Dahinter steckt der Gedanke, Essen vorzukochen, es in gut verschließbaren Behältern zu verstauen und es für den Snack am Mittag am kommenden Tag mitzunehmen. Der Trend kommt – wie so oft – aus den USA. Angefangen damit haben Fitness-Fanatiker, die auf diese Weise auch unterwegs ganz genau steuern können, welche Lebensmittel sie in welchen Mengen zu sich nehmen.

 

Mit kalten Gerichten auf der sicheren Seite

Die Vollkornnudeln mit Tomaten-Gemüse-Soße in der Tasche – doch keine Mikrowelle in Sicht? Ja, das kann schnell passieren. Wenn du nicht weißt, ob du unterwegs dein Mittagessen aufwärmen kannst, setz lieber auf Speisen, die auch kalt super schmecken. Der Klassiker: Salate in allen Variationen – und ich meine wirklich in ALLEN Variationen:

 

  • Grüne Bohnen, Brokkoli und Möhren eignen sich super als Basis für Salate. Einfach bissfest garen, abkühlen lassen und mit verschiedenen Toppings mischen, wie Feta, Tomaten, Oliven, Gurke, Kidneybohnen, …
  • Couscous, Quinoa, Vollkornfusilli und gekochte Kartoffeln sind perfekte Komponenten für Salate, die lange satt halten. Einfach eine Handvoll unter grünen Salat mischen und nach Belieben mit Toppings aufpeppen: von roter Bete über Mozzarella, bis hin zu Kichererbsen oder frischen Apfelstücken. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Auch Hähnchenbrust oder etwas Roastbeef lassen sich super kalt essen, ebenso wie hart gekochte Eier.
  • Lass deiner Kreativität beim Dressing freien Lauf: Joghurt-Kräuter, Honig-Balsamico, Essig-Senf, Pesto-Balsamico, … Und wenn dir das zu langweilig ist, versuche dich doch mal an einem asiatisch angehauchten Dressing mit Limettensaft, Sojasoße, frischem Chili, Koriander und etwas braunem Zucker.
Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Trend Natural Branding: Tattoos für Gemüse und Obst

Was früher als „Öko“ galt, ist heute für viele Verbraucher selbstverständlich: Der Kauf von ökologisch angebautem Obst und Gemüse. In fast allen Discountern ist das Bio-Grünzeug zu finden. Was viele Supermärkte bisher jedoch noch nicht geschafft haben, ist auf die Massen an Plastikverpackungen um Gurke und Co. zu verzichten. Dabei kann es so einfach sein: Mit Natural Branding, eine Laserbeschriftung für Obst und Gemüse.

 

 

In Folien eingepackter Salat, eigeschweißte Gurken und in Plastik umhüllte Bananen: Biologisch angebautes Obst und Gemüse scheint in Supermärkten besonders schützenswert zu sein. In Plastikverpackungen eingebettet, liegen sie fein aufgereiht im Regal. Wenn ich sehe, welche Berge an Plastik ich mit jedem Einkauf von Bio-Obst und -Gemüse nach Hause mitbringe, zweifle ich etwas an der Sinnhaftigkeit, diese Produkte zu kaufen. Gut für die Gesundheit – aber schlecht für die Umwelt? Das passt für mich einfach nicht zusammen. Umso mehr freue ich mich über den Trend „Natural Branding“.

 

Warum ist so viel Bio in Plastik verpackt? 

Laut EU-Verordnung müssen alle Bio-Produkte eindeutig als solche erkennbar sein. Das ist besonders bei Obst und Gemüse aber schwer umsetzbar: Eine Bio-Gurke sieht von außen genauso aus wie eine konventionell angebaute. Um sie auseinanderzuhalten, ist ein Produkt in Plastik gehüllt. Viele Supermärkte verpacken dann in der Regel jenes, welches in geringerer Stückzahl produziert wird. Und das ist nun einmal die biologisch angebaute Variante.

 

Natural Labeling: Obst und Gemüse tätowieren

Anstelle von Plastikverpackungen und -etiketten lässt sich das Bio-Siegel und der Produktname aber auch einfach in die Schale tätowieren. Und zwar mit Hilfe eines speziellen Lasers. Da nur eine sehr geringe Schicht der Schale abgetragen wird, soll die Methode weder den Geschmack noch die Haltbarkeit des Grünzeugs beeinflussen. Neu ist die Idee nicht: Bereits 2013 wurde die Technik von der EU-Kommission genehmigt. Dennoch ist das Verfahren hierzulande noch relativ wenig im Einsatz. Lediglich zwei Supermarktketten (Rewe und Netto) setzten oder setzen testweise die Laser-Etikettierung ein, etwa bei Süßkartoffeln, Ingwer und Gurken. Schweden und die Niederlande sind uns da bereits einen Schritt voraus.

 

Vorteile für Produzenten, Händler und Verbraucher

Alle Akteure profitieren von dem Natural Branding. Der wichtigste Aspekt: Den CO2-Ausstoß reduzieren. Dieser ist bei der Produktion von Plastik sehr hoch und er belastet die Umwelt stark. Hinzu kommen die Massen an Müll, die in Verbrennungsanlagen landen – nur ein geringer Anteil wird recycelt. Der Großteil wandert leider auch in die Meere und wird zur Gefahr für Fische, Vögel und Meeressäuger.

Weitere Vorteile des Natural Branding:

  • Die Produzenten und Händler sparen Kosten, da sie deutlich weniger Verpackungsmaterialien benötigen. Zudem ist die Laserbeschriftung von Dauer – es können keine Etiketten abfallen.
  • Wir als Verbraucher können genau nach Bedarf einkaufen und müssen keine vorbestimmten Größen wählen, etwa drei Zucchini, obwohl wir nur eine benötigen. Im Ernstfall landet dann nicht nur der Plastik im Müll, sondern auch mindestens eine der Gewächse.

 

Natural Branding: In Deutschland ein Exot

Die Vorteile für das Lasern von Obst und Gemüse sprechen für sich. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind geschaffen und auch das passende Equipment für das Natural Branding gibt es bereits. Die Produzenten und Händler könnten also direkt loslegen mit dem Einsparen von CO2 und Kosten. Und dennoch türmen sich immer noch Berge an in Plastik verpacktes Biogemüse und -obst in den Supermärkten und Discountern…

Ich habe mal ein bisschen nach möglichen Gründen für den bisher geringen Einsatz recherchiert. Auf einigen Internetseiten ist die Rede davon, dass es schlichtweg noch nicht genug Maschinen gibt, um den gesamten Markt zu bedienen. In anderen Quellen heißt es, die Skepsis, ob das Lasern aus gesundheitlicher Sicht wirklich unbedenklich ist, ist noch zu groß – gerade bei Lebensmitteln, bei denen die Schale mitgegessen werden kann, wie etwa Gurken. Wir halten die Augen weiter offen und werden berichten, wenn das Natural Branding den von uns gewünschten Aufschwung erlebt.

 

Kolumne: Fürs Leben gerne Kaffee trinken

Kolumne: Fürs Leben gerne Kaffee trinken

Kaffee: Gesundes Lebenselixier

Morgens halb sechs in Deutschland. Der Wecker würde noch lange nicht klingeln, aber das stört Kinder herzlich wenig. Also beginnt der Tag früher als gedacht, erwartet und erhofft – und wie in vielen deutschen Küchen mit einer grooooßen Tasse Kaffee. Es wird nicht die letzte bleiben heute. Aber ist das wirklich gesund? Wäre jetzt nicht ein grüner Tee oder ein selbst gemachtes Ingwerwasser die bessere Alternative?

Während ich noch darüber nachdenke, bringt der allmorgendliche Blick in die Neuigkeiten des Tages die frohe Botschaft: Wer Kaffee trinkt, lebt länger. So steht es in einer vor allem Ärzten gut bekannten Zeitung. Und das gilt diesmal nicht nur für kleine Mengen, sondern auch für einen ausgiebigen Kaffee-Konsum, zeigt eine aktuelle Studie. Je mehr man als passionierter Kaffeetrinker liest, desto besser wird es. Bei Menschen, die eine Tasse pro Tag trinken, sank die Sterbewahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren um acht Prozent. Bei Kaffeetrinkern, die sich vier und mehr Tassen gönnten, sogar um 12 bis 16 Prozent. Selbst die mehr als acht Tassen wirkten sich noch positiv aus.

Also: Hoch die Tassen – auf einen erfolgreichen Tag!

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Food Trend „Levante-Küche“: Aromen aus dem Nahen Osten

Baharat, Kumin, Zatar, Sumach – na, klingelts bei dir? Nicht? Gar nicht schlimm, denn spätestens nach diesem Beitrag hältst du danach beim nächsten Einkauf bestimmt Ausschau. So viel sei gesagt: Es hat mit Essen zu tun. Genauer mit der Levante-Küche. Sie erfährt derzeit einen wahren Boom. Und das zu Recht: Die Gerichte sind Aromabomben, die deine Geschmacksknospen verwöhnen und dem tristen Essensallerlei neues Leben einhauchen – und das ohne großen Zubereitungsaufwand. Auch ich bin ihr verfallen.

Spanische Tapas waren gestern. Heute kommen orientalische Mezze auf den Tisch, das aktuelle Trend-Pedant zu Oliven, Calamari und Co. Wie bei Tapas handelt es sich auch hierbei um kleine Speisen, die wir bevorzugt in geselliger Runde genießen – so der Grundgedanke von Mezze. Traditionell israelische Gerichte werden mit arabischen Speisen kombiniert und ergeben ein frisches, aromatisches Geschmackserlebnis. Das Ganze nennt sich dann Levante-Küche.

 

Levante – Länder des östlichen Mittelmeers

Aufgehend – dafür steht das französische Wort levante. Es wird gerne auch sinnbildlich für das Morgenland genommen und bezeichnet die Länder des östlichen Mittelmeers, genauer Israel, Syrien, Jordanien und der Libanon. Die Levante-Küche ist demnach ein kulinarisches Zusammenkommen der verschiedenen Essenskulturen dieser Länder.

 

Lecker, leger und sehr aromatisch

Der Hauptakteur der Levante-Küche ist Gemüse. Besonders Blumenkohl und Aubergine kommen bei vielen Gerichten zum Einsatz. Durch Kräuter wie Minze und orientalische Gewürze und Gewürzmischungen wie Kumin, Baharat, Zatar und Sumach sind sie alles andere als fad und langweilig. Auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sowie Bulgur und Couscous spielen eine wichtige Rolle in dieser Küche.

 

Fünf typische Gerichte, Dips und Pasten

Eine der bekanntesten Gerichte ist die Falafel, frittierte Bällchen aus Kichererbsen mit Petersilie, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln. Mehr Wumms bekommen die Falafel, wenn ihr Harissa, eine scharfe Gewürzpaste, hinzu gebt (Rezept im Kasten). Perfekt für warme Sommertage ist Tabouleh, ein Salat aus Bulgur, viel Petersilie, Tomaten, Gurke, Minze und Zitronensaft.

Was auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Dips und Pasten. Dazu gibt es frisches Fladenbrot. Ein Klassiker schlechthin ist Hummus, eine Paste aus Kichererbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel und Sesampaste (Tahin). Den Hummus könnt ihr super mit etwas Chili-Paste aufpeppen. Auch Baba Ghanpoush,  ein Püree aus Auberginen, Sesampaste und Zitronensaft, eignet sich perfekt zum Dippen.

Wer es lieber warm mag, der sollte das israelische Nationalgericht Shakshuka ausprobieren. In eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Paprika, Chili und Gewürzen wie Kreuzkümmel gesellen sich pochierte Eier. Dazu gibt es: Fladenbrot.

 

Levante-Küche: Gesund, ohne „gesund“ zu schmecken

Wer aufmerksam gelesen hat, der merkt: Die Küche ist nicht nur lecker, sondern durch das viele Gemüse und die Hülsenfrüchte auch sehr gesund – und ideal für Vegetarier geeignet. Doch auch Fleischliebhaber brauchen keine Angst vor Eintönigkeit zu haben. Ein aus verschiedenen kleinen Mezze zusammengestelltes Gericht braucht kein Schnitzel und keine Bratwurst. Genießt einfach die verschiedenen Geschmäcker, ihr werdet begeistert sein.

Neben dem „Healthy-Aspekt“ punktet die Küche auch mit der Zubereitung. Für die meisten Gerichte sind nur wenige Handgriffe nötig. Die Grundzutaten findet ihr in jedem gut sortierten Supermarkt. Baharat, Zatar und Co. bekommt ihr preiswert in orientalisch-arabischen Supermärkten. Ihr könnt die Gewürze und Mischungen auch online bestellen, beispielsweise bei Just Spices.

Tipp: Wer keine Lust auf das Suchen nach Rezepten im Internet hat, der sollte im Buchhandel mal nach den Kochbüchern von Yotam Ottolenghi Ausschau halten. Er hat mehrere vegetarische Kochbücher herausgebracht, allesamt mit Einflüssen aus der israelischen Küche. Ich selbst habe das „Genussvoll vegetarisch“. Mein Fazit: Bester Kauf überhaupt!

 

Rezept für Harissa-Falafel (ca. 12 Stück)

 

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • ½ Bund Petersilie
  • 1 TL Harissa-Paste (bei Bedarf mehr)
  • Je 2 TL Koriander- und Kreuzkümmelpulver
  • 1 EL Zitrone
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Weizenmehl

 

  1. Kichererbsen in eine Schale geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken, 1,5 bis 2 Liter. 12 Stunden einweichen lassen. Danach abtropfen lassen.
  2. Petersilie waschen und grob hacken, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch.
  3. Kichererbsen, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit der Harissa-Paste, dem Koriander- und Kreuzkümmelpulver, etwas Salz und Pfeffer, dem Mehl sowie 1 EL Zitronensaft in einen Mixer geben. Alles gut pürieren.
  4. Die Masse noch einmal abschmecken, eventuell mit Salz, Pfeffer oder Harissa nachwürzen.
  5. Hände anfeuchten und aus der Masse pflaumengroße Bällchen formen.
  6. Reichlich Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen (Die Bällchen sollten halb darin schwimmen). Die Falafel vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen und sie für drei bis vier Minuten frittieren, bis sie rundum schön goldgelb sind. Abtropfen lassen, warm servieren.
Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Superfood-Hype: Fälschungen per Barcode entlarven

Chia, Goji, Moringa, Maca, Spirulina – wer sich gesund ernähren möchte, setzt heutzutage auf exotische Superfoods. Was vor ein paar Jahren als ein Trend begann, ist bei vielen längst fester Bestandteil der täglichen Ernährung. Doch es gibt einen Knackpunkt: Die Nachfrage nach den Samen, Früchten und Algen ist mittlerweile so hoch, dass immer mehr Plagiate und Fälschungen auf dem Markt auftauchen. Um dagegen vorzugehen, haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genetische Barcodes entwickelt, mit denen sich unkompliziert bereits bei der Einfuhr prüfen lässt, ob es sich um Originalware handelt.

Vielen, die sich gesund ernähren möchten, reichen Obst, Gemüse und Co. alleine nicht mehr aus. Erst exotische Superfoods bringen sie auf ein nächstes Level in Sachen „Healthy Lifestyle“. Darauf reagieren auch große Handelsketten. Längst sind die Früchte, Samen und Algen auch in gut sortierten Supermärkten zu finden. Das macht sich auch in den Umsatzzahlen bemerkbar: Sie stiegen zwischen 2014 und 2016 in Deutschland von 1,5 Millionen Euro (MAT KW49 2014) auf unglaubliche 42,6 Millionen Euro (MAT KW48 2016) an. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Kann überhaupt so viel Chia und Co. produziert werden, um den Superfood-Bedarf zu stillen?

 

Fälschungen. Ein Weg, um die hohe Nachfrage zu decken

Derzeit überprüft in Deutschland keine Behörde flächendeckend, ob in den Superfood-Verpackungen auch das drin ist, was draufsteht. Verantwortlich dafür ist bislang allein der Hersteller oder Händler.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach bestimmten Superfoods teilweise so groß ist, dass sie auf legalem Weg nicht zu decken ist. Laut Peter Nick vom Botanischen Institut des KIT habe das einen blühender Plagiate-Handel zu Folge. Das gelte insbesondere für sehr seltene Superfoods wie dem chinesischen Raupenpilz, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als kräftigend und aphrodisierend gilt. Davon werde laut des Experten jedes Jahr die achtfache Menge der tatsächlichen Ernte exportiert. Aber auch unter Chiasamen wurden bereits Fälschungen entdeckt. Dabei handelt es sich dann beispielsweise um Sesam.

 

Allergische Reaktionen möglich

Zu dem Ärgernis, viel Geld für eine Fälschung ausgegeben zu haben, kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: Wer nicht weiß, was er zu sich nimmt, kann auch nicht sicher sein, dass er nicht allergisch darauf reagiert. Solch allergische Reaktionen zeigen sich vor allen Dingen in Hautreizungen, aber auch Luftnot kann eine Folge sein. Diese kann unter Umständen sogar zur Lebensgefahr werden.

Doch auch wenn es sich um ein Original handelt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt einwandfrei und super gesund ist. Immer wieder tauchen Superfoods auf, die unter anderem mit Pestiziden, Schwermetallen (z.B. Arsen, Cadmium), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralöl belastet sind.

 

Genetischer Fingerabdruck deckt Plagiate auf

Aus diesem Grund hat das Forscherteam um Nick ein Verfahren entwickelt, mit dem sich ganz einfach prüfen lässt, ob es sich um Fälschungen handelt oder nicht. Dafür nutzen sie eine Genschere. Sie passt wie ein Schlüssel ins Schloss nur auf ganz bestimmte Muster von Genfragmente. Ist das der Fall, handelt es sich um ein Original. Wenn nicht, dann ist es eine Fälschung. Nick vergleicht das mit einem Barcode, der mit einem entsprechenden Scanner ausgelesen werden kann. 7.000 entsprechende Barcodes hat das Team bereits in einer Datenbank gesammelt. Die Vision der Wissenschaftler ist, dass Lebensmittelüberwachungsbehörden zukünftig auf vorgefertigte Tests zurückgreifen und direkt bei der Einfuhr testen können, ob es sich um ein Originalprodukt handelt. Bis es soweit ist, dauert es jedoch wohl noch einige Jahre.

Bisher wurden die Proben meist mikroskopisch untersucht. Diese Methode hat jedoch einen Haken: Bei Pulver, beispielsweise Matcha, liefert sie keine zuverlässigen Daten. Eine Alternative ist das Auslesen von Gensequenzen, wie bei einem Vaterschaftstest. Laut Nick ist diese Methode jedoch teuer und sehr zeitaufwendig.

 

Wie gesund ist Superfood wirklich?

Wer eine rechtlich bindende Definition von Superfood sucht, merkt schnell: Es gibt sie nicht. Schlaue Marketingköpfe haben sich den Begriff ausgedacht, um super gesunde Lebensmittel besser vermarkten zu können. Doch heißt bedeutet das auch, dass die Produkte vielleicht gar nicht so gesund sind, wie beworben? Pauschal verneinen kann man das nicht. Es stimmt, dass die meisten Samen und Früchte aus Südamerika und Südostasien sehr nährstoffreich sind.

 

Wenn Superfood, dann regional – oder zumindest bio

Doch das sind heimischen Varianten auch. Anstelle von Chiasamen können Sie getrost auf Leinsamen zurückgreifen. Sie enthalten ungefähr gleich viel Omega-3-Fettsäuren und sogar mehr Ballaststoffe. Als Alternative zur Vitamin-C-reichen Goji-Beere eignet sich super gut Sanddorn. Mit rund 450 Milligramm enthält er etwa neunmal mehr Vitamin C als die aus China stammenden Beeren.

 

FAZIT:

Die heimischen Superfood-Varianten sind nicht nur deutlich günstiger, sie haben auch eine bessere Ökobilanz, da sie nicht von weither angekarrt werden müssen. Wer dennoch nicht auf die Exoten verzichten möchte, sollte zumindest zu solchen greifen, die das zertifiziertes Biosiegel tragen. Sie müssen unter anderem ohne synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger erzeugt werden.

Mini-Packungen – praktisch oder einfach nur nervig?

Mini-Packungen – praktisch oder einfach nur nervig?

„Der Müll ist schon wieder voll!“, rufe ich aus der Küche. Mir kommt es vor, als ob ich diesen Satz täglich sage. Dabei lebe ich in keiner Großfamilie mit zahlreichen Kindern. Nein, wir sind zu zweit plus einer genügsamen alten Katzendame. Dennoch wundere ich mich immer wieder, wie viel Müll wir produzieren. Als ich kürzlich las „Einzelhandel setzt auf Mini-Packungen“ wurde ich hellhörig. Kaufe ich diese Produktgrößen etwa auch?

Ich lebe in Hamburg. Hier wohnen die meisten Menschen in Single-Haushalten – und zwar mehr als die Hälfte aller Hamburger. In anderen Großstädten sieht es kaum anders aus. Wer sich als Alleinstehender also abends etwas zu Essen kochen möchte, freut sich im Supermarkt wahrscheinlich über die angepassten Portionsgrößen. Ich habe einmal einen Blick in unseren Haushalt geworfen und ja, auch bei uns gibt es Lebensmittel in kleinen Verpackungsgrößen. Und zwar nicht gerade wenig davon.

 

Überall verstecken sich die kleinen Produkte

Familie Nutella: In den kleinen Gläsern steckt gerade einmal eine Portion – und dafür viel

In unserer Küche stehen mehrere Nutella-Gläser. Ein vorbildlich großes mit 750 Gramm sowie eins mit 450 Gramm. Aber eben auch zwei Mini-Gläser mit jeweils 25 Gramm – Überbleibsel aus dem Campingurlaub im letzten Jahr. Die restlichen vegetieren jetzt auf einer Müllhalde in Schweden. Das Katzenfutter ist praktisch in kleinen Tüten von je 85 Gramm verpackt. Sehr angenehm, denn so steht im Kühlschrank keine streng nach Huhn riechende Dose herum. Mein Freund liebt Pickups, alle einzeln verpackt natürlich. Und wenn es auf den nächsten Städtetrip geht, kommen oft Shampoo, Zahncreme, Duschgel und Bodylotionen in praktischen Reisegrößen in den Koffer – geht ja nicht anders, aufgrund der Handgepäcksbestimmungen.

Ja, auch ich habe es gerne einfach und komfortabel. Aber es stört mich auch, dass wir immer mehr Müll produzieren – vor allem Plastik. Wenn ich dann lese, dass in einem Wal 30 Kilogramm Kunststoffmüll gefunden wurden, in den Ozeanen riesige Inseln von Plastikflaschen, Tüten und Co. treiben und ich bei einem Spaziergang im Volkspark die Duftwolke der Mülldeponie wahrnehme, wird auch mir klar: Praktisch hin oder her, so geht es nicht.

Mich beschäftigt aber noch ein anderer Aspekt: Sind die Mini-Packungen denn wirklich nur Umweltsünder oder für Menschen, die alleine leben tatsächlich ein Segen? Denn es kann auch nicht Sinn der Sache sein, Lebensmittel wegzuwerfen, weil die Portionsgrößen nicht stimmen.

 

Der Einkauf im Supermarkt

Ich beobachte eine ältere Dame, die mit ihrem Rollator unterwegs ist. In ihrem Korb liegen bereits eine kleine Packung Toast und ein halber Liter Milch. Gerade greift sie zu einem Päckchen Kaffeesahne – 20 Mal zehn Gramm Mini-Packungen. Besonders umweltfreundlich ist dieser Einkauf wahrscheinlich nicht, aber ich kann sie auch irgendwie verstehen. Für sie sind diese Verpackungsgrößen wahrscheinlich ein Segen. Denn ansonsten müsste sie vielleicht einiges an Lebensmitteln wegschmeißen, einfach, weil sie es nicht schafft, alles zu konsumieren, bevor es schlecht geworden ist. Aber sie sind auch wahnsinnig teuer.

 

Zum Vergleich:

Produkt Größe Preis (Preis pro 100g/1l)
Vollmilch Eigenmarke 0,5l 0,59 Euro (1,18 Euro/l)
Vollmilch Eigenmarke 1l 0,95 Euro (0,95 Euro/l)
Toastbrot 250g 0,99 Euro (0,40 Euro/100g)
Toastbrot 500g 1,19 Euro (0,24 Euro/100g)
Kaffeesahne 20 x 10g (200g) 0,60 Euro (0,30 Euro/100g)
Kaffeesahne 340g 0,55 Euro (0,16/100g)
Marmelade 8 Minis (200g) 1,69 Euro (0,85 Euro/100g)
Marmelade 200g 0,99 Euro (0,50 Euro/100g)
Fruchtgummi 75g 0,55 Euro (0,73 Euro/100g)
Fruchtgummi 200g 0,95 Euro (0,43 Euro /100g)
Fruchtgummi Minis einzeln verpackt 250g 1,69 Euro (0,68 Euro/100g)

Quelle: Eigene Recherche

 

Allein diese kleine Auswahl zeigt: Je kleiner die Verpackung, desto teuer ist das Produkt.

Aber was bedeutet das jetzt für mich? Ich habe mich tatsächlich dabei ertappt, wie ich intuitiv hier und da zu den Mini-Packungen greife. Besonders anfällig bin ich für die kleinen Naschereien an der Kasse: „Ach, da nimmst du noch mal eine kleine Tüte Fruchtgummis für den Liebsten mit und eine für mich selbst, für die Fahrt nach Hause“. Und schwupp landen zwei 75-Gramm-Packungen in meinem Einkaufskorb. Das sind 150 Gramm. Ich könnte also auch gleich eine große Tüte kaufen, sie im Auto öffnen, ein paar Bärchen essen und den Rest zuhause in eine Schale kippen.

 

Mein persönliches Fazit – und ein Spar-Tipp von Oma

Es gibt viele Singles und eben auch alleinstehende ältere Menschen, für die kleinere Verpackungsgrößen mit Sicherheit ein Segen sind. Ich kenne es allerdings von meiner Oma, dem alten Sparfuchs, anders. Sie kauft immer normale Größen und friert zum Beispiel Schwarzbrot und Toast ein. Das finde ich sehr clever. Auch Marmelade und Süßigkeiten halten so lange, dass Mini-Verpackungen einfach nicht nötig sind. Bei frischer Milch – nicht jeder mag eben H-Milch – verstehe ich hingegen, dass Menschen die kleineren Verpackungen kaufen. Ich persönlich werde in Zukunft mehr darauf achten, ob meine ganzen Extrakäufe wirklich nötig sind.

Denn gerade im Campingurlaub schafft mein Freund locker sein 450-Gramm-Glas Nutella, machen wir uns doch nichts vor. Die vorhandenen Reisegrößen an Shampoo und Co. werde ich aufbrauchen und sie dann mit meinen Produkten wieder auffüllen. Süßigkeiten gibt es jetzt auch nur noch in Normalgröße, kommt bei uns schließlich auch weg. Nur die alte Katzendame bleibt der Umweltsünder im Haushalt. Denn sie verweigert das abgestandene Zeug aus dem Kühlschrank und möchte es immer frisch…